Nvidia und d-Matrix: Geplante Beteiligung am Rivalen für KI-Inferenzchips

Der Konzern erwägt einen Einstieg bei d-Matrix und baut zugleich Kooperationen sowie Investitionen rund um KI-Inferenz und Sicherheit aus.

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Der Halbleiterkonzern Nvidia bereitet nach Angaben von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen eine Beteiligung am Chip-Rivalen d-Matrix vor. Bei dem Zielunternehmen handelt es sich um einen spezialisierten Anbieter von Serverchips für künstliche Intelligenz, der auf dem Markt für KI-Inferenz zugleich im Wettbewerb mit Nvidia steht.

Der geplante Einstieg markiert eine bemerkenswerte Entwicklung in der strategischen Ausrichtung des Konzerns, der zunehmend auf eine Kombination aus direkter Beteiligung, technischer Kooperation und expansiven Investitionen setzt.

Strategische Beteiligungen im Bereich der Inferenzchips

Für Nvidia wäre der geplante Schritt die erste Investition in ein Startup für KI-Inferenzchips seit der Vereinbarung eines Lizenzdeals im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar mit Groq im Dezember.

Bereits vor drei Monaten hatte Nvidia eine Kooperation mit d-Matrix bekannt gegeben. Diese sieht vor, dass die Halbleiter beider Unternehmen unterschiedliche Aufgabenbereiche innerhalb desselben KI-Inferenzprozesses abdecken, um die Effizienz der Berechnungen zu steigern.

Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Expansion auf dem europäischen Markt voran. Nvidia-Chef Jensen Huang kündigte in Paris neue Investitionen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar in Europa an, die für die darauffolgende Woche angesetzt wurden.

Im Vorjahr lagen die Ausgaben von Nvidia in Europa bei rund 8 Milliarden Dollar. Zu den jüngsten europäischen Beteiligungen des Konzerns zählen die französischen Startups Doctolib, Genesis AI, Pigment und Entalpic.

Zudem stellt Nvidia über einen Zeitraum von fünf Jahren Rechenleistung im Wert von 250 Millionen US-Dollar für die britische KI-Sicherheitsforschung bereit.

An dieser Initiative sind die Universität Oxford, das University College London mit dem Projekt SOFAIR sowie das Imperial College London mit BOLD beteiligt. Der britische KI-Minister Kanishka Narayan bezeichnete diese Zusage für die Forschung zur Sicherheit von KI-Agenten als Vertrauensbeweis.

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Haltung zu Regulierung, Lieferstopps und globalen Risiken

Im Rahmen seiner Europatour vor einer Firmenveranstaltung in Berlin am 14. Oktober 2026 bezog Huang auch Stellung zu Kontrollmechanismen in der Halbleiterlieferkette. Auf eine hypothetische Frage nach einem möglichen Lieferstopp an Kunden, die unsichere KI-Software entwickeln, erklärte Huang, ein solches Vorgehen sei hypothetisch denkbar.

Nvidia würde in einem derartigen Fall jedoch zunächst das direkte Gespräch mit dem betroffenen Unternehmen suchen. Huang verwies darauf, dass die Halbleitertechnologie als universell einsetzbar gelte. Gleichzeitig stufte er aktuelle Sorgen vor einer KI-Sicherheitskrise sowie vor einem Platzen einer Markt-Blase als übertrieben ein, da die Nachfrage nach Chips weiterhin hoch bleibe.

Hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen positioniert sich Huang als prominenter Kritiker strengerer Regulierungen. Damit steht er im Kontrast zu OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-Chef Dario Amodei, die sich wiederholt für stärkere staatliche Vorgaben aussprechen.

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Amodei fordert eine branchenweite Verlangsamung der Entwicklung. Anthropic hielt an einem Mittwoch einen Investorentag ab und strebt einen potenziellen Börsengang bei einer Bewertung von rund 2 Billionen US-Dollar an, nachdem die Umsatz-Run-Rate im Juli bei 65 Milliarden Dollar lag.

Trotz seiner ablehnenden Haltung zu rigiden Auflagen betonte Huang bei einem Pressegespräch in London, dass der Halbleiterkonzern zwingend mit chinesischen KI-Unternehmen bei der Überwachung von Risiken zusammenarbeiten müsse, da die Technologie potenziell gefährlich sei.

Huang stehe hierzu im laufenden Austausch mit zahlreichen Forschern in China. Auch auf Regierungsebene existieren entsprechende Bestrebungen: US-Finanzminister Scott Bessent erörterte im September mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten He Lifeng Optionen für einen bilateralen Dialog über künstliche Intelligenz.