Nvidia und Megaspeed: US-Senatorin fordert Aussage vor dem Kongress

US-Behörden untersuchen Megaspeed seit 2024; Nvidia bestreitet Geheimnisweitergabe und unzulässige Chip-Umleitungen.

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US-Geheimdienste stufen Berichten zufolge eine ehemalige Spitzenmanagerin des singapurischen KI-Cloud-Anbieters Megaspeed als mutmaßliche chinesische Geheimdienstquelle ein. Wie aus einem Bericht der New York Times hervorgeht, stand die Managerin Alice Huang, auch bekannt als Huang Le, im Fokus von Ermittlungen wegen mutmaßlich enger Kontakte zu Nvidia-Chef Jensen Huang. Der US-Halbleiterkonzern wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Vorwürfe um Kontakte zur Konzernspitze

Die Überwachung von Alice Huang dauerte Berichten zufolge rund ein Jahr. Dabei sei die Managerin auf Fotografien bei geschäftlichen Treffen mit Jensen Huang in der Region Singapur dokumentiert worden. Auf US-Seite bestand die Sorge, sie habe vertrauliche Details über interne Produktpläne sowie Huangs Lobbyarbeit bei der damaligen US-Regierung unter Donald Trump bezüglich Lieferungen von Halbleitern nach China in Erfahrung bringen können.

Laut Medienberichten war Trump vor rund einem Jahr über die Erkenntnisse der Nachrichtendienste unterrichtet worden, habe jedoch entschieden, keine Maßnahmen zu ergreifen. Ausschlaggebend dafür seien unter anderem Bedenken hinsichtlich der Nvidia-Aktie sowie des Handelsfriedens zwischen den USA und China gewesen. Jensen Huang selbst erhielt von den Behörden kein sicherheitsrelevantes Briefing zu dem Vorgang.

Nvidia verteidigt Geschäftsbeziehung zu Megaspeed

Nvidia betonte, dass es sich bei Megaspeed um einen regulären regionalen Cloud-Kunden handele. Der Vorstandsvorsitzende führe jedes Jahr Gespräche mit Tausenden Kundenverantwortlichen. Externe Partner erhielten zu keinem Zeitpunkt Einblick in Geschäftsgeheimnisse oder Informationen von nationaler Sicherheitsrelevanz. Vorwürfe bezüglich einer Umgehung bestehender Exportkontrollen seien bereits im Vorjahr umfassend geprüft und entkräftet worden.

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Konzernsprecher John Rizzo stellte klar, dass es keinerlei Anhaltspunkte für eine unzulässige Umleitung von Halbleitern bei Megaspeed gebe. In einem Interview betonte Huang, die Geschäfte mit dem Unternehmen seien normal und keineswegs ungewöhnlich. Der Konzern habe sämtliche Einsätze der eigenen Grafikprozessoren bei Megaspeed überprüft und jede einzelne Einheit gezählt.

Zudem sei die betreffende Managerin nicht mehr für Megaspeed tätig. Ein nennenswerter Schmuggel hochentwickelter KI-Chips nach China stelle trotz strikter Exportbeschränkungen kein bedeutendes Problem dar. Im Vorjahr hatte Nvidia rund 4,5 Milliarden US-Dollar auf eigens für den chinesischen Markt konzipierte chip-Varianten abgeschrieben.

Behördliche Ermittlungen und politische Reaktionen

Die Aktivitäten von Megaspeed werden in den USA bereits seit längerer Zeit beobachtet. Eine behördliche Untersuchung zu möglichen Schmuggelaktivitäten nach China läuft seit 2024. Im Jahr 2025 prüfte das US-Handelsministerium Megaspeed wegen des Verdachts auf Missachtung von Exportvorgaben für Künstliche Intelligenz, bevor Anfang 2026 das US-Justizministerium das Verfahren übernahm. Megaspeed selbst kooperiert mit den Behörden, während die chinesische Botschaft die Vorwürfe als haltlose Verleumdung zurückwies.

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Der Vorgang löste umgehend Reaktionen in Washington aus. Senatorin Elizabeth Warren forderte Nvidia und Konzernchef Huang am 29. Oktober auf der Plattform X dazu auf, vor dem Kongress Rede und Antwort zu stehen.

Weitere Abgeordnete nutzten die Berichte, um strengere Regelungen im Rahmen des National Defense Authorization Act voranzutreiben. Parallel dazu prüft das US-Justizministerium derzeit, ob Nvidias geplante Übernahme des Unternehmens Hugging Face den Wettbewerb im KI-Bereich beeinträchtigt.

Am Aktienmarkt zeigten sich die Entwicklungen verhalten: An der Börse schloss das Papier von Nvidia am 29. Oktober mit einem Minus von 0,80 Prozent bei 213,66 US-Dollar, nachbörslich gab der Kurs um 1,64 Prozent auf 210,15 US-Dollar nach. Am Donnerstag schloss die Aktie rund 1 Prozent tiefer. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Wertpapier ein Plus von 15 Prozent.