Die Nutzung öffentlicher Funknetzwerke birgt erhebliche Risiken – besonders an Orten wie Flughäfen, Cafés oder Sportstätten.
Schwache Verschlüsselung in stark frequentierten Zonen
Eine Untersuchung von Kaspersky GReAT im Umfeld der WM-Spielorte 2026 in Mexiko zeigt die technischen Defizite öffentlicher Infrastruktur. Von rund 84.000 analysierten WLAN-Signalen in Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey verfügten etwa 17 Prozent über eine schwache oder gar keine Verschlüsselung.
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Lediglich 2,9 Prozent der Zugänge nutzen den aktuellen Sicherheitsstandard WPA3. Besonders kritisch: Fast die Hälfte der vermeintlich sicheren Verbindungen (WPA2/WPA3) könnte durch das anfällige Wi-Fi Protected Setup (WPS) kompromittiert werden.
Doch die Risiken beschränken sich nicht auf die Verschlüsselung. Experten warnen vor gezielten Angriffen wie Man-in-the-Middle-Attacken, Packet Sniffing oder der sogenannten Evil-Twin-Methode. Dabei erstellen Angreifer gefälschte Zugriffspunkte mit den Namen legitimer Netzwerke, um Datenverkehr abzufangen oder Schadsoftware zu verbreiten.
Diskrepanz zwischen Nutzerverhalten und Bedrohungslage
Trotz der bekannten Gefahren ist die Nutzung öffentlicher Netzwerke weit verbreitet. Eine aktuelle McAfee-Studie belegt: 87 Prozent der deutschen Reisenden nutzen öffentliches WLAN – teilweise sogar für sensible Transaktionen wie Online-Banking.
Die Sorglosigkeit hat messbare Folgen. Laut der Untersuchung wurde bereits fast jeder zweite Deutsche Opfer von Reisebetrug. Über ein Drittel der Betroffenen erlitt finanzielle Einbußen von durchschnittlich mehr als 500 Euro.
Parallel dazu steigen die Cyber-Risiken insgesamt. Daten von NordVPN und NordStellar verzeichnen für 2024 bis 2025 einen Anstieg der Infektionen durch Infostealer-Software um 35 Prozent auf weltweit über 26 Millionen Fälle. In Deutschland nahmen zudem Angriffe auf NFC-Schnittstellen in den ersten Monaten des Jahres 2026 um 188 Prozent zu.
Behörden empfehlen präventive Abschaltung
Angesichts der komplexen Bedrohungsszenarien raten Behörden wie die französische CERT-FR zu drastischen Maßnahmen. Smartphone-Nutzer sollten WLAN und Bluetooth grundsätzlich deaktivieren, wenn sie unterwegs sind. Die automatische Anmeldung an bekannten Netzwerken stelle ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und gehöre in den Geräteeinstellungen unterbunden.
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Sicherere Alternativen: die Nutzung von Mobilfunkdaten (4G/5G) oder eSIM-Lösungen.
Sollte öffentliches WLAN unvermeidbar sein, betonen IT-Sicherheitsexperten die Notwendigkeit von VPNs zur Verschlüsselung des Datenverkehrs. Zudem gewinnen passwortlose Anmeldeverfahren an Bedeutung. Daten des eco-Verbands zeigen: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen setzen bereits 41 Prozent auf Passkeys oder biometrische Log-ins.
Zusätzliche Gefahren ergeben sich durch neue Phishing-Methoden. Analysten beobachten vermehrt textbasierte QR-Codes in E-Mails, die von automatisierten Filtern schwer erkannt werden und Nutzer auf manipulierte Webseiten führen. Auch Sicherheitslücken in Edge-Geräten und VPN-Gateways – wie von der US-Behörde CISA im Mai 2026 für Produkte von Palo Alto und Ivanti gemeldet – unterstreichen: Unternehmen und Privatpersonen müssen ihre Sicherheitsinfrastruktur fortlaufend aktualisieren.

