Nvidia Rubin: HBM4-Spezifikation sinkt von 11,7 auf 9,6 Gbps pro Pin

Oracle stellt Vera-Rubin-Instanzen bereit und plant 150.000 CPUs im laufenden Quartal; OpenAI nutzt die Plattform bereits.

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Oracle stellt als erster Hyperscaler Recheninstanzen auf Basis von Nvidias Vera-Rubin-Architektur bereit. Auf der Fachkonferenz Oracle AI World in Las Vegas gaben beide Unternehmen die allgemeine Verfügbarkeit der Vera Rubin NVL72 sowie eigenständiger Vera-Prozessoren auf der Cloud-Plattform Oracle Cloud Infrastructure (OCI) bekannt, wie am 27. Oktober 2026 berichtet wurde.

Rollout der Vera-CPUs und flexible Skalierung

Für das laufende Quartal plant Oracle ein Erstdeployment von 150.000 Vera-CPUs in ausgewählten Regionen. Die Prozessoren verfügen über 88 Kerne sowie 176 Threads und bieten eine LPDDR5X-Speicherbandbreite von bis zu 1,2 TB/s. Laut von Oracle vorgelegten Tests erreichen die Chips im Vergleich zu führenden x86-Prozessoren eine 2,2-fach höhere Speicherbandbreite pro Thread sowie einen um 51 Prozent höheren Python-Durchsatz.

Auf OCI erhalten Kunden erstmals die Möglichkeit, CPU- und GPU-Ressourcen unabhängig voneinander zu skalieren. Die getrennte Zuweisung soll ungenutzte Überkapazitäten in Rechenzentren reduzieren.

Nvidia bezifferte Leistungsvorteile auf eigener Plattformhardware auf bis zu 80 Prozent höhere Performance bei agentenbezogenen CPU-Workloads gegenüber führenden x86-Modellen, merkte jedoch an, dass diese Werte nicht auf OCI-Instanzen ermittelt wurden. Konkrete Instanznamen, Regionen oder Preise für Vera Rubin NVL72 nannte Oracle bislang nicht.

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Ausbau der Supercluster-Infrastruktur

Oracle und Nvidia planen, die OCI Superclusters mit Vera Rubin NVL72 künftig auf eine Multi-Gigawatt-Skala auszubauen, nannten dafür aber weder einen konkreten Zeitplan noch genaue Leistungswerte. Die NVL72-Racks verknüpfen 72 Grafikprozessoren pro Rack über NVLink.

Beim Netzwerk setzt Oracle auf das hauseigene Oracle Acceleron, das Teile der Netzwerktechnik von Nvidia ersetzt und mit Nvidias Spectrum-X-Ethernet kombiniert wird. Zum Einsatz kommen Spectrum-6-Switches und BlueField-4-Datenverarbeitungseinheiten (DPUs).

Das Acceleron-Netzwerk liefert 102,4 Tb/s Spectrum-X-Ethernet, ConnectX-9 SuperNICs und ist als Zwei-Tier-Netz mit 8-Plane-Architektur für mehr als 131.000 GPUs ausgelegt. Insgesamt soll die Netzwerkinfrastruktur über Hunderttausende GPUs skalieren.

Laut Angaben von Oracle bietet das System mit HBM4-Speicher und NVLink 6 einen bis zu 30-fach höheren Inferenz-Durchsatz pro Watt sowie einen vierfachen Leistungssprung beim KI-Training gegenüber der vorherigen Blackwell-Generation.

Zusätzlich planen die Partner Systeme des Typs HGX Rubin NVL8 mit acht Rubin-GPUs und zwei 64-Kern-Prozessoren vom Typ Intel Xeon 6, 4 TB DDR5-Speicher sowie 6,4 Tbps RDMA; ein Verfügbarkeitsdatum steht noch aus.

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Industrielle Nutzung und wirtschaftlicher Rahmen

Der KI-Entwickler OpenAI setzt die Plattform bereits ein. Das Unternehmen bringt Vera-Prozessoren für agentische Sandbox-Workloads in Produktion. Zuvor trainierte OpenAI das Modell GPT-6 Astra an einem OCI-Standort in Abilene im US-Bundesstaat Texas auf einem Supercluster mit über 100.000 Nvidia-Blackwell-GPUs, wie aus Veröffentlichungen von Nvidia hervorgeht.

Oracle weitet den Chip-Liefervertrag mit Nvidia im Zuge des Rollouts auf Server im Multi-Gigawatt-Bereich aus. Das Unternehmen hält dabei an seinem Investitionsziel von rund 90 bis 95 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2027 fest. Nvidias Vorstandschef Jensen Huang hatte zuvor erklärt, dass Vera-Rubin-Systeme Umsätze von bis zu 40 Milliarden US-Dollar pro Gigawatt erzielen könnten.

Im Vorfeld des Starts passte Nvidia Spezifikationen der Rubin-Serie an. Zwischen dem 1. und 11. September 2026 reduzierte der Hersteller auf Datenblättern die HBM4-Geschwindigkeit von 11,7 auf 9,6 Gbps pro Pin. Im NVL72-Rack sank die Speicherbandbreite infolgedessen von 1.580 auf 1.400 TB/s, während die NVLink-Bandbreite pro GPU von 1,8 auf 1,5 TB/s korrigiert wurde.

Als Ursache nannten Berichte Herausforderungen bei der Signalintegrität. Industrieberichte werten den Schritt als Maßnahme, Fertigungstoleranzen der Speicherzulieferer auszugleichen und höhere Produktionsvolumina zu sichern.