Nvidia hat für das Fiskaljahr 2028, das im Januar 2028 endet, ein Umsatzwachstum von 70 Prozent in Aussicht gestellt. Damit übertrifft die eigene Prognose des Chipherstellers die Erwartungen von Analysten deutlich, die im Schnitt von einem Wachstum von 44 Prozent ausgehen.
Ausgehend vom Analystenkonsens von 396 Milliarden US-Dollar für das laufende Fiskaljahr 2027 würde die Nvidia-Prognose einen Umsatz von rund 673 Milliarden US-Dollar im Fiskaljahr 2028 bedeuten. Ein Wert, der Nvidia vor Apple und Alphabet, aber hinter Amazon einordnen würde.
Die Ankündigung erfolgte im Zusammenhang mit der Vorlage der Quartalszahlen für das zweite Quartal des Fiskaljahres 2027, das am 26. Juli 2026 endete. Nvidia meldete dabei einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 106 Prozent im Jahresvergleich und 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Das Rechenzentrumsgeschäft trug mit 89 Milliarden US-Dollar den größten Teil dazu bei und wuchs um 117 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn kletterte um 126 Prozent auf 59,7 Milliarden US-Dollar, die Bruttomarge lag bei 75 Prozent.
Nachfrage übersteigt Angebot deutlich
Finanzchefin Colette Kress erklärte, die Nachfrage übersteige das verfügbare Angebot, unter anderem wegen Lieferengpässen bei Speicherchips. Firmenchef Jensen Huang ging noch weiter und stellte klar, die tatsächliche Nachfrage liege deutlich über den prognostizierten 70 Prozent Wachstum.
Huang sprach zudem davon, dass die Künstliche Intelligenz einen Wendepunkt erreicht habe. Die Nvidia-Aktie reagierte nachbörslich mit einem Plus von 4,7 Prozent auf die Aussagen und die Prognose.
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Für das dritte Quartal rechnet Nvidia mit einem Umsatz von 108 Milliarden US-Dollar, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 2 Prozent, bei einer Bruttomarge von 74 Prozent. Zur Untermauerung des Wachstumskurses kündigte das Unternehmen zudem einen Aktienrückkauf von 26 Milliarden US-Dollar im abgelaufenen Quartal an, womit von einem ursprünglich größeren Rückkaufprogramm noch 99 Milliarden US-Dollar verbleiben.
Kapazitätsausbau und Marktbewertung
Die neue Wachstumsprognose stützt sich unter anderem auf umfangreiche Kapazitätszusagen. Nvidia weist Supply- und Kapazitätsverpflichtungen von 279 Milliarden US-Dollar sowie Gesamtverpflichtungen von 366 Milliarden US-Dollar aus. Hinzu kommen Garantien in Verbindung mit SB Energy mit einer Obergrenze von 105 Milliarden US-Dollar.
Zur Finanzierung nahm Nvidia neue Schulden in Form von Senior Notes über 25 Milliarden US-Dollar auf; die Nettoverschuldung liegt bei 33,4 Milliarden US-Dollar, dem stehen Barmittel von 56,6 Milliarden US-Dollar gegenüber.
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Die neue Rechenplattform Vera Rubin befindet sich bereits in Produktion und soll im dritten Quartal rund 20 Prozent des Rechenzentrumsumsatzes ausmachen. Zugleich rechnet Nvidia im vierten Quartal mit einer Bruttomarge, die sich zwischen 71 und 72 Prozent stabilisieren soll.
Trotz der optimistischen Aussichten gab die Aktie im Gesamtmarkt zeitweise leicht nach, um 1,59 Prozent, was Beobachter auf allgemeine Sorgen vor einer Überinvestition in KI-Infrastruktur zurückführten. Nvidias Marktkapitalisierung lag zuletzt bei rund 5 Billionen US-Dollar.

