Berichten vom 27. September 2026 zufolge bereitet die chinesische Regierung offenbar den Weg für den Erwerb neuer Hochleistungschips des US-Herstellers Nvidia durch führende inländische Technologieunternehmen. Wie der Branchendienst The Information unter Berufung auf Insiderkreise meldete, signalisierten staatliche Stellen eine mögliche Genehmigung für Konzerne wie ByteDance und Alibaba zum Kauf neuer Prozessoren für High-End-Profirechner.
Bedarfsabfrage durch das Industrieministerium
Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) habe die Unternehmen darüber informiert, dass die Regierung die geplanten Käufe genehmigen wolle. In diesem Zusammenhang habe das MIIT Tech-Firmen bereits nach ihren konkreten Plänen für den Erwerb von Nvidia RTX PRO 5500 Chips befragt. Dabei seien insbesondere Details zur geplanten Stückzahl sowie zum jeweiligen Verwendungszweck angefordert worden.
Branchenvertreter gehen laut entsprechenden Berichten davon aus, dass der RTX PRO 5500 so konzipiert ist, dass er die bestehenden US-Exportbeschränkungen umgeht.
Ein Sprecher von Nvidia erklärte dazu, dass US-Unternehmen weiterhin durch veraltete Exportkontrollen der Vereinigten Staaten sowie durch Chinas eigene Importbeschränkungen in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt blieben. ByteDance und Alibaba lehnten eine Stellungnahme zu den Berichten ab.
Geopolitischer Kontext und Exportkontrollen
Die Signale aus Peking fallen in eine Phase diplomatischer Bewegung zwischen den USA und China. Jüngst kam es zu einem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping, in dessen Folge ein Dialog über das Thema Superintelligenz sowie eine Zollsenkung auf Waren im Wert von 300 Mrd. USD angekündigt wurden.
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Die regulatorische Handhabung von Halbleiter-Lieferungen nach China war in den vergangenen Monaten von ständigen Anpassungen geprägt. Während die US-Regierung kürzlich Beschränkungen für bestimmte Nvidia-Chips älterer Generationen oder geringe Stückzahlen aufhob, wurde im August 2025 eine Lizenz erteilt, die Nvidia die Auslieferung von H20-Chips an ausgewählte chinesische Kunden erlaubte. Dabei mussten 15 % des Umsatzes an die US-Regierung abgeführt werden. Am 13. Januar 2026 stellte das US-Handelsministerium die Prüfung für H200-Modelle und andere Chips auf ein Einzelfallverfahren um.
Auf chinesischer Seite forderte die Cyberspace Administration im September 2025 Unternehmen noch dazu auf, Bestellungen für den RTX Pro 6000D zu stornieren. Im Mai 2026 genehmigten die USA wiederum rund 10 chinesischen Unternehmen den Kauf von H200-Modellen, wobei die Lieferungen erst vor kurzem begannen.
Marktsituation und technologische Entwicklung
Trotz der potenziellen Lockerungen bleibt die Marktposition von Nvidia in China herausfordernd. CEO Jensen Huang erklärte, dass Nvidia den chinesischen Markt für KI-Chips weitgehend an den heimischen Konkurrenten Huawei abgetreten habe.
Gleichzeitig dementierte das Unternehmen Berichte über geplante Lieferungen eines spezifisch für China entwickelten KI-Chips auf Basis einer lizenzierten LPU-Technologie von Groq. Nvidia betonte, dass keine LPU-Verkäufe in China stattfänden und kein entsprechendes Produkt in der offiziellen Roadmap vorgesehen sei.
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Aktuellen Berichten zufolge hat China nun den Import einer ersten Charge von Nvidias H200-KI-Chips genehmigt. Diese Prozessoren gelten als zentral für chinesische Technologieunternehmen, um große Sprachmodelle (LLMs) zu trainieren. Die Geräte sollen den geltenden Exportkontrollen entsprechen.
Eine offizielle Bestätigung der durch The Information verbreiteten Informationen liegt bisher nicht vor; Reuters konnte den Bericht bislang nicht unabhängig verifizieren. Auch der genaue Zeitpunkt für die weiteren in Aussicht gestellten Genehmigungen durch das MIIT bleibt unklar.

