Nvidia RTX Pro 5500: Chinesische Kunden könnten nur 5 bis 10 Prozent erhalten

Nvidia kann die Nachfrage nach RTX Pro 5500 kaum bedienen; die reguläre Auslieferung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

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Die chinesischen Technologiekonzerne ByteDance, Alibaba und Tencent haben laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters mehr als 3 Millionen Nvidia RTX Pro 5500 Workstation-Karten bestellt.

Der gesamte Listenpreis für dieses Auftragsvolumen beläuft sich auf über 35 Milliarden US-Dollar, was einem rechnerischen Stückpreis von rund 11.400 US-Dollar pro Karte entspricht. ByteDance, Alibaba und Tencent reagierten auf Anfragen der Nachrichtenagentur nicht.

Hohe Nachfrage trifft auf begrenzte Fertigungskapazitäten

Das enorme Bestellvolumen stellt den US-Chiphersteller vor erhebliche logistische Herausforderungen. Nvidia hat Kunden und Partnern mitgeteilt, die Bestellungen nicht garantieren zu können, da die Nachfrage den aktuellen Produktionsplan weit übersteige.

Nach Angaben aus Branchenkreisen könnten Partner möglicherweise nur 5 bis 10 Prozent der georderten Menge tatsächlich erhalten. Weltweit kann Nvidia im Jahr 2027 laut einer weiteren Quelle höchstens 3 Millionen Einheiten der RTX Pro 5500 fertigen.

Die Bestellungen der drei Großkonzerne sind zudem Teil eines noch größeren Beschaffungsschubs aus China. Laut zwei Branchenquellen belaufen sich die Gesamtbestellungen chinesischer Kunden inzwischen auf über 6 Millionen Stück. Bereits am 13. Oktober 2026 kündigte das Unternehmen Tansun Technology den Kauf von 20.000 RTX Pro 5500 Karten an. Ein Branchenkenner berichtet, dass Nvidia pro Quartal maximal 500.000 Karten nach China liefern werde.

Technische Ausstattung und regulatorische Einordnung

Bei der RTX Pro 5500 handelt es sich um eine Workstation-Karte und nicht um einen dedizierten Rechenzentrumschip. Dadurch erfüllt das Modell die bestehenden US-Exportkontrollen. Andere Beschleuniger unterliegen strengen Auflagen: Nvidias B300 darf nicht nach China verkauft werden, während Ausfuhren des Typs H200 nur fallweise genehmigt werden.

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Nvidias Vorstandsvorsitzender Jensen Huang verwies in der Vergangenheit darauf, dass US-Restriktionen den Marktanteil des Unternehmens im Segment chinesischer KI-Rechenzentrumschips von einer fast monopolistischen Stellung auf praktisch null gedrückt haben.

Chinesische Firmen beabsichtigen, die Karten vor allem für KI-Inferenzaufgaben zu nutzen. Das Modell verfügt über 84 Gigabyte GDDR7-Speicher und dieselbe Anzahl an CUDA-Kernen wie die RTX 5090, bleibt jedoch weniger leistungsstark als die H200 und die B300. Laut Branchenangaben liegt die theoretische Rechenleistung bei FP4- und FP8-Berechnungen etwa doppelt so hoch wie bei der früheren RTX PRO 6000D.

Zudem unterstützt die Karte Multi-Instance GPU mit zwei Partitionen zu je 42 Gigabyte. Das neue Modell ähnelt der eingestellten RTX 6000D, deren Marktpreis sich in China verdoppelt hatte. Die erwarteten Lieferpreise in China liegen bei 80.000 bis 120.000 Yuan, während Großkundenpreise bei rund 85.000 Yuan angesetzt werden.

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Ausrichtung der Fertigung und Auslieferungszeitplan

Die Verfügbarkeit der Karte dürfte auch durch strategische Fertigungsentscheidungen begrenzt bleiben. Ab 2027 plant Nvidia, den Großteil der Kapazitäten beim Auftragsfertiger TSMC für die Rubin-Plattform anstelle der RTX Pro 5500 zu reservieren.

Erste Muster der Karte sind für Dezember vorgesehen, während die reguläre kommerzielle Auslieferung für das erste Quartal 2027 geplant ist. Einzelne Berichte nennen einen Auslieferungsbeginn ab Ende Dezember, während Informationen aus Distributionskanälen einen Start ab Ende November für möglich halten.

Ein Branchenexperte geht jedoch davon aus, dass die Serienlieferung frühestens im ersten Quartal 2027 anlaufen wird. An den Finanzmärkten reagierten Anleger verhalten: Die Aktie von Nvidia notierte vorbörslich 0,18 Prozent tiefer beziehungsweise gab um 0,19 Prozent auf 216,69 US-Dollar nach.