Nvidia: Vorstand leitet unabhängige Untersuchung zu Jensen Huang ein

Ein unabhängiger Ausschuss untersucht mögliche Geheimdienstkontakte; Nvidia sieht bislang keine Hinweise auf kompromittierte Geheimnisse oder US-Sicherheit.

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Der Vorstand des US-Chipherstellers Nvidia hat eine unabhängige Untersuchung eingeleitet, nachdem Medienberichte aufdeckten, dass Gründer und Vorstandsvorsitzender Jensen Huang im Visier ausländischer Geheimdienstaktivitäten gestanden haben soll. Dies geht aus übereinstimmenden Berichten vom 8. November 2026 hervor, die sich unter anderem auf Recherchen der New York Times und der Financial Times stützen.

Die Aufsicht über die interne Prüfung übernimmt ein eigens dafür eingerichteter Ausschuss aus unabhängigen Direktoren des Gremiums, der von einer externen Rechtsanwaltskanzlei unterstützt wird.

Wie das Führungsgremium des Halbleiterkonzerns mitteilte, bestehe derzeit keinerlei Anlass zur Annahme, dass die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten oder vertrauliche Unternehmensgeheimnisse kompromittiert worden seien. Dennoch sollen im Rahmen der Untersuchung sämtliche verfügbaren Informationen und Umstände lückenlos aufgearbeitet werden.

Vorstand stützt Huang trotz privater Verfehlungen

Das Gremium sprach Huang und dem gesamten Führungsteam weiterhin das Vertrauen aus. Der Konzernchef kooperiert nach Unternehmensangaben vollumfänglich mit dem Ausschuss und unterstützt das Vorgehen. Ein Unternehmenssprecher stellte klar, dass Huang seine Aufgaben an der Spitze von Nvidia ohne Unterbrechung weiter wahrnehmen wird.

Huang hatte zuvor in einem Schreiben an die Belegschaft eine persönliche Beziehung zu der Geschäftsfrau Alice Huang eingeräumt. Er erklärte den Mitarbeitern, er habe seiner Ehefrau die Treue gebrochen, übernehme die volle Verantwortung für sein Verhalten und bedauere die Angelegenheit zutiefst.

Geheimdienstverdacht und Ermittlungen um Chip-Lieferungen

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Zwischen Jensen Huang und Alice Huang besteht kein Verwandtschaftsverhältnis. Nach Erkenntnissen von US-Geheimdiensten soll die Geschäftsfrau vom chinesischen Ministerium für Staatssicherheit rekrutiert worden sein. Ziel dieser Operation sei es gewesen, an geschützte Informationen zu gelangen und Lieferungen von Hochleistungschips des Konzerns in die Volksrepublik China voranzutreiben.

Alice Huang steht in Verbindung mit dem Cloud-Dienstleister Megaspeed, einem Kunden von Nvidia. Ihr in Singapur ansässiges Unternehmen hatte Halbleiter von Nvidia erworben und stand bereits unter Beobachtung der US-Behörden.

Megaspeed selbst ist Ziel einer Untersuchung des US-Handelsministeriums, das dem Verdacht nachgeht, dass fortschrittliche Computerchips unerlaubt nach China geschmuggelt wurden.

Nvidia betonte diesbezüglich, der Kontakt zwischen Huang und der Geschäftsfrau habe rein geschäftlichen Charakter gehabt; zudem erhielten asiatische Cloud-Kunden ausschließlich Routineinformationen und keinerlei geheime Technologien.

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Bereits am 29. Oktober 2026 hatte die New York Times über ein enges Verhältnis zwischen Huang und der Geschäftsfrau berichtet. Diesen Recherchen zufolge soll der damalige US-Präsident Donald Trump bereits vor rund einem Jahr über die entsprechenden Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden unterrichtet worden sein, ohne daraufhin Maßnahmen zu ergreifen.

Auch US-Außenminister Marco Rubio habe Regierungskreise vor den Kontakten gewarnt. Das Innenministerium von Singapur teilte hingegen am 31. Oktober 2026 mit, es habe diesbezüglich keine Bedenken geäußert und führe keine eigenen Ermittlungen in dem Fall.

Wachsender Druck aus der US-Politik

In einem weiteren Bericht der New York Times wurde zudem der Fall des Unternehmens New Matrix bekannt, das vom US-Handelsministerium für den Kauf moderner Nvidia-Chips autorisiert war, an dessen angegebener Adresse jedoch lediglich ein leerer Rohbau aufgefunden wurde.

Die Vorgänge rufen die US-Politik auf den Plan. Am 4. November 2026 luden die drei republikanischen Ausschussvorsitzenden Brian Mast, John Moolenaar und Rick Crawford den Nvidia-Chef brieflich zu einer geschlossenen gemeinsamen Anhörung vor. Diese soll unmittelbar nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Konzerns für das dritte Quartal stattfinden.

Auch Vertreter der Demokratischen Partei fordern eine umfassende Aufklärung und Zeugenvernehmungen. Der demokratische Senator Chris Coons kündigte diesbezüglich bereits eine eigene parlamentarische Untersuchung im Kongress an.

Mehr zum Thema bei The Verge: „Nvidia is investigating Jensen Huang’s relationship with a Chinese spy“