NVIDIA opfert Gamer für KI-Boom: Keine neuen Grafikkarten 2026

Der Halbleiterkonzern verschiebt alle neuen Grafikkartenmodelle und drosselt die Produktion, um Ressourcen in den profitableren KI-Sektor zu lenken. Für Gamer drohen Engpässe und höhere Preise.

NVIDIA stellt die Versorgung mit Gaming-Grafikkarten drastisch zurück und verschiebt alle neuen Modelle für 2026. Der Grund: Der Tech-Riese priorisiert den lukrativeren KI-Markt. Für PC-Spieler drohen Engpässe und Preissteigerungen.

Analysen aus der zweiten Februarhälfte 2026 bestätigen eine historische Kurskorrektur des Halbleiterriesen. NVIDIA wird in diesem Jahr erstmals seit fast drei Jahrzehnten keine neuen Consumer-Grafikkarten auf den Markt bringen. Das erwartete „Super“-Update der aktuellen RTX-50-Serie, das eigentlich für die CES im Januar 2026 angekündigt war, wurde gestrichen oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Kritische Ressourcen werden umgeleitet.

KI-Beschleuniger bringen mehr Profit

Im Kern der Entscheidung steckt eine globale Knappheit an Hochleistungs-Arbeitsspeicher (HBM). Diese Chips sind essenziell für High-End-Gaming-Karten und die Rechenzentren-GPUs, die den KI-Boom antreiben. Bei begrenzten Liefermengen trifft NVIDIA eine klare Finanzentscheidung: Der Speicher fließt in den weit profitableren KI-Sektor.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. NVIDIAs Rechen- und Netzwerkdivision, zu der die KI-Chips gehören, operiert mit Marge von rund 65 Prozent. Das ist deutlich mehr als die etwa 40 Prozent im Grafikgeschäft. Diese finanzielle Logik spiegelt sich in den jüngsten Quartalszahlen wider: Der Umsatz aus dem Data-Center-Geschäft übertrifft alle anderen Segmente bei weitem. Folgerichtig wird auch die Produktion der bestehenden RTX-50-Modelle gedrosselt.

Für Gamer beginnt ein Jahr der Knappheit

Die Konsequenzen für PC-Spieler und -Bauer sind erheblich. Der Stopp neuer Produkte bedeutet, dass 2026 kein Nachfolger für die RTX-50-Serie erscheint. Die Drosselung der Produktion bestehender Modelle könnte zudem zu Lieferengpässen und damit zu Preiserhöhungen im Einzelhandel führen.

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Bereits Ende 2025 deuteten sich die Kürzungen an. Demnach könnte die GeForce-Produktion im ersten Halbjahr 2026 um 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinken. Besonders betroffen sollen zunächst Mittelklasse-Modelle wie die RTX 5060 Ti und 5070 Ti sein. So kann NVIDIA die wertvollen Speicherkomponenten in profitablere High-End-Professionell- und KI-Karten stecken. Diese Strategie könnte den Markt für erschwingliche, leistungsstarke Grafikkarten austrocknen.

Dominoeffekt in der Tech-Branche

NVIDIAs Strategiewechsel findet nicht im luftleeren Raum statt. Die gesamte Branche kämpft mit der Speicherknappheit. PC-Hersteller warnen bereits vor einem „KI-getriebenen RAMpocalypse“, der zu Preissprüngen von 20 Prozent oder mehr für Personal Computer führen könnte.

Der Aufschub betrifft auch NVIDIAs langfristige Roadmap. Die nächste Gaming-GPU-Generation, vorläufig als RTX-60-Serie erwartet, wurde zuletzt für Ende 2027 gehandelt. Sie steht nun ebenfalls vor Verzögerungen, ihr Debüt könnte sich bis 2028 verschieben. Das schafft eine deutliche Lücke im Produktzyklus und eröffnet Wettbewerbern wie AMD ein Zeitfenster – die jedoch unter dem gleichen Lieferketten-Druck stehen.

Wird KI zur neuen Normalität für Gamer?

Während NVIDIA seine KI-Ambitionen forciert, steuert die PC-Gaming-Landschaft auf eine Phase der Ungewissheit zu. Auf absehbare Zeit wird die Verfügbarkeit der neuesten Gaming-GPUs direkt an die Nachfrage aus Rechenzentren gekoppelt sein. Ein NVIDIA-Sprecher betonte zwar, das Unternehmen liefere alle GeForce-Produkte aus und arbeite an maximaler Speicherverfügbarkeit. Die Botschaft des Marktes ist jedoch klar: KI hat Priorität.

Spieler müssen sich auf einen Markt einstellen, der von weniger neuen Produkten und potenziell höheren Preisen für Bestandskarten geprägt ist. Die Ära vorhersehbarer jährlicher Hardware-Upgrades ist vorerst pausiert. Der Fokus des Silizium-Giganten liegt nun auf der nächsten Welle der Künstlichen Intelligenz. Die Branche blickt gespannt auf die nächsten Quartalszahlen am 25. Februar 2026. Sie werden weiteren Aufschluss über NVIDIAS strategische Ausrichtung geben.