NVIDIA RTX 5070 Ti: Neue Software-Benchmarks verdoppeln Effizienz

Nach dem Ausfall der Super-Serie rückt die RTX 5070 Ti in den Fokus. Neue Benchmarks zeigen, dass sich der Stromverbrauch durch Optimierung um bis zu 40 Prozent senken lässt.

Die Aufrüstung fällt aus – jetzt zählt nur noch die Optimierung. Nachdem NVIDIA seine geplante „Super“-Serie der RTX-50-Generation offenbar auf Eis gelegt hat, rückt die fast ein Jahr alte RTX 5070 Ti wieder in den Fokus. Neue Benchmarks vom Wochenende zeigen: Durch geschicktes Undervolting lässt sich der Stromverbrauch der Grafikkarte um bis zu 40 Prozent drücken, bei nahezu gleicher Leistung. In Kombination mit dem neuen DLSS 4.5 entsteht so eine Effizienz-Referenz.

Super-Ausfall macht 5070 Ti zum Dauerbrenner

Die Gerüchteküche brodelt nicht mehr: Berichten vom 10. Januar zufolge hat NVIDIA seine Pläne für eine „RTX 50 Super“-Serie mit sofortiger Wirkung gestoppt. Als Gründe gelten anhaltende Engpässe bei Speicherchips und der fehlende Wettbewerbsdruck im High-End-Segment. Die erwartete RTX 5070 Ti Super, die Lücke zwischen 5070 Ti und 5080 schließen sollte, ist damit vom Fahrplan für 2026 gestrichen.

Diese Entscheidung hat direkte Konsequenzen für den Markt. „Ohne ein Mid-Cycle-Refresh bleibt die RTX 5070 Ti für mindestens ein weiteres Jahr die definitive Performance-Option unter 800 Euro“, analysieren Branchenbeobachter. Die Aufmerksamkeit verlagert sich nun vollständig auf die Optimierung der vorhandenen Hardware – eine Chance für versierte Nutzer.

Der Sweet Spot: Mehr Leistung pro Watt bei 900mV

Als Reaktion auf die Verzögerung veröffentlichten Enthusiasten und Reviewer am Wochenende neue Effizienz-Tests. Sie offenbaren das versteckte Potenzial des GB203-Siliziums der RTX 5070 Ti. Die Karte startete offiziell mit einer Leistungsaufnahme von 300 Watt. Die aktuellen Benchmarks zeigen jedoch: Der Sweet Spot liegt bei etwa 900mV (0,9 Volt) und einer Taktfrequenz zwischen 2800 und 2850 MHz.

Unter diesen optimierten Einstellungen erreicht die Karte bemerkenswerte Werte:
* Stromverbrauch: Die Leistungsaufnahme sinkt in anspruchsvollen Titeln wie Cyberpunk 2077 von 300 auf nur noch 180 bis 200 Watt.
* Temperatur: Die Kerntemperatur fällt um 10–15°C, die Lüfter arbeiten nahezu lautlos.
* Performance: Die Bildraten bleiben trotz der Einsparungen zu 95–97 Prozent auf Original-Niveau. In thermisch limitierten Gehäusen kann die Performance sogar steigen, da der Taktturboboost stabiler läuft.

Die Analyse legt nahe, dass NVIDIA die Spannungskurve der Blackwell-Architektur bewusst hoch angesetzt hat, um Stabilität bei allen Chips zu garantieren. Durch manuelle Anpassung holen Anwender jetzt verschenkte Effizienz zurück.

DLSS 4.5 vervielfacht den Effekt

Die Effizienz-Debatte bekommt weiteren Rückenwind durch NVIDIAS Software-Ankündigungen auf der CES 2026. Das am 6. Januar vorgestellte DLSS 4.5 mit seinem verbesserten „Dynamic Multi-Frame Generation“-Modell (DMFG) steigert nicht nur die Bildqualität, sondern potenziert auch die Leistung pro Watt.

Erste Tests der letzten Tage belegen: Die Kombination aus undervolteter RTX 5070 Ti und DLSS 4.5 im „Quality“-Modus übertrifft die Effizienz der Vorgängergeneration RTX 4090. „Die Synergie aus Hardware-Optimierung und KI-gestützter Bildgenerierung setzt einen neuen Standard“, hieß es von der CES. In unterstützten Spielen ermöglicht die Karte nun 4K-120Hz-Erlebnisse bei unter 200 Watt – ein Ding der Unmöglichkeit zum Marktstart vor einem Jahr.

Fazit: Die beste Version sitzt schon im PC

Die doppelte Nachricht dieser Woche – kein Super-Refresh, aber massive Software-Optimierungen – katapultiert die RTX 5070 Ti in eine einzigartige Marktposition. Aus der Übergangslösung wird ein Dauerbrenner für High-End-Gaming-PCs.

Für Verbraucher ist die Botschaft klar: Die Hardware, die sie bereits besitzen, hat mehr zu bieten als gedacht. Stand heute ist die „beste“ Version der RTX 5070 Ti nicht ein neues Modell im Regal, sondern die, die bereits im PCIe-Slot steckt – freigeschaltet durch kluge Software-Einstellungen.