NVIDIA schwenkt in der Grafikkarten-Strategie überraschend um. Statt einer breiten RTX-50-SUPER-Auffrischung 2026 plant der Konzern offenbar ein einziges, limitiertes Top-Modell für das dritte Quartal. Parallel schießen die Preise für aktuelle Modelle in ungeahnte Höhen.
Strategiewechsel: „Mega“-Modell statt Super-Refresh
Neueste Branchenberichte deuten auf einen fundamentalen Kurswechsel beim Grafikkarten-Riesen hin. NVIDIA hat Pläne für eine SUPER-Variante der aktuellen Blackwell-Architektur für 2026 offenbar gestrichen. Das berichten unter anderem Overclocking.com und TweakTown. Anstelle einer ganzen Produktfamilie arbeitet das Unternehmen nun an einem singulären Ultra-Flaggschiff.
Diese GPU, intern wohl „Mega“ RTX 5090 oder ein Nachfolger der TITAN-Serie genannt, soll pünktlich zum „Back-to-School“-Geschäft im dritten Quartal 2026 erscheinen. Für NVIDIA bricht diese Entscheidung mit einer langen Tradition: Bisher folgte auf eine Architektur-Einführung stets etwa ein Jahr später eine breit angelegte Auffrischung der gesamten Modellpalette – wie zuletzt bei der RTX-40-SUPER-Serie.
Das gehypte Top-Modell soll die volle Leistung der Blackwell-Architektur ausschöpfen, wahrscheinlich durch die Aktivierung aller Kerne des GB202-Chips. Doch es wird kein Massenprodukt: Die Karte soll exklusiv als „Founders Edition“ oder in streng limitierter Stückzahl bei Partnern erscheinen. Sie dient damit primär als Prestigeobjekt, nicht als allgemeines Upgrade für Gamer. Treiber dieser Kehrtwende sind laut Insidern massive Engpässe in der Speicher-Lieferkette, die einen breiten Rollout neuer SUPER-Modelle unmöglich machen.
Preisexplosion: RTX 5090 kostet 55 Prozent mehr
Während der High-End-Markt auf das mögliche neue Flaggschiff wartet, sind die Preise für die aktuellen RTX-50-Modelle außer Kontrolle geraten. Seit Juli 2025 ist der Preis für die RTX 5090 um rund 55 Prozent gestiegen.
Aktuelle Marktbeobachtungen zeigen ein dramatisches Bild: Basis-Modelle der RTX 5090, die noch vor Kurzem zum offiziellen UVP von umgerechnet etwa 2.200 Euro erhältlich waren, sind praktisch ausverkauft. Stattdessen listen Händler Modelle wie die Zotac RTX 5090 Solid für bis zu 3.400 Euro. In Südkorea sollen die Preise für die Top-Karte zuletzt die Marke von umgerechnet 4.600 Euro überschritten haben.
Auch die Mittelklasse bleibt nicht verschont. Seit Gerüchte über Produktionsdrosselungen die Runde machen, ist die Verfügbarkeit der RTX 5070 Ti stark eingebrochen. Australische Händler rechnen bei einer Wiederauffüllung der Lager mit Preissprüngen auf umgerechnet über 1.100 Euro.
GDDR7-Engpass und Produktionskürzungen
Experten sprechen von einer „perfekten Sturmflut“ aus Produktionskürzungen und Komponentenknappheit. NVIDIA hat die Fertigung von Consumer-GPUs der RTX-50-Serie offenbar zugunsten seiner profitablen KI-Beschleuniger zurückgefahren. Beide Produktlinien konkurrieren um die gleichen Fertigungskapazitäten.
Ein kritischer Flaschenhals ist der GDDR7-Speicher. NVIDIA informierte seine Board-Partner bereits Mitte Januar über steigende Preise für Speicherpakete. Die Knappheit wird durch die unersättliche Nachfrage nach KI-Rechenleistung noch verschärft, die sich die gleichen fortschrittlichen Halbleiter-Verpackungs- und Speicher-Lieferketten teilt.
Für Gamer beginnt eine Durststrecke. Mit der gestrichenen SUPER-Serie und der auslaufenden Produktion aktueller Modelle klafft eine Versorgungslücke, die sich wohl erst Ende 2027 schließen wird.
Ausblick: Lange Wartezeit auf die RTX-60-Generation
Die Konsequenzen dieser Woche reichen weit über die aktuellen Preisschilder hinaus. Durch den Ausfall des SUPER-Refreshes 2026 verschiebt sich der Zeitplan für die nächste Grafikkarten-Generation.
Der Nachfolger der Blackwell-Architektur, die RTX-60-Serie (Codename „Rubin“), könnte sich nun bis Ende 2027 verzögern. Das würde eine fast dreijährige Lücke zwischen den großen Architektur-Sprüngen bedeuten. Spieler müssen sich also auf absehbare Zeit mit dem aktuellen Markt aus hohen Preisen und geringer Verfügbarkeit arrangieren.
Enthusiasten, die jetzt upgraden wollen, stehen vor einer schwierigen Wahl: Sollen sie horrende Aufschläge für verbliebene RTX-50-Ware zahlen oder auf das gehypte „Mega“-Flaggschiff im dritten Quartal warten? Dessen Preis wird voraussichtlich im Bereich der teuersten Workstation-Karten liegen.





