Ab dem 13. Juli 2026 können Nutzer von Office 2019 und Office 2021 für Mac Dokumente nicht mehr bearbeiten – ein Schlag für alle mit unbefristeten Lizenzen.
Microsoft schaltet mehrere Versionen seiner Office-Suite für Mac in den reinen Lesemodus. Die Ankündigung hat eine hitzige Debatte über die Rechte von Käufern sogenannter „Perpetual Licenses“ entfacht – also Lizenzen, die als einmaliger Kauf ohne Abo-Modell beworben wurden.
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Lizenz-Streit: Dürfen Käufer noch bearbeiten?
Der Grund für die Einschränkung ist das Ablaufen eines digitalen Zertifikats. Betroffen sind macOS-Versionen unter 16.83 sowie iOS-Versionen unter 2.93. Für Office 2019 für Mac gibt es bislang keine bekannte Möglichkeit, die Bearbeitungsfunktion wiederherzustellen.
Die Entscheidung stößt auf massive Kritik – nicht nur von Nutzern, sondern auch von Juristen. In Australien wird bereits geprüft, ob Microsoft gegen Verbraucherschutzgesetze verstößt, konkret gegen das Recht auf ungestörte Nutzung gekaufter Produkte. Microsoft bietet betroffenen Kunden zwar eine kostenlose Testversion von Microsoft 365 Personal an. Allerdings laufen diese Testversionen automatisch in kostenpflichtige Abonnements über – ein Vorgehen, das viele als irreführend kritisieren.
Open-Source-Alternative: Euro-Office startet im Juni
Mit Blick auf den Stichtag am 13. Juli gewinnen Alternativen an Bedeutung. Am 9. Juni 2026 soll Euro-Office erscheinen – ein neues Open-Source-Projekt, das von einem europäischen Konsortium entwickelt wird. Beteiligt sind unter anderem IONOS und Nextcloud. Die Software ist webbasiert und unterstützt gängige Formate wie DOCX, XLSX und PDF. Ziel ist es, die digitale Souveränität Europas zu stärken und eine echte Alternative zu Microsofts Büro-Suite zu bieten.
Auch LibreOffice und Apple iWork werden derzeit von professionellen Anwendern diskutiert. Allerdings zögern viele Unternehmen: Die tiefe Verwurzelung von Microsoft-Formaten in Unternehmensprozessen macht einen Wechsel oft schwierig.
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Kartellverfahren und Sicherheitslücken
Der Lizenz-Streit ist nicht das einzige Problem für Microsoft. Die US-Handelsbehörde FTC ermittelt bereits seit 2024 kartellrechtlich gegen den Konzern. Im Fokus: Lizenzbedingungen, die es Kunden erschweren, Windows-Software auf konkurrierenden Cloud-Plattformen statt auf Azure zu betreiben.
Hinzu kommen Sicherheitslücken. Anfang 2026 bestätigte Microsoft eine schwerwiegende Schwachstelle (CVE-2026-42015) im Common Log File System Driver, die Windows 10, Windows 11 und Office 2019 betrifft. Zudem warnen FBI und Cybersicherheitsbehörden vor aktiven Phishing-Kampagnen wie der Plattform Kali365, die speziell Microsoft-365-Konten angreift, um die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.
Neue Hardware und frischer Name
Trotz der Turbulenzen treibt Microsoft auch neue Produkte voran. Im Herbst 2026 soll das Surface Laptop Ultra erscheinen – mit einem Arm-basierten Nvidia-RTX-Spark-Chip, der eine KI-Leistung von einer Petaflop verspricht. Und das Standard-Nachschlagewerk für Administratoren, bisher „Office 365 for IT Pros“, wird ab dem 1. Juli 2027 unter dem Titel „Microsoft 365 for IT Pros“ erscheinen.

