Der Markt für Desktop-Grafikkarten steckt in einer turbulenten Phase. Während die Preise für die aktuelle NVIDIA GeForce RTX 50-Serie durch die Decke schießen, kursieren bereits Spezifikationsleaks für eine noch stärkere Spitzenkarte. Die Ursache: Eine globale Speicherknappheit, angetrieben durch den KI-Boom.
Spekulationen um eine neue Top-Karte: Der RTX 5090 Ti
Trotz der bereits überragenden Leistung der RTX 5090 arbeitet NVIDIA offenbar an einer noch extremeren Variante. Laut Hardware-Leaks vom 21. Februar testet der Konzern einen Prototyp, der als RTX 5090 Ti oder neue Titan-Klasse vermarktet werden könnte.
Die spekulierten Daten sind gewaltig: Der Prototyp soll etwa fünf Prozent mehr CUDA-Kerne als die Standard-5090 besitzen. Der Energiebedarf liegt laut Berichten zwischen 700 und 750 Watt – in Tests sollen sogar über 1000 Watt erreicht worden sein. Die Leistungssteigerung gegenüber dem Topmodell könnte bei 10 bis 15 Prozent liegen. Doch der Preis dafür ist hoch: Die Karte soll so groß sein, dass man sie mit zwei Händen halten muss. Ob sie jemals den Massenmarkt erreicht oder ein Nischenprodukt für Extrem-Overclocker bleibt, ist ungewiss.
Verzerrter Markt: RTX 5070 Ti und 5080 im Preisschock
Für normale Käufer ist der Markt derzeit kaum zu durchschauen. Umfassende Preisdaten zeigen, dass die gesamte RTX-50-Palette seit Ende 2025 im Schnitt um fast 20 Prozent teurer geworden ist. Besonders betroffen ist die RTX 5070 Ti. Sie hat sich seit ihrer Einführung um 25 Prozent verteuert und kostet nun so viel wie ursprünglich eine RTX 5080.
Auch die 5080 selbst ist um ein Viertel teurer geworden. Selbst die RTX 5060 Ti mit 16 GB Speicher ist der Inflation zum Opfer gefallen und rangiert nun preislich auf dem Niveau der ursprünglichen 5070. Die einst klare Preis-Leistungs-Hierarchie der Serie ist damit komplett aus den Fugen geraten.
Die treibende Kraft: Der KI-Speicher-Engpass
Hinter den horrenden Preisen steckt eine globale Krise: Der Mangel an Hochleistungsspeicher. KI-Rechenzentren schlucken gigantische Mengen an High-Bandwidth-Memory und GDDR7-Modulen, die auch in Grafikkarten verbaut werden.
Da der Speicheranteil an den Herstellungskosten massiv gestiegen ist, trifft NVIDIA harte Entscheidungen: Die Produktion von Gaming-GPUs wurde für das erste Halbjahr 2026 um 30 bis 40 Prozent gekürzt. Die wertvollen Komponenten fließen stattdessen in den lukrativen KI-Bereich für Unternehmen.
Diese Knappheit hat auch Konsequenzen für die Roadmap. Mehrere Quellen berichten, dass die geplante RTX 50 SUPER-Serie für 2026 entweder auf unbestimmte Zeit verschoben oder ganz gestrichen wurde. Für Verbraucher bedeutet das: Sie müssen sich wohl das ganze Jahr über mit der aktuellen, überteuerten Serie arrangieren.
AMD als Gewinner der Krise? Die RX 9000-Serie im Vorteil
In dieser Marktsituation gewinnt der Konkurrent AMD deutlich an Attraktivität. Während NVIDIA-Spitzenmodelle wie die RTX 5090 bis zu 65 Prozent über dem UVP verkauft werden, hält AMD die Preise für seine Radeon RX 9000-Serie deutlich besser unter Kontrolle.
Die direkte Konkurrenz zur RTX 5070 Ti, die RX 9070 XT, ist im globalen Schnitt nur um etwa sieben Prozent teurer geworden. Tests zeigen, dass AMD bei Raytracing und KI-Beschleunigung deutlich aufgeholt hat. Bei vergleichbarer Rohleistung, aber deutlich niedrigerem Straßenpreis, sehen viele Analysten die AMD-Karten derzeit als die ausgewogenere Wahl für preisbewusste Käufer.
Die Aussichten für 2026 sind düster: Experten rechnen nicht vor Ende 2027 mit einer Entspannung der Speicherknappheit. Wer auf fallende Preise oder neue Modelle wartet, muss sich gedulden. Der Markt wird noch lange von Knappheit geprägt sein.





