Nvidia und Bundesregierung: Neue Partnerschaft für industrielle KI

Die Absichtserklärung setzt auf Robotik, Fabriksimulation und den Einsatz deutscher Industriedaten für industrielle KI.

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Beim Wirtschaftstreffen „Invest in Germany Summit“ in Berlin haben die Bundesregierung und der US-Technologiekonzern Nvidia eine engere Zusammenarbeit im Bereich der industriellen Künstlichen Intelligenz vereinbart.

Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Vertreter des Bundeswirtschafts- und des Bundesforschungsministeriums unterzeichneten gemeinsam mit dem Chipkonzern eine entsprechende Absichtserklärung. Im Zentrum der Partnerschaft steht sogenannte physische KI, die reale industrielle Abläufe steuern und optimieren soll.

Ziel des Vorhabens ist es, fortschrittliche KI-Modelle auf Grundlage deutscher Industriedaten und Fertigungsexpertise zu entwickeln. Die Kooperation soll die traditionelle deutsche Produktion enger mit der internationalen Spitzenforschung verknüpfen, die bestehende Initiative „Plattform Industrie 4.0“ ausbauen und zum Aufbau eines europäischen Ökosystems für industrielle Anwendungen beitragen.

Fokus auf Robotik und Fabriksimulation

Die inhaltliche Zusammenarbeit konzentriert sich laut Berichten auf zwei Kernfelder: physische KI zum Trainieren von Robotern sowie autonomen Fahrzeugen und leistungsstarke Simulationsmodelle, mit denen sich komplexe Fertigungsschritte und Fabrikabläufe digital abbilden lassen.

Für die Umsetzung soll eine Taskforce mit drei Schwerpunkten eingerichtet werden. Die Federführung auf Regierungsseite liegt dabei beim Bundeswirtschafts- und beim Bundesforschungsministerium.

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Im Rahmen der Kooperation kündigte Nvidia an, seine KI-Modelle künftig auch für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Forschungseinrichtungen zu öffnen. Konzernchef Jensen Huang betonte zur Eröffnung des Treffens, dass moderne Software die klassische Schwerindustrie nicht ersetze, sondern bestehendes Fachwissen ergänze.

Daten müssten als nationale Ressource begriffen werden, da die nächste Entwicklungsphase der Technologie in der physischen Anwendung liege. Kanzler Merz rief seinerseits insbesondere den deutschen Mittelstand dazu auf, Industriedaten für KI-Anwendungen zugänglich zu machen, und schlug regelmäßige jährliche Beratungen mit der Nvidia-Führung vor.

Investitionen in den Standort Deutschland

Parallel zur Absichtserklärung stellte Nvidia neue Investitionen in vier deutsche Start-ups in Aussicht: Agile Robots, Avelios Medical, Mirelo und Reflex Aerospace. Diese Schritte sind Teil einer Zusage für den europäischen Markt, die ein Gesamtvolumen von fast 10 Milliarden US-Dollar umfasst.

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Zu früheren Engagements des Konzerns in Deutschland zählen bereits Beteiligungen an Unternehmen wie n8n, Neura Robotics und Black Forest Labs. Nach eigenen Angaben investierte Nvidia im Vorjahr bereits knapp 1 Milliarde US-Dollar in der Bundesrepublik.

Zur finanziellen Beteiligung des Bundes an der neuen Kooperation machten Regierungskreise keine offiziellen Angaben. Berichten zufolge steht jedoch ein dreistelliger Millionenbetrag im Raum, der unter anderem für Rechenkapazitäten in der Cloud der Deutschen Telekom vorgesehen sein könnte. Verbindliche Finanzierungszusagen lagen hierzu zunächst nicht vor.

Der zweitägige Berliner Gipfel brachte rund 200 Führungskräfte internationaler Großkonzerne und Technologieanbieter zusammen. Zu den beteiligten Industrieunternehmen gehört unter anderem Siemens, wo der Einsatz von KI-Lösungen im Werk Erlangen den Engineering-Aufwand bereits um bis zu 85 Prozent und die Produktionskosten um bis zu 20 Prozent senkt.

Zudem nutzen Forscher die Nvidia-Technologie am Jülich Supercomputing Centre, wo auf dem Supercomputer JUPITER kürzlich ein fehlertoleranter Quantencomputer mit 104 Qubits simuliert wurde.