NVIDIA bricht mit seinem Release-Rhythmus: Der Tech-Riese wird im laufenden Jahr voraussichtlich keine neuen GeForce-Grafikkarten auf den Markt bringen. Grund ist eine schwere globale Knappheit an Speicherchips. Damit entfällt nicht nur das erwartete „SUPER“-Refresh der aktuellen RTX-50-Serie, auch der Zeitplan für die nächste Generation RTX 60 gerät ins Wanken.
RTX 50 SUPER: Erhoffter Leistungsschub fällt aus
PC-Enthusiasten müssen sich gedulden. Der geplante Leistungssprung durch Modelle wie eine RTX 5080 SUPER oder 5070 SUPER ist vorerst auf Eis gelegt. NVIDIA kann derzeit nicht genügend Hochgeschwindigkeitsspeicher vom Typ GDDR7 beschaffen. Dieser ist aber essenziell, um parallel die bestehende RTX-50-Serie und eine neue, speicherhungrige SUPER-Variante zu produzieren. Der Schritt markiert eine deutliche Abkehr von der etablierten Strategie, mit Zwischen-Upgrades die Produktpalette frisch zu halten.
Domino-Effekt: Auch RTX 60 droht Verzögerung
Die Produktionsprobleme wirken wie ein Dominoeffekt. Sie gefährden nun auch den Zeitplan für die nächste GPU-Architektur, die RTX-60-Serie. Bislang kursierten Gerüchte über einen Start in der zweiten Hälfte 2027. Branchenbeobachter halten es nun für möglich, dass die Massenproduktion bis ins Jahr 2028 verschoben wird. Das würde eine beispiellose Lücke in NVIDIAs Release-Kalender reißen. Das Unternehmen konzentriert sich offenbar darauf, die hohe Nachfrage nach den aktuellen Blackwell-GPUs zu bedienen, anstatt in einer angespannten Lieferkette neue Modelle einzuführen.
Markt im Ausnahmezustand: Hohe Nachfrage, explodierende Preise
Der Stopp neuer Releases kommt in einem turbulenten Marktumfeld. Die Nachfrage nach High-End-Karten wie der RTX 5090 und RTX 5080 ist enorm, die Preise schießen in die Höhe. Einige Modelle werden derzeit 45 bis 75 Prozent über der unverbindlichen Preisempfehlung gehandelt. Limitierte Restocks der Founders Editions zu UVP sind binnen Minuten ausverkauft. Getrieben wird dieser Boom von Gamern und KI-Profis, die die Karten für rechenintensive Aufgaben nutzen. Für NVIDIA ist es unter diesen Bedingungen sinnvoller, die Produktion der bestehenden Modelle zu maximieren, statt sie mit neuen Varianten weiter zu verzetteln.
Analyse: KI-Boom erstickt Gaming-Markt
Die Pause bei NVIDIA hinterlässt ein Vakuum im PC-Hardware-Markt. Für Verbraucher bedeutet das: Die RTX-50-Serie bleibt auf absehbare Zeit das Top-Angebot – bei weiterhin angespannter Verfügbarkeit und hohen Preisen. Könnten Wettbewerber die Komponentenknappheit besser meistern, ergäbe sich für sie eine strategische Chance. Das Kernproblem ist der heftige Konkurrenzkampf um Speicherchips. Die KI-Branche mit ihren Hochmargin-Produkten für Rechenzentren beansprucht dieselbe Fertigungskapazität wie der Gaming-Markt. Die Spekulation liegt nahe, dass NVIDIA die Produktion priorisiert – zugunsten von KI-Beschleunigern und zulasten von Consumer-Grafikkarten.
Ausblick: Warten auf stabile Lieferketten
Für die PC-Gaming-Community heißt das: Vor 2027 sind keine neuen GPU-Architekturen von NVIDIA zu erwarten. Auch ein Ultra-Modell wie eine „RTX 5090 Ti“ oder ein „TITAN“ in diesem Jahr gilt als extrem unwahrscheinlich. Der Fokus 2026 liegt auf der Produktion der bestehenden Blackwell-Karten. Alle Blicke richten sich nun auf die globale Speicherchip-Fertigung. Sie ist zum primären Flaschenhals und damit zum Schlüsselfaktor für den Start der nächsten Gaming-Generation geworden.





