NVMe-Preise: Speicherchips verdreifacht, SATA-SSDs boomen

Stark gestiegene NVMe-SSD-Preise durch KI-Boom lassen günstigere SATA-Laufwerke für PC-Upgrades wieder attraktiv werden.

Wer seinen alten Laptop aufrüsten will, spart bares Geld.

Seit Mitte 2025 haben sich die Kosten für NVMe-SSDs teils verdreifacht. Grund ist ein massiver Nachfrageschub aus der KI-Industrie: Microsoft, Google, Amazon und Meta beanspruchen einen Großteil der weltweiten Produktionskapazitäten für Speicherchips. Hersteller wie Kioxia haben bereits bestätigt, dass ihre Fertigung für 2026 weitgehend durch KI-Aufträge ausgelastet ist.

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SATA statt NVMe: Der Preisunterschied wächst

Die Folgen sind dramatisch. Kostete eine 2-Terabyte-NVMe-SSD der vierten Generation vor einem Jahr noch rund 110 Euro, verlangen Händler heute bis zu 370 Euro. NAND-Wafer-Spotpreise stiegen Berichten zufolge um 246 bis über 750 Prozent.

Die Alternative: SATA-SSDs. Sie sind mit maximal 550 Megabyte pro Sekunde deutlich langsamer als NVMe-Modelle – aber auch wesentlich günstiger. Eine 2-Terabyte-SATA-SSD liegt aktuell bei etwa 230 Euro, rund 37 Prozent unter dem NVMe-Pendant. Für alltägliche Aufgaben wie Surfen, Streaming oder ältere Spiele reicht das völlig aus, wie Branchenexperten betonen. Der Engpass sei ohnehin meist die Internetleitung, nicht die Festplatte.

Neue Standards für schlankere Laptops

Trotz der allgemeinen Preisrallye kommen weiter neue Produkte auf den Markt. Der chinesische Hersteller Biwin bietet eine 2-Terabyte-NVMe-SSD mit sequenziellen Leseraten von 7.400 MB/s für umgerechnet rund 11 Cent pro Gigabyte an – ein Spitzenwert im Budget-Segment.

Parallel dazu setzt die Industrie auf kleinere Bauformen. Lexar hat mit dem „Play X“ einen neuen Micro-SSD-Standard (mSSD) im M.2-2230-Format vorgestellt. Die Laufwerke sind nur halb so groß wie herkömmliche SSDs, bieten aber volle PCIe-Gen4-Leistung. Ziel ist es, Laptop-Herstellern mehr Platz für größere Akkus oder bessere Kühlung zu verschaffen.

Für Profis und Rechenzentren bringt Kingston die DC3000ME Gen5 U.2 NVMe SSD mit 30,72 Terabyte Kapazität und 14 GB/s Lesegeschwindigkeit. Sandisk hat seine Produktlinien unter der Marke Optimus vereinheitlicht – die GX-Pro-Serie erreicht bis zu 14.900 MB/s.

Googles Drei-Euro-Plan gegen Elektroschrott

Doch nicht nur neue Hardware hält alte Rechner am Leben. Google hat gemeinsam mit dem Refurbishment-Spezialisten Back Market ein ChromeOS-Flex-Kit für umgerechnet knapp drei Euro auf den Markt gebracht. Es enthält einen USB-Stick und eine Anleitung, um ältere Windows-PCs in Chromebooks zu verwandeln.

Das Ziel: Rund 500 Millionen Windows-10-Nutzer, deren Geräte bald keinen offiziellen Support mehr erhalten, eine zweite Chance geben. Die umgerüsteten Rechner eignen sich fürs Internet und Streaming – auch wenn sie die Anforderungen moderner Windows-Versionen nicht mehr erfüllen. Branchenvertreter betonen, dass die Reparatur oder Umnutzung von Computern, die jünger als sieben Jahre sind, eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zum Neukauf darstellt.

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Der SSD-Wechsel: 90 Sekunden auf unter 15

Technische Tests bestätigen: Der Tausch einer alten Festplatte (HDD) gegen eine SSD ist die wirksamste Einzelmaßnahme, um einen langsamen Rechner zu beschleunigen. Die Systemstartzeit sinkt von 90 auf unter 15 Sekunden.

Wer selbst Hand anlegt, sollte laut aktuellen Anleitungen zuerst das Notebook vom Strom trennen und den Akku abklemmen. Danach folgt eine saubere Neuinstallation von Windows 11 via USB-Stick. Neben der SSD empfehlen Experten mindestens 8 Gigabyte Arbeitsspeicher für den Betrieb im Jahr 2025 – 16 Gigabyte gelten inzwischen als Standard für flüssiges Multitasking. Grafikkarte oder Prozessor aufzurüsten, lohne sich bei alten Systemen dagegen meist nicht mehr.