Der niederländische Chiphersteller NXP Semiconductors bündelt seine Kräfte für den Boom bei Robotik und Automatisierung. Die Strategie heißt „Physical AI“ – künstliche Intelligenz, die direkt in Maschinen arbeitet.
Was steckt hinter „Physical AI“?
NXP definiert „Physical AI“ als KI, die in physischen Systemen wie Robotern oder Sicherheitsanlagen arbeitet. Der entscheidende Unterschied: Die Daten werden direkt auf dem Gerät verarbeitet, nicht in der Cloud. Das ermöglicht Echtzeit-Entscheidungen, die für eine präzise Roboterhand oder fahrerlose Transportsysteme überlebenswichtig sind.
Diese Technologie ist der am schnellsten wachsende Teil von NXPs Industrie-Geschäft. Ein kluger Schachzug: Das Unternehmen nutzt Know-how aus der Automobilbranche, etwa für Radar oder Fahrerassistenzsysteme, und überträgt es auf Industrieroboter und Drohnen. Spezielle Prozessoren vereinen Rechenkerne, Grafik-Einheiten und neuronale Beschleuniger für komplexe KI-Aufgaben direkt am Einsatzort.
Seit August 2024 ist die EU‑KI‑Verordnung in Kraft – Unternehmen, die KI in Geräten einsetzen, riskieren Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten, die teuer werden können. Gerade bei Physical AI in Robotik und Edge‑Geräten fallen viele Vorgaben zu Risikoklassen, Transparenz und Nachweispflichten an. Hersteller von Edge‑Hardware und Entwickler autonomer Systeme brauchen konkrete Umsetzungsschritte. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah Risikoklassen, Kennzeichnungspflichten und notwendige Dokumentation, damit Ihre KI‑Systeme compliant bleiben. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen
Intelligente Fabriken als Zielmarkt
Das Hauptziel sind schlauere Fabriken und Lieferketten. NXPs Hardware soll eine neue Generation autonomer Geräte antreiben, die in Echtzeit lernen und sich anpassen. Ein Schlüssel dazu ist das neue eIQ Agentic AI Framework.
Diese Software erleichtert die Entwicklung autonomer KI-Agenten für Geräte am Netzwerkrand. Sie reduziert Entwicklungszeit und -kosten erheblich. In Kombination mit Hardware wie den i.MX-9-Prozessoren entsteht so eine komplette Plattform für hochentwickelte Robotersysteme.
Strategische Neuausrichtung in unsicheren Zeiten
Der Fokus auf Physical AI ist Teil einer größeren strategischen Wende. NXP konzentriert seine F&E-Ressourcen auf dieses Gebiet und auf softwaredefinierte Fahrzeuge. Gleichzeitig stößt das Unternehmen Geschäftsbereiche ab, die nicht zur langfristigen Ausrichtung passen.
Trotz zyklischer Schwächen in der Halbleiterbranche zeigt sich NXP zuversichtlich für 2026. Nach überraschend guten Zahlen im vierten Quartal 2025 rechnet das Unternehmen mit einem starken ersten Quartal 2026, angetrieben vom Industrie-Segment. Die Nachfrage nach KI-Lösungen für Medizintechnik, Logistik und Robotik gibt den Ausschlag.
Wettbewerb um die Zukunft der Automatisierung
Mit seiner Strategie begibt sich NXP in direkten Wettbewerb mit anderen Halbleiter-Riesen um den Markt für Edge-AI und Robotik. Der Trend ist klar: Technologien aus dem Automotive-Bereich erobern die Fabrikhallen.
NXP positioniert sich als zentraler Wegbereiter dieser Roboter-Revolution. Durch leistungsstarke Hardware und benutzerfreundliche Software will das Unternehmen KI in der Industrie demokratisieren. Die Zukunft der intelligenten, autonomen Systeme wird maßgeblich in Eindhoven mitgestaltet.
PS: Sie entwickeln oder betreiben autonome Geräte mit KI? Dann lohnt sich ein kompakter Fahrplan zur EU‑KI‑Verordnung: Der Gratis‑Report fasst die wichtigsten Pflichten, Fristen und Dokumentationsanforderungen zusammen und nennt konkrete Schritte für Entwickler, Integratoren und Hersteller. So vermeiden Sie Bußgelder und Verzögerungen bei Markteinführung. Holen Sie sich den Leitfaden, damit Ihr Physical‑AI‑Projekt rechtssicher skaliert. Kostenlosen KI‑Leitfaden jetzt sichern





