Nvidia und SK Group: 460-Milliarden-Deal für KI-Infrastruktur

Nvidia und der SK-Konzern investieren rund 460 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren und Speicherchips. Die Partnerschaft umfasst auch Forschung und Entwicklung.

Der US-Chipriese Nvidia und der südkoreanische SK-Konzern bauen ihre Partnerschaft massiv aus. Das gemeinsame Ziel: die globale KI-Infrastruktur der Zukunft.

Nvidia-CEO Jensen Huang und Südkoreas Präsident Lee Jae-myung gaben die historische Zusammenarbeit am Donnerstag in San Francisco bekannt. Die Vereinbarung umfasst ein Volumen von umgerechnet rund 460 Milliarden Euro und zielt auf den Bau riesiger KI-Rechenzentren sowie die Entwicklung der nächsten Speicherchip-Generation ab.

Gigantisches Rechenzentrum und neue Speichertechnologie

Im Zentrum des Deals steht ein ehrgeiziges Bauprojekt: SK Telecom plant ein KI-Rechenzentrum mit einer Leistung von zwei Gigawatt. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Kapazität zweier großer Atomkraftwerke. Die Anlage soll ab 2027 mit Nvidias neuer Vera-Rubin-Architektur und HBM4-Speicherchips betrieben werden.

SK Hynix, bereits heute einer der wichtigsten Zulieferer für High-Bandwidth-Speicher (HBM), vertieft seine technische Zusammenarbeit mit Nvidia. Gemeinsam wollen die Unternehmen Speicherlösungen entwickeln, die speziell auf Nvidias kommende KI-Supercomputer zugeschnitten sind. Erst im Juni hatten beide Seiten vereinbart, ihre Kooperation auf die Bereiche Robotik, Physical AI und persönliche KI-Infrastruktur auszuweiten.

SK-Group-Chef Chey Tae-won betonte bei einem Abendessen mit Huang im kalifornischen Woodside den wachsenden Bedarf an Spezialchips. An dem Treffen nahmen auch SK-Hynix-CEO Kwak Noh-jung und weitere Führungskräfte teil. „Die Nachfrage nach maßgeschneiderten Halbleitern für KI-Anwendungen übersteigt derzeit alles, was wir bisher gesehen haben“, so der Tenor der Runde.

Nvidia setzt auf breite Partnerschaften in Südkorea

Doch der Deal mit SK ist nur ein Teil der Strategie. Nvidia baut seine Präsenz in Südkorea massiv aus – und das über mehrere Industriezweige hinweg:

  • Samsung Electronics wird künftig mit Nvidia bei chipdesigns zusammenarbeiten, um die Fertigungskapazitäten zu stärken.
  • Naver und Brookfield erhalten Unterstützung für den Ausbau der KI-Rechenzentren des südkoreanischen Internetriesen.
  • Hyundai Motor Group entwickelt gemeinsam mit Nvidia eine autonome Version der Oberklasse-Limousine Genesis.
  • LG arbeitet an leistungsfähigeren Stromversorgungssystemen für KI-Infrastruktur.

Präsident Lee Jae-myung sprach angesichts der Ankündigungen vom Beginn eines „goldenen Zeitalters für Künstliche Intelligenz“. Die strategische Bedeutung dieser grenzüberschreitenden Allianzen sei enorm. Auch Branchengrößen wie OpenAI-CEO Sam Altman und Anthropic-Chef Dario Amodei, die am Rande des KI-Gipfels in San Francisco zugegen waren, betonten: Die aktuelle KI-Revolution sei in hohem Maße auf die Hardware-Expertise und Fertigungskompetenz Südkoreas angewiesen.

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Eigenständige KI-Forschung für Südkorea

Nvidia investiert zudem in die heimische KI-Forschung des Landes. Am Donnerstag gab das Unternehmen die Gründung eines KI-Frontier-Labors in Seoul bekannt – gemeinsam mit dem renommierten Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST).

Das gemeinsame Forschungszentrum erhält über die nächsten fünf Jahre Fördermittel in Höhe von umgerechnet rund 275 Millionen Euro. Ein zentrales Ziel: die Entwicklung eines speziellen koreanischen Large Language Models (LLM). Damit soll Südkorea eine gewisse technologische Souveränität bei grundlegender KI-Software sichern.

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Offizielle Regulierungsbehörden haben die 500-Milliarden-Partnerschaft bislang noch nicht formal geprüft. Die Größenordnung des Deals fügt sich jedoch nahtlos in Nvidias jüngste Finanzentwicklung ein: Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von umgerechnet rund 198 Milliarden Euro – getrieben vor allem durch die ungebrochene Nachfrage nach KI-Hardware.