Der Chip-Hersteller Nvidia meldet für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatzsprung von 106 Prozent auf 96,2 Milliarden US-Dollar – getrieben von der ungebrochenen Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Der Umsatzrekord, der am 26. August bekannt gegeben wurde, unterstreicht die dominante Stellung des Unternehmens im globalen KI-Wettlauf. Für deutsche Unternehmen und Investoren ist die Entwicklung doppelt relevant: Nvidia gilt als Gradmesser für die gesamte Tech-Branche, und die Nachfrage aus Europa nach KI-Rechenkapazitäten wächst rasant.
Rechenzentren als Wachstumsmotor
Mit 89 Milliarden US-Dollar Umsatz im Rechenzentrumsgeschäft verzeichnete Nvidia ein Plus von 117 Prozent im Jahresvergleich. Dieser Bereich macht inzwischen fast 93 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Treiber sind nicht mehr nur die großen Cloud-Anbieter – zunehmend investieren auch regionale Rechenzentrumsbetreiber, Großkonzerne und staatliche KI-Projekte in die Blackwell-Ultra-Plattform.
Allein die Hyperscaler – also die größten Cloud-Konzerne weltweit – steuerten 49 Milliarden US-Dollar bei. Weitere 40 Milliarden US-Dollar kamen von Regierungen und Unternehmen, die eigene KI-Systeme aufbauen. Branchenbeobachter sprechen von einer „diversifizierten Nachfragebasis“, die das Unternehmen unabhängiger von einzelnen Großkunden mache.
Nächste Chip-Generation steht in den Startlöchern
Schon im dritten Quartal will Nvidia die Auslieferung der neuen Vera-Rubin-Architektur aufnehmen. Die Plattform löst die Blackwell-Serie ab und verspricht geringere Kosten für KI-Berechnungen bei höherem Durchsatz. Die Nachfrage ist enorm: Die Liefer- und Kapazitätszusagen des Unternehmens belaufen sich bereits auf 279 Milliarden US-Dollar.
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Bereits im März hatte das Management auf der Entwicklerkonferenz GTC das ehrgeizige Ziel ausgegeben, mit den Produktlinien Blackwell und Rubin bis Ende 2027 einen kumulierten Umsatz von einer Billion US-Dollar zu erzielen.
Milliarden für Aktionäre
Der Gewinn je Aktie stieg nach US-Rechnungslegung um 128 Prozent auf 2,46 US-Dollar. Die Bruttomarge blieb mit 75 Prozent stabil – trotz anhaltender Lieferengpässe bei Halbleiterkomponenten. Rund 26 Milliarden US-Dollar gab Nvidia im Quartal über Dividenden und Aktienrückkäufe an seine Aktionäre zurück. Der Verwaltungsrat stockte das Rückkaufprogramm am 26. August um weitere 60 Milliarden US-Dollar auf.
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Ausblick: China bleibt außen vor
Für das dritte Quartal stellt Nvidia einen Umsatz von 108 Milliarden US-Dollar in Aussicht – mehr als Analysten erwartet hatten. Die Prognose berücksichtigt allerdings keine nennenswerten Erlöse aus China. Zwar wurden einzelne Hardware-Exporte wie die H200-Beschleuniger im Dezember und Januar unter strenger Aufsicht genehmigt, doch für die kommenden Monate plant das Unternehmen ohne den chinesischen Markt.
Die übrigen Geschäftsbereiche entwickelten sich solide: Das Edge-Computing-Segment wuchs um 27 Prozent auf 7,2 Milliarden US-Dollar, die Visualisierungs-Sparte legte um 32 Prozent auf 601 Millionen US-Dollar zu. Zum Quartalsende verfügte Nvidia über liquide Mittel von rund 56,6 Milliarden US-Dollar.

