Nvidia meldet Rekordquartal: 81,6 Milliarden Dollar Umsatz durch KI-Boom

Nvidia meldet Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar und kündigt die nächste KI-Plattform Vera Rubin für die zweite Jahreshälfte 2026 an.

Grund dafür ist die ungebrochene Nachfrage nach KI-Hardware. Das Unternehmen bestätigte zudem den Zeitplan für die nächste Generation seiner KI-Plattform Vera Rubin – sie kommt in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt.

Rekordzahlen und Milliarden-Ausblick

Mit 81,6 Milliarden Dollar Umsatz übertraf Nvidia die Markterwartungen von rund 78,86 Milliarden Dollar deutlich. Das Rechenzentrumsgeschäft war mit 75,2 Milliarden Dollar der absolute Treiber – ein Plus von 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 92 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen inzwischen auf diesen Bereich.

Für das zweite Quartal stellt Nvidia-Chef Jensen Huang die Weichen auf weiteres Wachstum: 91 Milliarden Dollar Umsatz sind prognostiziert. Ein klares Signal, dass der KI-Boom noch lange nicht an seinem Zenit angekommen ist.

Anzeige

Während Unternehmen massiv in neue KI-Infrastrukturen investieren, rücken auch die damit verbundenen digitalen Risiken und neuen gesetzlichen Anforderungen stärker in den Fokus. Wie Sie Ihre IT-Sicherheit ohne teure Investitionen stärken und gleichzeitig aktuelle Sicherheitslücken schließen, erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book. Gratis-E-Book: IT-Sicherheit und neue gesetzliche Anforderungen

Vera Rubin: Der nächste Quantensprung

Die kommende Vera-Rubin-Plattform soll die Branche erneut revolutionieren. Das Top-Modell NVL72 wird 72 Rubin-GPUs und 36 Vera-CPUs vereinen. Die technischen Daten sprechen für sich: 3,6 Exaflops Rechenleistung für Inferenz, 2,5 Exaflops für das Training von KI-Modellen.

Im Vergleich zu den aktuellen Blackwell-Chips soll die Leistung um das Fünffache steigen – bei gleichzeitiger Senkung der Kosten pro Token um den Faktor zehn. Erste Auslieferungen sind für das vierte Quartal 2026 geplant.

Die Dimensionen sind gewaltig: Ein einziges NVL72-POD-System mit 40 Racks und 1.152 GPUs könnte bis 2027 rund 2,8 Prozent der weltweiten NAND-Nachfrage absorbieren. Für 2028 wird sogar ein Anteil von 9,3 Prozent prognostiziert.

Anzeige

Der technologische Sprung durch immer leistungsfähigere Chips beschleunigt die Verbreitung von KI-Systemen, bringt aber auch komplexe rechtliche Pflichten durch den EU AI Act mit sich. Damit Ihr Unternehmen bei der Entwicklung und Nutzung dieser Technologien rechtlich abgesichert ist, bietet dieser kostenlose Praxis-Guide einen Überblick über alle Fristen und Risikoklassen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act anfordern

Nvidia greift nach dem CPU-Markt

Mit der Vera-CPU betritt Nvidia strategisches Neuland. Der Prozessor zielt auf ein Marktsegment von rund 200 Milliarden Dollar ab – parallel zum geschätzten Billionen-Dollar-Markt für Blackwell- und Rubin-GPUs. Für die Entwicklung nutzte Nvidia Technologien von Groq, die in einem Deal im Wert von rund 17 Milliarden Dollar lizenziert wurden.

Das Management erwartet, dass die Vera-CPU bereits im laufenden Geschäftsjahr 20 Milliarden Dollar Umsatz beisteuert. Der Chip ist speziell für Inferenz-Workloads optimiert – ein klares Zeichen, dass sich der Fokus der KI-Infrastruktur vom Training großer Modelle hin zur praktischen Anwendung verschiebt.

Aktienrückkauf trotz Lieferengpässen

Trotz der Rekordzahlen bleibt die Lage angespannt: Nvidia kämpft weiter mit Lieferengpässen bei den Blackwell-Chips. Um Aktionäre bei Laune zu halten, kündigte das Unternehmen ein 80 Milliarden Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm an und erhöhte die vierteljährliche Dividende auf 25 Cent.

Die Börse reagierte verhalten: Im nachbörslichen Handel gab die Aktie um 1,6 Prozent nach. Analysten hinterfragen zunehmend die langfristige Nachhaltigkeit des KI-Investitionszyklus bis 2027 und 2028.

Intel und Apple setzen auf lokale KI

Auch die Konkurrenz schläft nicht. Intel-CEO Pat Gelsinger sieht einen fundamentalen Wandel: Während beim KI-Training früher ein Verhältnis von einer CPU zu acht GPUs üblich war, verschiebt sich dies bei Inferenz-Aufgaben hin zu 1:1 – und könnte sogar auf 4:1 zugunsten der CPUs kippen.

Intel setzt dabei auf sein ASIC-Geschäft und die Verfeinerung des 18A-Fertigungsprozesses. Die Panther-Lake-Chips befinden sich in Produktion, die Ausbeute verbessert sich monatlich um rund sieben Prozent. Im Mai 2026 veröffentlichte Intel zudem das oneAPI Toolkit 2026, das bisherige Hochleistungsrechner-Werkzeuge in einem Paket bündelt.

Apple wiederum rüstet seine Mac-Reihe für lokale KI-Verarbeitung auf. Die Spanne reicht vom MacBook Neo ab rund 589 Euro bis zu den High-End-Modellen mit M5-Pro- und M5-Max-Chips. Der M5 Pro verfügt über einen 18-Kern-Prozessor und bietet eine vierfach höhere KI-Verarbeitungsgeschwindigkeit als frühere Generationen.

Das hauseigene KI-Ökosystem Apple Intelligence soll im Herbst 2026 an den Start gehen. Interessant: Der Wechsel an der Unternehmensspitze – John Ternus übernahm den CEO-Posten, während Tim Cook in den Aufsichtsrat wechselte.

Lieferkette unter Druck

Die rasante Entwicklung der Chip-Architekturen setzt die globale Lieferkette massiv unter Druck. Nvidias Einkaufsverpflichtungen sind auf 119 Milliarden Dollar gestiegen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 95,2 Milliarden Dollar im Vorquartal. Das Unternehmen sichert sich damit die notwendigen Komponenten für die Blackwell- und Rubin-Produktion.

Ausblick: Entscheidende Monate

Die kommenden Monate werden richtungsweisend. Intel will im Oktober 2026 weitere Prozess-Design-Kits für externe Kunden bereitstellen. Apple hat seine WWDC für den 8. Juni 2026 angesetzt – mit einem Schwerpunkt auf integrierte KI-Funktionen.

Die Branche bewegt sich auf die zweite Jahreshälfte 2026 zu, wenn die Vera-Rubin-Plattform und neue KI-Funktionen für Verbraucher auf den Markt kommen. Die entscheidende Frage bleibt: Lassen sich die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur langfristig in Rendite umwandeln?