Nvidia übertrifft alle Erwartungen – Rekordquartal dank KI-Boom

Nvidia überrascht mit starkem Quartalsumsatz dank KI-Boom, kündigt Aktienrückkauf an und sieht sich wachsender Konkurrenz gegenüber.

Der US-Chipriese Nvidia hat die Finanzwelt überrascht: Mit einem Umsatz von umgerechnet rund 75 Milliarden Euro im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen deutlich. Treiber des Wachstums ist die ungebrochene Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Die Zahlen, die Nvidia am Mittwoch vorlegte, sprechen eine deutliche Sprache: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent. Besonders das Rechenzentrumsgeschäft boomt – mit einem Plus von 92 Prozent auf knapp 69 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der gesamte DAX-Konzern SAP setzte im vergangenen Jahr rund 34 Milliarden Euro um.

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„Agentic AI“ als neues Paradigma

Nvidias Führung spricht längst von einer neuen Ära: der „Agentic AI“ – also KI-Systemen, die eigenständig handeln können. Die neue Vera-Rubin-Architektur soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Das Unternehmen positioniert sich zunehmend auch als Anbieter von CPUs, nicht nur von Grafikprozessoren.

Der Vorstand reagierte auf die starke Performance mit einem Aktienrückkaufprogramm in Höhe von rund 73 Milliarden Euro. Zudem wird die Quartalsdividende auf 0,25 US-Dollar je Aktie angehoben.

Rechenzentren als Wachstumsmotor

Der Run auf KI-Rechenleistung verändert die gesamte Branche. Immer mehr Unternehmen und Staaten bauen sogenannte „KI-Fabriken“ – riesige Cluster aus Grafikprozessoren für das Training komplexer Modelle. Nvidia rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatz von rund 83 Milliarden Euro.

Ein wichtiger Treiber ist die Blackwell-Plattform, die zusammen mit dem neuen Vera-Chip die Kosten und den Energieverbrauch massiver KI-Cluster senken soll. Die professionelle Grafikkarte RTX PRO 6000 Blackwell kommt mit 96 Gigabyte GDDR7-Speicher und 24.064 CUDA-Kernen auf den Markt – zum Preis von rund 8.500 Euro.

Auch die Software-Seite rüstet auf: Mit DLSS 4.5 bringt Nvidia eine Technologie, die bis zu fünf berechnete Bilder pro gerendertem Frame erzeugen kann. Diese Funktion bleibt der GeForce-RTX-50-Serie vorbehalten.

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China-Geschäft unter Druck

Doch nicht alles läuft rund. Der chinesische Markt, einst ein wichtiger Umsatzbringer, bricht weg. Der Anteil am Gesamtumsatz fiel von 13 auf fünf Prozent – und könnte weiter sinken. Der Grund: verschärfte US-Exportkontrollen und chinesische Regulierungsbehörden, die selbst Gaming-Grafikkarten wie die RTX 5090D V2 blockieren.

Nvidia kalkuliert für das zweite Quartal bereits ohne Einnahmen aus China. Die Lücke füllen chinesische Wettbewerber: Alibabas Chip-Tochter T-Head brachte am Mittwoch den Zhenwu M890 auf den Markt – eine direkte Konkurrenz zur H100 mit 144 Gigabyte Speicher. Über 560.000 Chips wurden bereits ausgeliefert.

Neue Herausforderer drängen auf den Markt

Auch andere Wettbewerber machen Nvidia das Leben schwer. Cerebras Systems präsentierte einen chip, der KI-Modelle mit einer Billion Parametern rund 6,7-mal schneller verarbeitet als herkömmliche GPU-Lösungen. Das Startup Bolt Graphics verspricht mit seiner „Zeus“-Architektur die fünffache Leistung der RTX 5090 bei weniger als der Hälfte des Stromverbrauchs.

AMD wiederum drängt mit der Ryzen-AI-Max-400-Serie in den KI-PC-Markt. Die Prozessoren mit bis zu 192 Gigabyte Arbeitsspeicher sollen ab dem dritten Quartal 2026 verfügbar sein.

Blick nach vorn

Nvidia startet mit vollen Auftragsbüchern und einem dicken Finanzpolster in die zweite Jahreshälfte. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Der Verlust des China-Geschäfts zwingt das Unternehmen, neue Märkte zu erschließen – etwa mit KI-integrierten CPUs.

Die entscheidende Frage wird sein, ob Nvidia seine Margen halten kann, während Wettbewerber wie Alibaba, Cerebras und AMD aufholen. Der Kampf um die Vorherrschaft bei „Agentic AI“ hat gerade erst begonnen.