Nvidia RTX 6060: Mittelklasse-Grafikkarte könnte erst 2029 erscheinen

Lieferprobleme und die hohe KI-Nachfrage könnten Nvidias Mittelklasse-Grafikkarte verzögern; Name und Termin sind unbestätigt.

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Neue Berichte aus Branchenkreisen deuten auf deutliche Verzögerungen bei künftigen Grafikkarten-Generationen hin. Laut Angaben des bekannten Insiders Kepler_L2 im NeoGAF-Forum könnte eine Nvidia GeForce RTX 6060 möglicherweise erst im Jahr 2029 auf den Markt kommen. Damit würde das Modell für den Massenmarkt deutlich später erscheinen als die High-End-Modelle der RTX-60-Reihe, deren Einführung laut früheren Berichten bereits auf 2028 verschoben worden sein soll.

Gestaffelte Veröffentlichung und historische Zyklen

Für gewöhnlich liegt der zeitliche Abstand zwischen den Spitzenmodellen der 90er- und 80er-Klasse und den Mittelklasse-Varianten der 60er-Klasse bei vier bis sechs Monaten. Kepler_L2 verweist hierbei auf die Staffelung der aktuellen RTX-50-Serie, bei der die RTX 5080 und RTX 5090 für den Januar und die RTX 5060 für den Mai angesetzt wurden.

Für die kommende Generation werde eine vergleichbare Strategie erwartet, bei der hochpreisige Spitzenmodelle Vorrang erhalten. Sollte die High-End-Klasse der RTX 60 erst Mitte 2028 oder noch später an den Start gehen, würde sich für die RTX 6060 rechnerisch eine Verschiebung bis ins Jahr 2029 ergeben.

Bislang lagen seit der Kepler-Architektur durchschnittlich etwa 21 Monate zwischen den Veröffentlichungen neuer x60-Grafikkarten. Ein Verkaufsstart erst 2029 würde eine Spanne von mindestens 44 Monaten bedeuten, was in Fachkreisen teilweise als unwahrscheinlich lang eingestuft wird.

Zudem handelt es sich bei der Bezeichnung RTX 6060 um einen unbestätigten Arbeitsnamen; Nvidia selbst hat die RTX-60-Serie bisher nicht offiziell erwähnt. Als wesentlichen Grund für die Verzögerung nennt Kepler_L2 das Vorgehen des Herstellers, die Einführung günstigerer Einstiegs- und Mittelklassekarten im Falle von Lieferknappheiten drastisch in die Länge zu ziehen.

Belastungen durch Lieferengpässe und KI-Nachfrage

Hintergrund der Verzögerungen sind anhaltende Engpässe in den Lieferketten, knapper Grafikspeicher und allgemein gestiegene Komponentenkosten. Ein wesentlicher Teil der Halbleiter sowie der Bestände an schnellem GDDR-Speicher fließt derzeit vorrangig in den boomenden Sektor für Künstliche Intelligenz. Diese Marktbedingungen haben Berichten zufolge bereits die Pläne für Nvidias GeForce-RTX-50-Super-Serie durchkreuzt.

Für diese Überarbeitung waren 3-GB-GDDR7-Speicherchips vorgesehen – darunter 18 Gigabyte für die RTX 5070 SUPER sowie jeweils 24 Gigabyte für die RTX 5070 Ti SUPER und RTX 5080 SUPER.

Da dieselben GDDR7-Kapazitäten jedoch auch für Beschleuniger wie die RTX PRO 6000 Blackwell und Rubin CPX benötigt werden, räumt der Konzern den margenstärkeren KI- und Rechenzentrumsprodukten offenbar Priorität ein. Ursprünglich stand für die Super-Modelle eine Ankündigung zur CES 2026 und eine Auslieferung im ersten oder zweiten Quartal 2026 im Raum.

Auch bei den aktuellen High-End-Produkten macht sich die Situation bemerkbar. Die GeForce RTX 5090 war zuletzt im offiziellen US-Marktplatz von Nvidia nicht mehr gelistet und im regulären Handel kaum erhältlich, während Berichte über die Umleitung von GB202-Grafikchips in RTX-Pro-Karten zirkulieren.

Jeff Fisher, Senior Vice President für den Bereich GeForce bei Nvidia, trat in Taipeh allerdings Spekulationen über einen vollständigen Produktionsstopp entgegen: Die Lieferkette sei zwar etwas eingeschränkt, die Fertigung der RTX 5090 laufe jedoch weiter und werde nicht eingestellt.

Leistungsvergleich mit der PlayStation 6

Die Verzögerungen werfen auch ein neues Licht auf den Wettbewerb zwischen PC-Hardware und stationären Spielkonsolen. Laut Kepler_L2 sei zu erwarten, dass die künftige PlayStation 6 schneller arbeiten werde als eine RTX 6060. Gerüchten zufolge soll Sonys nächste Konsole, deren Veröffentlichung für Ende 2026 bis Anfang 2027 gehandelt wird, auf AMDs RDNA-5-Architektur basieren und eine Grafikleistung im Bereich einer Radeon RX 9070 XT oder RTX 5070 Ti erreichen.

Sollte die PlayStation 6 eine RTX 6060 bei der Rechenleistung übertreffen, würde dies das bisherige Muster durchbrechen, nach dem Konsolen meist nicht an Desktop-Grafikkarten derselben Generationsphase heranreichen.

Fachleute weisen in diesem Kontext jedoch darauf hin, dass ein direkter Hardware-Vergleich durch die spezifische Programmierung und Optimierung von Konsolenspielen nur bedingt aussagekräftig ist. Zudem haben weder Nvidia noch Sony offizielle Leistungsdaten, Spezifikationen oder Veröffentlichungsdaten für die kommenden Generationen bestätigt.

Branchenanalysten schätzen zudem, dass allein die Kosten für den Arbeitsspeicher und die SSD der neuen Sony-Konsole bei über 680 US-Dollar liegen könnten, was zu einem potenziellen Gesamtpreis von mehr als 1.000 US-Dollar für das Gerät führen könnte.