Der Markt für tragbare Bildschirmtechnik zeigt sich derzeit vielseitig: Von hochauflösenden OLED-Zusatzmonitoren bis hin zu AR-Brillen mit virtuellen Riesendisplays reicht das Angebot, das Hersteller aktuell präsentieren. Ein Überblick über die jüngsten Produktvorstellungen zeigt dabei sowohl technische Fortschritte als auch weiterhin bestehende Schwächen.
Portable OLED-Monitore mit hoher Farbtreue
Asus bringt mit dem ZenScreen MQ16FC einen 16-Zoll-OLED-Monitor im 16:10-Format auf den Markt, der eine Auflösung von 1920×1200 Pixeln bietet. Das Gerät deckt laut Herstellerangaben 95 Prozent des DCI-P3-Farbraums ab, reagiert mit 1ms Reaktionszeit und arbeitet mit 60Hz Bildwiederholrate.
Die Leistungsaufnahme liegt bei 4,7 Watt, der Anschluss erfolgt über USB-C mit Pass-Through-Funktion. In der EU wird der Monitor für 299,90 Euro angeboten, umgerechnet rund 351 US-Dollar.
Einen anderen Ansatz verfolgt UPERFECT mit dem GR16HQ. Der ebenfalls 16 Zoll große OLED-Bildschirm löst mit 2880×1800 Pixeln deutlich feiner auf und erreicht 120Hz sowie eine Helligkeit von 500 nits bei 100 Prozent DCI-P3-Abdeckung.
Mit 720 Gramm Gewicht ist das Gerät vergleichsweise leicht, wird jedoch je nach Ausstattung für 330 bis 500 US-Dollar verkauft. Kritisiert wird das Fehlen einer VRR-Unterstützung, die spiegelnde Displayoberfläche sowie die Notwendigkeit eines zweiten Kabels, um die volle Helligkeit zu erreichen.
AR-Brillen als Alternative zum klassischen Zweitmonitor
Neben klassischen Portable-Monitoren drängen zunehmend AR-Brillen auf den Markt, die virtuelle Bildschirme ins Sichtfeld projizieren. XREAL etwa hat die a01 Smart Glasses vorgestellt, ausgestattet mit einem 1080p-OLED-Display und einer Spitzenhelligkeit von 1.600 nits zum Preis von 300 US-Dollar.
Das Gerät kam im Mai 2026 auf den Markt. Testberichte loben die Bildqualität, bemängeln jedoch Hitzestau sowie eine gewisse Redundanz zu bereits vorhandenen nahen Bildschirmen.
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Mit dem One Pro bietet XREAL zudem ein Modell mit einem auf 157 Zoll skalierbaren virtuellen Display und 3DoF-Tracking an, das für 600 US-Dollar erhältlich ist. Als günstigere Variante steht das Modell A01+ für 299 US-Dollar zur Verfügung.
Eine separate Version, als „X by Xreal a01“ bezeichnet, kostet ebenfalls 299 US-Dollar und bringt ein HDR10-Display mit 1.600 nits, 14 Helligkeitsstufen sowie einen Anti-Shake-Algorithmus mit. Das 62 Gramm leichte Nylon-Gehäuse verzichtet auf eine Kamera. Der Verkaufsstart erfolgte zunächst in China, der US-Markt folgte im Juli.
Viture bringt mit der Pro 2 eine 63 Gramm leichte AR-Brille für 300 US-Dollar auf den Markt, die laut Hersteller 20 Prozent leichter und 16 Prozent dünner als das Vorgängermodell ausfällt.
Die Brille benötigt jedoch ein USB-C-Kabel und verfügt über kein 6DOF-Tracking. Ein optionales Mobile Dock Mini für 100 US-Dollar ergänzt Kompatibilität mit der Switch 2.
Premium-Segment und experimentelle Ansätze
Im höherpreisigen Segment positioniert sich Asus mit der ROG XReal R1, die 240Hz, eine Reaktionszeit von 0,01ms sowie 4K-HDR-Bildqualität bietet – zu einem Preis von 1.500 US-Dollar. Die Brille richtet sich explizit an wettkampforientierte Gamer, benötigt allerdings zwingend ein Dock samt Kabelverbindung und bietet keine kabellose Nutzung.
Ein separater Testbericht zu einer ROG-XReal-R1-Variante mit 1080p und 120Hz bemängelt zudem ein sperriges Design sowie einen fehlerhaften 240Hz-Modus des Docks mit sichtbarem Schimmern. Der Instant-3D-Modus funktioniere zudem nur bei direkter Handheld-Verbindung.
AR-Brillen versprechen ein virtuelles Riesen-Display, haben aber oft Schwächen wie Kabelbindung oder fehlendes Tracking. Bevor Sie Geld ausgeben, sollten Sie die Alternativen kennen – unser Ratgeber vergleicht die besten Modelle unter 300 Euro. Ratgeber für AR-Brillen jetzt anfordern
Auch Google zeigte im Rahmen der I/O-Konferenz 2026 mit Project Aura ein Konzept für AR-Brillen. Das Gerät bietet ein Sichtfeld von 70 Grad, drei Kameras für Handtracking sowie eine Steuerung über Android XR mit Gemini-Integration. Nutzer können mehrere App-Fenster gleichzeitig öffnen und per Geste steuern. Der externe Monitor-Modus funktionierte laut Testberichten allerdings noch fehlerhaft. Ein Preis wurde bislang nicht genannt.
Die Bandbreite der vorgestellten Geräte macht deutlich, dass sich der Markt zwischen klassischen, hochauflösenden Portable-Monitoren und AR-Brillen mit virtuellen Großbildschirmen aufspaltet. Während OLED-Zusatzmonitore vor allem durch Farbtreue und Bildschärfe punkten, kämpfen AR-Brillen weiterhin mit technischen Kinderkrankheiten wie Kabelbindung, fehlendem Tracking oder unausgereiften Zusatzmodi.

