O2 Telefónica zieht nach 100 Tagen eine erste Bilanz für seinen KI-Avatar „Oma Hilde“. Die Auswertung von über 3.000 Beratungsgesprächen zeigt, welche Betrugsmaschen die Deutschen derzeit am meisten verunsichern. An der Spitze stehen SMS-Betrug und gefälschte Bankkontakte.
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Smishing und Banking-Betrug sind die Top-Sorgen
Die heute vorgestellten Daten sind eindeutig: Betrügerische SMS, sogenanntes Smishing, machen mit 24,4 Prozent den größten Teil der Anfragen aus. Nutzer sind unsicher, ob Nachrichten von Paketdiensten oder Zahlungsanbietern echt sind.
Dicht dahinter folgt Banking- und Kontobetrug mit 23,7 Prozent. Hier sorgen sich Verbraucher vor allem um gefälschte E-Mails von Kreditinstituten. Klassisches E-Mail-Phishing landet mit 18,9 Prozent auf Platz drei, gefolgt von Fake-Anrufen (14,2 Prozent). Im Schnitt suchten täglich etwa 33 Menschen Rat bei der digitalen Oma.
So funktioniert die KI-Beratung im Video-Call
„Oma Hilde“ ist kein simpler Text-Chatbot. Das System, entwickelt mit dem Münchner Startup Moonscale, ermöglicht interaktive Videotelefonie. Die KI nutzt Spracherkennung, dynamische Sprachausgabe und visuelle Reaktionen in Echtzeit.
Ergänzt wird sie vom Experten-Avatar „Niklas“. Während Hilde lebensnah aus dem „Nähkästchen“ plaudert, liefert Niklas die technischen Fakten zu den Betrugsmechanismen. Das Ziel: Die Hemmschwelle für IT-Sicherheitsthemen senken und durch Dialog mehr bewirken.
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KI-Erkenntnisse schärfen technische Filter
Das Projekt ist Teil einer größeren Sicherheitsstrategie. Die Erkenntnisse aus den Gesprächen fließen direkt in die Weiterentwicklung von Schutzmaßnahmen ein – etwa in „O2 Onlineschutz Plus“.
Dieser Dienst blockiert Angriffe bereits auf Netzebene. Laut Unternehmen wehrte er allein im November 2025 über eine halbe Million gefährlicher Webseiten ab. In Spitzenzeiten stoppt das System aktuell bis zu 15.000 Betrugsversuche pro Stunde. Die KI hilft, die Filter präziser auf die neuesten Betrügertaktiken anzupassen.
Warum Aufklärung statt „Scambaiting“?
In Großbritannien setzt die Telefónica-Mutter auf eine andere Taktik. Der Avatar „Daisy“ verwickelt Betrüger gezielt in endlose Gespräche, um ihre Zeit zu stehlen. Die deutsche „Oma Hilde“ konzentriert sich dagegen auf die reine Aufklärung der Verbraucher.
Experten sehen in diesem pädagogischen Ansatz einen nachhaltigeren Weg. Andreas Laukenmann, Privatkundenvorstand bei O2, betont: Die Gespräche zeigten den enormen Bedarf an einfacher Hilfe. Viele Menschen seien von der Professionalität moderner Phishing-Angriffe schlicht überfordert.
Wird der KI-Avatar zum Standard?
O2 plant, das Angebot basierend auf den Nutzerdaten auszubauen. Denkbar sind spezifischere Szenarien zu Identitätsdiebstahl in Social Media oder Kryptobetrug.
Die Entwicklung deutet auf einen Trend hin: KI-Avatare könnten zum Standard in der Verbraucherberatung werden. Nicht nur Telekom-Anbieter, auch Banken und Behörden beobachten das Projekt genau. Wenn Nutzer lieber mit einem virtuellen Gegenüber sprechen als FAQs zu lesen, dürfte die Zahl solcher Systeme noch in diesem Jahr deutlich steigen.





