Die Preise für Grafikkarten explodieren – angetrieben durch eine akute Speicherknappheit, die auf die unersättliche Nachfrage der Künstlichen Intelligenz zurückgeht. Der globale Markt für Gaming-Hardware steuert auf die schwerste Preiskrise seit den Engpässen der frühen 2020er Jahre zu. Die offiziellen UVP-Preise sind für Verbraucher praktisch nicht mehr erhältlich.
Nvidia-Flagschiffe binnen Minuten ausverkauft
Die Dramatik zeigte sich am gestrigen Samstag: Nvidia bot kurzzeitig RTX 50-Series-Karten zum UVP auf seinem Marktplatz an. Der Vorrat der GeForce RTX 5090 zum Listenpreis von 2.099 Euro war innerhalb von sieben Minuten ausverkauft. Das High-End-Modell RTX 5080 (UVP: 1.059 Euro) folgte bis 10:20 Uhr.
Diese flüchtige Verfügbarkeit zwingt Kunden zu Drittanbietern, wo die Realität anders aussieht. Partnerkarten der RTX 5090 werden häufig über 3.000 Euro gelistet, mit einem Median-Straßenpreis von rund 3.566 Euro – ein Aufschlag von fast 70 Prozent. Die befürchtete „Februar-Erhöhung“ ist damit voll eingetreten. Selbst die länger verfügbare Mittelklasse-RTX 5070 signalisiert: Die Nachfrage verlagert sich und bringt nun auch dieses Segment unter Druck.
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KI-Nachfrage verknappt VRAM und zwingt zum Strategiewechsel
Der Treiber der Preisexplosion ist ein Engpass bei Speicherchips. Die Kosten für GDDR7 und schnelles GDDR6 schießen in die Höhe, weil Halbleiterhersteller ihre Kapazitäten auf Enterprise-KI-Beschleuniger umstellen. Die Unterhaltungselektronik muss zurückstecken.
Neue Informationen deuten darauf hin, dass Nvidia seine Produktionsstrategie anpasst. Das Unternehmen soll den Fokus auf Karten mit geringerer Speicherkapazität legen, um das Volumen zu halten. Gerüchten zufolge könnten 8GB- und 12GB-Modelle wie die RTX 5060 und 5070 bis zu 75 Prozent der Auslieferungen in diesem Quartal ausmachen.
Diese Strategie hilft Herstellern, sich vor den volatilen Speicherkosten zu schützen und günstigere Produkte im Regal zu halten. Für Enthusiasten, die für 4K-Gaming oder kreative Anwendungen viel VRAM benötigen, bleibt jedoch nur die überteuerte Flaggschiff-Klasse.
Auch AMD Radeon RX 9000 von Preisspirale erfasst
Traditionell als preiswertere Alternative positioniert, kann sich auch AMD den Marktkräften nicht entziehen. Die neu erschienene Radeon RX 9000-Serie unterliegt ähnlichem Druck. Die RX 9070 und RX 9070 XT sind zu ihren UVPs von 549 bzw. 599 Dollar kaum noch zu finden.
Lagerverfolgungsdaten zeigen: Zwar sind AMD-Karten verfügbarer als Nvidias, doch auch hier steigen die Straßenpreise. Die RX 9070 XT mit 16 GB GDDR6 wird zum Ziel für Spieler, die aus Nvidias Ökosystem gepreist werden. Die Folge: Auch bei AMD weichen die Händlerpreise zunehmend von der UVP ab. Besonders Karten mit großen Speicherpuffern sind betroffen, da die Speichermodule hier den größten Kostenblock darstellen.
Analyse: KI-Boom löst Crypto-Mining als Preistreiber ab
Die aktuelle Lage erinnert an den Crypto-Mining-Boom, doch der Katalysator hat sich geändert: von Blockchain zu Generativer KI. Der Unterschied 2026: Der Engpass wird durch die Rohstoffkosten der Komponenten – insbesondere des Speichers – verursacht, nicht nur durch die GPUs selbst. Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Hochleistungsspeicher, wodurch Grafikkarten um die gleichen, begrenzten Fertigungsressourcen konkurrieren.
Der minutenweise Ausverkauf zum UVP trotz hoher absoluter Preise zeigt eine ungebrochen starke Nachfrage. Dies bestärkt Händler und Distributoren, die hohen Preise beizubehalten. Der mutmaßliche Produktionsshift hin zu Low-VRAM-Karten legt nahe, dass die Hersteller mit langfristig hohen Speicherkosten rechnen.
Ausblick: Entspannung ist kurzfristig nicht in Sicht
Für das erste Quartal 2026 bleibt die Preislage für Verbraucher angespannt. Experten rechnen kurzfristig nicht mit einer Rückkehr zu UVP-Verfügbarkeit. Die Engpässe bei GDDR-Speicher dürften anhalten und den Preis für High-End-GPUs bis in den Frühling hinein hochtreiben.
Auf Entspannung müssen Verbraucher wohl bis zu Lieferkettenanpassungen später im Jahr warten. Bis dahin wird sich der Markt spalten: Ein reichliches Angebot an Einsteigerkarten mit wenig VRAM zu stabilen, aber erhöhten Preisen – und eine anhaltende Knappheit bei Highend-Modellen mit extremen Aufschlägen. Die „unverbindliche Preisempfehlung“ bleibt vorerst vorerst eine theoretische Zahl.
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