Chinesische Technologie- und Cloud-Konzerne wie Alibaba, Tencent und ByteDance haben einem Bericht vom 4. November 2026 zufolge rund 6 Millionen Einheiten des neuen Nvidia-Grafikprozessors RTX Pro 5500 bestellt. Das gesamte Ordervolumen beläuft sich auf geschätzte 70 Milliarden US-Dollar.
Während frühere Schätzungen noch von etwa 35 Milliarden US-Dollar für mehr als 3 Millionen Chips ausgingen, verdoppelt der aktuelle Bericht diesen Auftragswert. Allerdings steht der Chiphersteller Nvidia vor erheblichen Lieferengpässen: In den kommenden vier Monaten kann das Unternehmen voraussichtlich nur etwa 1 Prozent dieser Bestellungen bedienen.
Massive Engpässe bei der Auslieferung
Die kurzfristig verfügbare Liefermenge beläuft sich nach Schätzungen auf lediglich 10.000 bis 60.000 Einheiten. Eine erste Charge von einigen Tausend Exemplaren wird bis Ende 2026 erwartet, gefolgt von einigen Zehntausend Chips um den Februar 2027. Bei einem Stückpreis von über 11.000 US-Dollar für die RTX Pro 5500 rechnen chinesische Käufer intern damit, bis Ende 2027 insgesamt knapp 700.000 Einheiten zu erhalten. Dies würde etwa 12 Prozent des gesamten Auftragsvolumens entsprechen. Eine offizielle Zusage von Nvidia für diese Liefermengen liegt jedoch nicht vor.
Bereits im Oktober 2026 hatte Nvidia Kunden vor drastischen Einschränkungen gewarnt und Lieferquoten von lediglich 5 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt. Weder Nvidia noch die genannten chinesischen Abnehmer haben die genauen Bestellvolumina oder Zeitpläne öffentlich bestätigt; weitere beteiligte Unternehmen wurden in den Berichten nicht namentlich angeführt.
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Priorisierung westlicher Partner und technische Besonderheiten
Nvidia begründet die akute Knappheit mit einem verzögerten Ausbau der Produktionskapazitäten. Zudem priorisiert das Unternehmen Lieferungen von margenstärkeren Chips an US-Kunden wie OpenAI und Anthropic sowie die Vorbereitung auf die Rubin-Plattform, die 2027 in Zusammenarbeit mit dem Auftragsfertiger TSMC anlaufen soll.
Ein Nvidia-Sprecher verwies zudem auf veraltete US-Exportkontrollen sowie auf Chinas eigene Importbeschränkungen als wesentliche Ursachen für die Situation. Zudem soll Nvidia laut einem Bericht vom 4. November 2026 Cloud-Kunden mündlich angewiesen haben, mindestens 51 Prozent ihrer Dienste an Firmen außerhalb Chinas zu vermarkten.
Der Grafikprozessor RTX Pro 5500 verfügt über 21.760 CUDA-Kerne – identisch mit der RTX 5090 – sowie 84 Gigabyte GDDR7-Speicher. Der Chip ist für Inferenz, KI-Agenten, Computer Vision und Simulationen ausgelegt. Er fällt nicht unter die aktuellen US-Exportbeschränkungen und umgeht Lizenzschwierigkeiten, wie sie beim Modell H200 auftreten.
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Marktmacht durch das Software-Ökosystem
Chinesische Kunden greifen trotz der Verzögerungen vor allem wegen Nvidias etablierter CUDA-Softwareumgebung und der bestehenden KI-Infrastruktur auf die Hardware des US-Konzerns zurück.
Einheimische Hardware-Alternativen wie der Huawei Ascend oder der Tiangai 300 von Iluvatar CoreX existieren weitgehend nur auf dem Papier, da die Fertigung beim chinesischen Halbleiterhersteller SMIC weiterhin mit niedrigen Ausbeuten zu kämpfen hat.
Zudem hatte Huawei erst im September 2026 die Preise für seine Spitzenbeschleuniger um 60 Prozent angehoben. Dennoch könnten chinesische Cloud-Anbieter laut Branchenberichten gezwungen sein, mittelfristig verstärkt auf Halbleiter von Huawei, Cambricon oder Pingtouge auszuweichen.
An der Wall Street bleibt die Stimmung für den US-Halbleiterkonzern positiv: 33 Analysten stufen die Nvidia-Aktie derzeit mit einer Kaufempfehlung ein, bei einem durchschnittlichen Kursziel von 323,45 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 56 Prozent entspricht.
Mehr zum Thema bei Tom’s Hardware: „Nvidia can only fulfill 1% of China’s massive $70 billion GPU order for AI chips, report claims — supply …“

