Nvidia Vera-CPU: Modal meldet bis zu doppelt so hohen Durchsatz

Modal meldet bis zu doppelte Leistung unter hoher Last; Nvidia baut zugleich Fertigungs- und Testkapazitäten für Vera aus.

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Der Halbleiterkonzern Nvidia forciert seinen Einstieg in den Markt für Serverprozessoren und greift die traditionelle Dominanz der etablierten x86-Hersteller Intel und AMD an. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Nvidia bei der hauseigenen Vera-CPU bereits einen Umsatz von mindestens 20 Milliarden US-Dollar.

Der gesamte adressierbare Markt für Rechenzentrumsprozessoren wird dabei auf rund 200 Milliarden US-Dollar beziffert. Flankiert wird diese Marktoffensive durch Neukunden aus dem KI-Sektor sowie massive Investitionen in die weltweite Fertigungs- und Testinfrastruktur.

Modal setzt auf Vera-Prozessoren für Agentic-Workloads

Ein zentraler Meilenstein dieser Entwicklung ist ein Lieferauftrag des auf künstliche Intelligenz spezialisierten Start-ups Modal, das am 19. Oktober 2026 ankündigte, Nvidias Vera-CPUs für sogenannte KI-Agent-Workloads einzusetzen.

Modal, das zuvor ausschließlich Prozessoren von Intel und AMD nutzte, bezifferte den Durchsatzgewinn unter hoher Last auf bis zu etwa das Doppelte im Vergleich zu Intels Granite Rapids sowie aktuell verfügbaren Intel- und AMD-Systemen.

Modal-Chef Erik Bernhardsson erklärte hierzu, dass tiefgreifende Software-Anpassungen erforderlich seien und das Unternehmen eine nach Leistungsfähigkeit gemischte Serverflotte anstrebe, ohne sich vollständig von bestehenden Lieferanten abzuwenden.

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Modal sammelte 750 Millionen US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung von 15,75 Milliarden US-Dollar ein und befindet sich auf Kurs zu einer Milliarde US-Dollar Umsatz im kommenden Jahr.

Technisch basiert die Vera-CPU auf dem selbst entwickelten Olympus-Kern mit Arm-v9.2-A-Architektur. Der Prozessor bietet 88 Kerne, 176 Threads sowie eine Speicherbandbreite von maximal 1,2 Terabyte pro Sekunde über LPDDR5X-Speicher.

Nach Angaben von Nvidia verarbeitet der chip bis zu 10 Instruktionen pro Zyklus und agiert bei ausgewählten Aufgabenstellungen bis zu 1,8-mal schneller als führende x86-Prozessoren.

Neben Modal testen oder nutzen auch Firmen wie Nebius, Nscale, Verda und SAP die Plattform für Analyse-, ETL- und Datenverarbeitungsprozesse. Zudem kündigte Finanzchefin Colette Kress Auslieferungen an OCI, SpaceXAI und AWS an.

Integration in die Server-Ökosysteme von Dell und Supermicro

Die Hardware-Industrie reagiert mit abgestimmten Systemen auf den Vorstoß. Supermicro kündigte am 22. Oktober 2026 ein vollständig flüssiggekühltes NVIDIA-Vera-CPU-Rack an, das 256 Vera-CPUs, 22.528 Kerne und 45.056 Threads vereint und bis zu 22.500 gleichzeitige Sandbox-Umgebungen bewältigen kann.

Bereits auf der GTC Berlin am 21. Oktober 2026 stellte Dell den PowerEdge M9882 vor, der ebenfalls 256 Vera-CPUs in einem 48U-Rack integriert und ab dem ersten Quartal 2027 verfügbar sein soll.

Für modulare Rechenzentren präsentierte Nvidia dort das DSX-POD-Referenzdesign: ein Containersystem mit sieben Vera-Rubin-NVL72-Racks und 504 GPUs, das innerhalb von 14 Tagen an vorbereiteten Standorten betriebsbereit sein soll und Anfang 2027 an Partner wie Dell, HPE und Schneider Electric ausgeliefert wird.

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Kapazitätsausbau und Verschiebung im Markt

Um den Hochlauf abzusichern, hat Nvidia erhebliche Finanzmittel gebunden. Zum Stichtag 26. Juli 2026 beliefen sich die Liefer- und Kapazitätsverpflichtungen des Unternehmens auf 279 Milliarden US-Dollar, nach 119 Milliarden US-Dollar im Vorquartal.

Am 21. Oktober 2026 gab Nvidia Verträge mit sechs Fertigungspartnern bekannt: An KYEC floss ein Vorschuss von 1,1 Milliarden US-Dollar für neue Testkapazitäten in den USA und Singapur. Daneben weiten Substrathersteller wie IBIDEN, Samsung Electro-Mechanics und Unimicron ihre Volumina aus, während Amkor seine Interposer-Wafer-Kapazitäten in Südkorea bis Ende 2028 um über 300 Prozent steigert.

Marktbeobachter von TrendForce verzeichnen tiefgreifende strukturelle Verschiebungen: Für das Gesamtjahr 2026 werden 31 Prozent mehr Server-CPU-Auslieferungen prognostiziert, für 2027 ein Plus von über 40 Prozent.

Während x86-Architekturen von Intel und AMD im Jahr 2025 noch knapp 90 Prozent des Marktes stellten, soll der Anteil von Arm-Prozessoren im Jahr 2026 über 20 Prozent und 2027 rund 30 Prozent erreichen.

Treibende Kräfte dieses Wandels sind neben Nvidias Vera auch Eigenentwicklungen großer Cloud-Anbieter. Gleichzeitig verschiebt sich das numerische Verhältnis von CPUs zu GPUs in modernen Rechenzentren von früher 1:8 auf bis zu 1:1.