Nvidia und Amkor: 1,5-Milliarden-Deal für KI-Chip-Produktion

Amkor erhält 1,5 Milliarden Euro von Nvidia für den Bau modernster Chip-Fabriken in Arizona. Die Aktie legt nach Börsenschluss deutlich zu.

Der Chip-Hersteller Amkor und der KI-Gigant Nvidia besiegeln eine strategische Partnerschaft über 1,5 Milliarden Euro.

Der am 23. Juli 2026 bekannt gegebene Vertrag zielt auf die Entwicklung modernster Verpackungs- und Testtechnologien für Halbleiter ab. Im Fokus stehen die nächste Generation von KI-Plattformen und beschleunigten Computersystemen. Gleichzeitig baut Amkor seine Produktionskapazitäten in den USA massiv aus – ein Signal, das auch für den europäischen Chip-Markt von Bedeutung ist.

Finanzierung und Marktreaktion

Im Rahmen der Vereinbarung leistet Nvidia eine Vorauszahlung an Amkor. Diese Mittel sind speziell für den Ausbau der Advanced-Packaging-Fabriken in Arizona vorgesehen. Das Ziel: Nvidia sichert sich die dringend benötigte Produktionskapazität für seine stark nachgefragten KI-Chips und stärkt gleichzeitig die heimische Lieferkette.

Die Ankündigung ließ die Amkor-Aktie im nachbörslichen Handel kräftig steigen. Das Papier legte um 13 bis 17 Prozent zu und notierte bei rund 74 Euro. Die positive Marktreaktion kommt kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 27. Juli 2026. Für das laufende Geschäftsjahr plant Amkor Investitionen zwischen 2,5 und 3,0 Milliarden Euro.

Arizona-Campus und Produktionsstart

Der Deal ist eng mit Amkors Werkserweiterung in Peoria, Arizona, verknüpft. Der kürzlich erfolgte Spatenstich markiert den Beginn eines Projekts, das mindestens zwei Milliarden Euro verschlingt – Branchenkenner halten sogar bis zu sieben Milliarden Euro für möglich.

Das Vorhaben wird mit 407 Millionen Euro aus dem US-Chip-Gesetz (CHIPS Act) gefördert und soll bis zu 3.000 Arbeitsplätze schaffen. Der Zeitplan sieht die Fertigstellung der ersten Fabrik für Mitte 2027 vor, die Serienproduktion soll Anfang 2028 anlaufen. Nvidia ist als Hauptkunde für das neue Werk vorgesehen.

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Technologische Tiefe

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die gemeinsame Entwicklung von Verpackungs- und Testverfahren – insbesondere bei hochdichten Verbindungen und heterogenen Integrationslösungen. Diese Technologien sind entscheidend für die Leistungsfähigkeit von Nvidias Datenzentren-Prozessoren und Netzwerk-Chips, für die Amkor bereits Montage- und Testdienstleistungen erbringt.

Führungskräfte beider Unternehmen betonten die strategische Bedeutung des Deals. Debora Shoquist von Nvidia erklärte, die Partnerschaft werde die Fähigkeit verbessern, KI-Plattformen der nächsten Generation auszuliefern. Kevin Engel von Amkor hob das Engagement hervor, die Advanced-Packaging-Kapazitäten in den USA auszubauen.

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Ein Puzzle aus Partnerschaften

Die Vereinbarung reiht sich in eine Serie von Großprojekten bei Amkor ein. Erst im Juni 2026 ging das Unternehmen eine zehnjährige Partnerschaft mit dem taiwanesischen Chip-Riesen TSMC ein. Hinzu kommen ein Verpackungsdeal mit Apple aus dem November 2023 und eine Absichtserklärung mit TSMC vom Oktober 2024. Auch für AMD erbringt Amkor weiterhin Verpackungsdienstleistungen.

Das strategische Netzwerk zeigt: Amkor positioniert sich als zentraler Knotenpunkt in der globalen Chip-Lieferkette – mit einem klaren Fokus auf den wachsenden US-Market und die boomende KI-Industrie.