Nvidia und Hugging Face: US-Justizministerium prüft 12,93-Milliarden-Deal

Die US-Behörde hinterfragt mögliche Folgen des 12,93-Milliarden-Dollar-Deals für den Wettbewerb bei KI-Vertriebskanälen.

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Das US-Justizministerium hat Nachfragen zur geplanten Übernahme der Open-Source-KI-Plattform Hugging Face durch Nvidia gestellt. Wie aus Berichten vom 28. Oktober 2026 hervorgeht, beläuft sich das Transaktionsvolumen auf 12,93 Milliarden US-Dollar. Die Wettbewerbsbehörde prüft mit diesem Schritt mögliche Auswirkungen des Deals auf das Marktumfeld im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Bedenken über zentrale Distributionskanäle

Die Nachfragen des Ministeriums sind Teil einer bereits seit mehreren Jahren laufenden kartellrechtlichen Untersuchung der Geschäftspraktiken von Nvidia. Diese Überprüfung hatte ihren Ursprung unter der US-Regierung von Joe Biden und wird unter der Administration von Donald Trump fortgesetzt.

Die Fragen der Kartellwächter betreffen unter anderem frühere Zukäufe, Unternehmensbeteiligungen, Vertriebspraktiken sowie Vorwürfe eines möglichen Drucks auf Kunden.

Im Zentrum der aktuellen behördlichen Prüfung steht die Frage, ob sich Nvidia durch die Übernahme einen entscheidenden Distributionspunkt für künstliche Intelligenz sichert und damit einen zentralen Vertriebskanal monopolisieren könnte.

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Für Hugging Face gab Nvidia im Rahmen der Deal-Ankündigung an, dass die Plattform über mehr als 18 Millionen Nutzer, mehr als 200.000 Unternehmen, drei Millionen Modelle und 500.000 Datensätze verfüge. Nvidia selbst peilt einen Abschluss der Transaktion im ersten Halbjahr 2027 an.

Breiteres Portfolio im Fokus der Kartellwächter

Der Erwerb von Hugging Face stellt für Nvidia den zweitgrößten Zukauf der Unternehmensgeschichte dar. Größer war bislang lediglich die Übernahme von Vermögenswerten des Spezialisten Groq Ende 2025, für die 20 Milliarden US-Dollar aufgewendet wurden. Neben der aktuellen Transaktion untersuchte das US-Justizministerium bereits zuvor mehrere Vereinbarungen des Chipkonzerns.

Dazu zählen der Zukauf von SchedMD im Dezember 2025, die Lizenz- und Personalvereinbarung mit Groq aus dem Jahr 2025 sowie die Übernahme von Run:ai. Gegenstand der laufenden behördlichen Untersuchung ist zudem der Vorwurf einer potenziellen Kopplung bei der Zuteilung von Hochleistungschips an den gleichzeitigen Erwerb von Netzwerklösungen oder Groq-Produkten.

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Ein formelles Informationsersuchen stellt bei den US-Behörden die früheste Stufe der Durchsetzung dar und zieht in vielen Fällen keine konkreten rechtlichen Folgemaßnahmen nach sich. Fachleute sehen die wesentliche Bedeutung des Schrittes jedoch in einer möglichen Ausweitung der Untersuchung auf vertikale Marktstrukturen und Ecosystem-Theorien.

In den nächsten Phasen stehen nun offizielle Bestätigungen durch die beteiligten Unternehmen oder die Behörde, detailliertere Angaben zum genauen Untersuchungsumfang sowie etwaige parallele Prüfungen durch Regulierer in anderen Jurisdiktionen aus.

An den Finanzmärkten reagierten Anleger zurückhaltend auf die Berichte über das behördliche Interesse. Die Nvidia-Aktie verzeichnete am Mittwoch ein Minus von 1,7 Prozent.

Im Handel an der Cboe BZX notierte das Papier bei 215,32 US-Dollar, was einem Rückgang von 1,20 Prozent um 20:59 Uhr entsprach. Über einen Zeitraum von fünf Tagen summierte sich der Kursverlust auf 3,20 Prozent, während das Papier seit dem 1. Januar weiterhin ein Plus von 15,21 Prozent aufweist.