Nvidia: Neue globale Cloud-Vorgabe begrenzt China-Geschäft auf 49 Prozent

Medienberichte zufolge sollen Cloud-Kunden mindestens 51 Prozent neuer Dienste außerhalb Chinas anbieten; Nvidia bestätigte die Quote nicht.

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Der US-Chiphersteller Nvidia hat seine Datencenter- und Cloud-Kunden Medienberichten zufolge angewiesen, künftig mindestens 51 Prozent ihrer Dienste an Kunden außerhalb Chinas zu vergeben. Damit dürften Anbieter maximal 49 Prozent ihres Geschäfts mit chinesischen Unternehmen abwickeln.

Wie die Financial Times unter Berufung auf fünf Insider berichtete, soll dieser Schritt den Zugang chinesischer Firmen zu moderner KI-Infrastruktur im Ausland spürbar einschränken.

Globale Vorgabe für Neugeschäfte

Die neue Regelung gilt den Berichten zufolge weltweit und beschränkt sich nicht nur auf den asiatischen Markt. Sie betrifft ausschließlich neue und künftige Verträge, während bestehende Leasingvereinbarungen unberührt bleiben. Die Vorgaben wurden demnach mündlich über Vertriebs- und Regionalteams des Halbleiterkonzerns weitergegeben und nicht schriftlich fixiert. Zuvor existierten keine derartigen Beschränkungen für Betreiber von Rechenzentren.

Nvidia selbst wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Das Unternehmen teilte mit, dass Rechenzentren und Clouds auf Basis US-amerikanischer Chips das Fundament bilden, das US-amerikanische Modell- und Anwendungsentwickler für den weltweiten Wettbewerb benötigen. Zudem ermutige die US-Politik Cloud-Anbieter dazu, auf US-Infrastruktur zu setzen.

Die genannte Quote von 51 Prozent bestätigte das Unternehmen nicht. Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete unter Berufung auf drei informierte Personen, Nvidia habe mehrere Cloud-Kunden angewiesen, ihr China-Engagement zu reduzieren. Als Ziel gelte unter anderem eine stärkere Diversifizierung des Kundenstamms bei Nvidia-unterstützten Neoclouds.

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Druck auf internationale Cloud-Anbieter

Bislang griffen zahlreiche chinesische Technologiekonzerne auf Rechenkapazitäten in ausländischen Rechenzentren zurück, um ihre Modelle für künstliche Intelligenz zu trainieren. Die neue Vorgabe könnte diesen Weg künftig deutlich erschweren.

In der Branche löst der Schritt verhaltene Reaktionen aus. Ein Cloud-Anbieter aus Singapur wies darauf hin, dass es außerhalb der USA schwierig sei, genügend Kunden ohne China-Bezug zu akquirieren. Eine strikte Durchsetzung der Quotenregelung könne das laufende Geschäft beeinträchtigen.

Seitens der chinesischen Regierung äußerte sich Außenamtssprecherin Mao Ning zurückhaltend: Ihr sei der konkrete Bericht nicht bekannt, China fordere jedoch ein faires, transparentes und nicht-diskriminierendes Marktumfeld.

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Geopolitische Spannungen und drastische Preisaufschläge

Die Maßnahme fügt sich in die seit mindestens 2022 bestehenden US-Exportkontrollen für bestimmte Hochleistungschips nach China ein. Nvidia hatte bereits 2025 eine Whitelist für Abnehmer eingeführt. Wie die Financial Times unter Berufung auf Reuters am 13. Juli berichtet hatte, reduzierte der Konzern die Zahl der autorisierten Kunden in Asien um mehr als die Hälfte.

Die Exportbeschränkungen führten in der Vergangenheit zu massiven Preisverzerrungen. Während ein B300-Chip-Rack international rund 600.000 US-Dollar kostet, wurde es in China zuletzt für 2,8 Millionen US-Dollar beziehungsweise 18,5 Millionen Renminbi – was rund 21,82 Millionen Hongkong-Dollar entspricht – gehandelt. Das entspricht in etwa dem 4,7-Fachen des regulären internationalen Marktpreises.

Zudem wurden in diesem Jahr Mitarbeiter von Super Micro beschuldigt, Nvidia-KI-Server im Wert von rund 2,5 Milliarden US-Dollar nach China geschmuggelt zu haben; in dem Fall liegt eine Anklage ohne Schuldfeststellung vor.

An den Finanzmärkten sorgte das Umfeld für Turbulenzen: Die Aktie von Nvidia verzeichnete innerhalb eines Monats ein Minus von 13 Prozent, wodurch Apple den Chiphersteller kurzzeitig als wertvollstes Unternehmen ablöste.