Nvidia Rubin Ultra: Speicher-Kürzung auf 192 GB wegen HBM-Mangel

Nvidia testet für Rubin Ultra reduzierte Speichervarianten, um Lieferengpässe bei HBM4 zu umgehen. Die Rechenleistung bleibt trotz geringerer Kapazität unverändert.

Der US-amerikanische Chiphersteller Nvidia testet gegenwärtig neue Konfigurationen für seine kommenden Rubin-Ultra-Grafikprozessoren, die sich durch eine deutliche Reduzierung des Arbeitsspeichers auszeichnen. Berichten vom Anfang August zufolge reagiert das Unternehmen damit auf eine drohende Knappheit bei modernsten Speicherkomponenten sowie auf die massiv gestiegenen Produktionskosten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

Anpassung der Spezifikationen und Hardware-Varianten

Nvidia evaluiert derzeit mindestens drei verschiedene Varianten der Rubin-Ultra-Architektur mit verringerten Speicherkapazitäten. In aktuellen Testreihen kommen Konfigurationen mit 192 GB und 256 GB zum Einsatz. Ursprünglich wurde für diese High-End-Produkte ein Speicherausbau von bis zu 288 GB oder in maximalen Ausbaustufen sogar bis zu 1 TB HBM (High Bandwidth Memory) erwartet. Branchenbeobachter von TrendForce bestätigten, dass Nvidia diese drei reduzierten Spezifikationen prüft, um die Lieferbarkeit der Hardware sicherzustellen.

Ein wesentlicher Grund für diese Anpassung ist der Mangel an HBM4E-Speichermodulen. Um diesen Engpass zu umgehen, erwägt Nvidia für den Rubin Ultra, der für die zweite Jahreshälfte 2026 bzw. die Auslieferung Ende 2027 vorgesehen ist, eine Rückstufung auf HBM4 mit 8 oder 12 Lagen anstelle der ursprünglich geplanten 12-Lagen-HBM4E-Technologie. Trotz der Reduzierung des physischen Speichers von beispielsweise 288 GB (12-Hi) auf 192 GB (8-Hi) soll die Rechenleistung in FLOPS nach derzeitigem Stand unverändert bleiben, während die Leistungsaufnahme mit 1800 Watt angegeben wird.

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Massive Kostensteigerungen bei Speicherkomponenten

Die wirtschaftliche Notwendigkeit für diese Anpassungen wird durch aktuelle Analysen von Finanzhäusern untermauert. Goldman Sachs berichtet, dass der Anteil der Speicherkosten an den gesamten Materialkosten (Bill of Materials, BOM) bei der Vera-Rubin-Generation auf 62 Prozent gestiegen ist. Zum Vergleich: Bei der Vorgängergeneration GB300 lag dieser Anteil noch bei 53 Prozent. Für ein vollständiges Vera Rubin NVL72-Rack beziffern Analysten die Gesamtkosten auf etwa 7,8 Millionen US-Dollar, wovon allein rund 2 Millionen US-Dollar auf die Speichermodule entfallen.

Zusätzliche Daten von Morgan Stanley beziffern den Anteil der Speicherkosten bei Vera Rubin auf 25,7 Prozent der Materialkosten, was einen signifikanten Anstieg gegenüber früheren Modellen darstellt. Ein einzelner Superchip wird demnach mit 38.902 US-Dollar kalkuliert, wobei die Kosten für den integrierten Speicher allein 24.297 US-Dollar betragen. Diese Entwicklung verdeutlicht den enormen Preisdruck, der durch die hohe Nachfrage nach HBM-Komponenten entsteht.

Strategische Planung und Liefertermine

Nvidia-CEO Jensen Huang betonte in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit führenden Speicherherstellern wie Samsung, SK Hynix und Micron, um die Versorgung mit HBM4 sicherzustellen. In Branchenberichten wird zudem ein Deal mit SK Hynix im Volumen von 500 Milliarden US-Dollar erwähnt, um die langfristige Belieferung zu gewährleisten.

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Trotz der aktuellen Tests mit reduzierten Speicherkonfigurationen setzt Nvidia auf eine Strategie flexibler Produktvarianten (SKUs). Während für den Standard-Rubin-Chip weiterhin 288 GB HBM4 und für die Ultra-Version bis zu 1 TB HBM4E im Gespräch sind, dienen die Varianten mit 192 GB und 256 GB als Puffer für mögliche anhaltende Lieferengpässe.

Die Produktion der Vera-Rubin-Serie ist bereits angelaufen, wobei die ersten Auslieferungen für das dritte Quartal 2026 erwartet werden. Die leistungsstärkeren Rubin-Ultra-Modelle sollen nach aktueller Planung Ende 2027 auf den Markt kommen. Inwiefern die nun getesteten Speicherkürzungen, die bei manchen Konfigurationen bis zu 81 Prozent gegenüber den Maximalankündigungen ausmachen könnten, die endgültigen Serienprodukte betreffen, wird von der weiteren Entwicklung der globalen HBM-Verfügbarkeit abhängen.