Kriminelle Netzwerke haben Nvidias Hochleistungsprozessoren im Wert von mehreren Milliarden Dollar nach China geschmuggelt. Die Behörden in Singapur, den USA und Taiwan gehen nun massiv dagegen vor.
Der Fall Super Micro: 2,5 Milliarden Dollar illegal verschoben
Die US-Justiz hat Anklage gegen einen Mitgründer des Serverherstellers Super Micro Computer erhoben. Yih-Shyan „Wally“ Liaw soll gemeinsam mit Komplizen Nvidia-Server im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar nach China gebracht haben. Die Masche: Scheinfirmen, manipulierte Etiketten und ein Mittelsmann in Südostasien verschleierten den wahren Bestimmungsort der Ware.
Die Ermittler werfen der Gruppe Verstöße gegen den Export Control Reform Act vor. Das Netzwerk soll bereits 2024 mit seinen Aktivitäten begonnen haben.
Schmuggel über Singapur und Malaysia
Ein weiterer Fall zeigt die Dimension des illegalen Handels: Zwischen Oktober 2022 und Juli 2025 sollen die chinesischen Staatsbürger Chuan Geng und Shiwei Yang Nvidia H100-GPUs über Singapur und Malaysia verschifft haben. Insgesamt 21 Lieferungen wurden abgewickelt – darunter eine Zahlung von einer Million Dollar aus China.
Die US-Behörden haben Anklage erhoben. Den Beschuldigten drohen bis zu 20 Jahre Haft.
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Taiwan und Singapur als Drehkreuze
Auch die taiwanesische Justiz ermittelt. Drei Verdächtige sollen Nvidia-Chips zunächst nach Japan exportiert und von dort nach China weitergeschleust haben.
In Singapur stehen Li Ming, Alan Wei Zhaolun und Aaron Woon Guo Jie vor Gericht. Die Vorwürfe: Betrug und Verstöße gegen das Computer-Missbrauchsgesetz. Konkret geht es um Server-Exporte nach Malaysia, die mutmaßlich verbotene Nvidia-Komponenten enthielten. Die Verfahren wurden Ende Juni 2026 fortgesetzt. Einige Angeklagte kamen gegen Kautionen zwischen 600.000 und einer Million Dollar frei.
Luxusvilla beschlagnahmt – neue Strategie der Ermittler
Die Behörden verschärfen ihre Taktik. Ende Juli 2026 beschlagnahmte die singapurische Polizei eine Luxusvilla im Wert von 42 Millionen Dollar (55 Millionen Singapur-Dollar). Das Anwesen soll dem CEO der Aperia Group, Wei Zhaolun, gehören. Ermittler gehen davon aus, dass rund zwei Drittel des Kaufpreises aus dem illegalen Chip-Handel stammen.
Erstmals stehen in Singapur auch Unternehmen im Visier der Ermittler: Die Aperia Group und die Firma Luxuriate Your Life müssen sich wegen Geldwäsche verantworten.
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Null Toleranz für verbotene Technologie
Singapurs Behörden haben eine Null-Toleranz-Politik angekündigt. Das Finanzsystem dürfe nicht für den Handel mit sensiblen Dual-Use-Technologien genutzt werden.
Die US-Exportkontrollen von 2022 verbieten den Verkauf bestimmter Nvidia-Chips nach China. Grund sind Bedenken über den militärischen Einsatz der Technologie. Nvidia selbst distanziert sich vom Schmuggel seiner Produkte – das Unternehmen sei nicht in die illegalen Geschäfte verwickelt, betont der Konzern.

