Nvidia RTX Pro 5500: China könnte ByteDance und Alibaba Käufe erlauben

Peking signalisiert mögliche Chipimporte, verlangt aber Angaben zu Bestellmengen und Einsatz; Zeitpunkt und Umfang einer Freigabe bleiben offen.

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China könnte ByteDance und Alibaba den Kauf von Nvidias RTX Pro 5500 genehmigen. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) habe beiden Unternehmen signalisiert, entsprechende Käufe erlauben zu wollen, berichtete das Fachmedium The Information laut zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Das MIIT habe die Konzerne zugleich aufgefordert, geplante Kaufvolumina und den konkreten Verwendungszweck der Chips zu melden.

Bis zu eine Million Chips im Gespräch

Wie das Portal infomaxai.com berichtete, erwägt ByteDance den Kauf von rund einer Million Einheiten des RTX Pro 5500. Die tatsächliche Bestellmenge hänge sowohl von der endgültigen chinesischen Genehmigung als auch von Nvidias Lieferkapazität ab.

In China koste der Chip zwischen 85.000 und 90.000 Yuan, umgerechnet rund 12.528 US-Dollar pro Einheit. Mindestens ein Käufer plane dabei acht Chips pro Server für größere KI-Modelle, was den Bedarf einzelner Abnehmer weiter erhöhen dürfte.

Nvidia selbst plant laut einem Bericht, ab Ende Dezember rund 500.000 Einheiten pro Quartal nach China zu liefern. Der Bestellschluss für diese Lieferphase sei auf den 30. November festgelegt worden.

Ein Workstation-Chip als möglicher Ausweg

Der RTX Pro 5500 wurde am 14. September gelauncht und basiert auf einem GB202-Chip mit 21.760 Kernen sowie 84 Gigabyte GDDR7-Speicher mit ECC-Funktion. Anders als Top-Beschleuniger für Rechenzentren wie der GB300 gilt er als professioneller Workstation-Chip und steht nicht auf der US-Exportkontrollliste.

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Branchenvertreter gehen deshalb davon aus, dass er bestehende US-Exportbeschränkungen umgehen könnte. Ein Nvidia-Sprecher erklärte, dass US-Firmen weiterhin durch veraltete US-Exportkontrollen sowie durch Chinas eigene Importbeschränkungen eingeschränkt blieben; eine Genehmigung für spezifische Firmen habe Nvidia nicht bestätigt.

Alibaba, ByteDance und die chinesische Regierung äußerten sich zu dem Bericht nicht, Reuters konnte die Angaben nach eigenen Angaben nicht sofort verifizieren.

Reaktionen an den Märkten

An der Börse reagierte die Nvidia-Aktie kaum, sie legte um 0,22 Prozent zu, während Alibaba um 0,80 Prozent nachgab. Deutlicher fielen die Reaktionen bei chinesischen KI-Chip-Herstellern aus: Aktien von Biren Technology und Cambricon Technologies gaben in Shanghai aus Sorge vor ausländischer Konkurrenz nach.

Charu Chanana von Saxo bewertete die mögliche Genehmigung als Zeichen von Pragmatismus. Heimische Chips verbesserten sich zwar schnell, es bestünden aber weiterhin Lücken bei Performance, Angebot und dem KI-Ökosystem insgesamt.

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Hintergrund: Chipmangel und politisches Umfeld

Hinter der möglichen Öffnung steht ein akuter KI-Chip-Mangel in China. Huawei-Chef Eric Xu erklärte auf der Konferenz Huawei Connect, die eigene Produktionskapazität reiche nicht aus, um die Inlandsnachfrage zu decken – eine internationale Voll-Expansion sei daher derzeit kein Thema.

Huawei beschleunige stattdessen die Entwicklung der Chips Ascend 960DT und 960PR und erwarte ab dem kommenden Jahr eine verstärkte Nutzung von Ascend-Prozessoren für KI-Training in China.

Nvidia-Chef Jensen Huang bezifferte den Marktanteil seines Unternehmens im chinesischen High-Performance-KI-Chipmarkt zuletzt auf null, nachdem er zuvor bei 95 Prozent gelegen habe. Auf US-Seite erklärte USTR-Vertreter Greer, Halbleiter-Exportkontrollen stünden derzeit nicht auf der Agenda der China-Verhandlungen; eine US-Exportgenehmigung bleibe ungewiss und müsse weiterhin von Fall zu Fall geprüft werden.

Der mögliche Kurswechsel Pekings fällt zeitlich in die Nähe des Treffens zwischen Präsident Xi und Präsident Trump in Washington, bei dem Jensen Huang unter den Gästen eines Staatsbanketts war. Bereits im September 2025 hatte China Tests und Bestellungen des Vorgängermodells RTX Pro 6000D gestoppt.

Genehmigungszeitpunkt, erlaubte Stückzahlen und die genauen Kriterien für eine Freigabe des RTX Pro 5500 sind bislang unklar, während chinesische Behörden parallel weiter auf den Ausbau heimischer Alternativen wie Huawei drängen.