OlloNi und Strutt EV1: Roboter werden zu Gefährten

Die CES 2026 präsentierte mit dem emotionalen Cyber-Haustier OlloNi und dem autonomen Mobilitätsfahrzeug Strutt EV1 zwei wegweisende Beispiele für physische Künstliche Intelligenz.

CES 2026 hinterlässt bleibende Eindrücke: Zwei Roboter-Innovationen zeigen, wie künstliche Intelligenz physisch wird und unseren Alltag verändert. Während die Messe in Las Vegas längst vorbei ist, dominieren der KI-Haustier-Roboter OlloNi und das autonome Mobilitätsfahrzeug Strutt EV1 weiter die Fachdiskussion. Sie verkörpern einen Trend weg von starren Industrierobotern hin zu adaptiven, emotional intelligenten Begleitern.

OlloNi: Ein Cyber-Haustier mit Gefühl

Der vom chinesischen Hersteller OLLOBOT entwickelte OlloNi ist kein gewöhnlicher Roboterhund. Er wird als eigene „Cyber-Spezies“ vermarktet. Statt täuschend echtes Tierverhalten zu imitieren, setzt der lila-rollende Gefährte auf emotionale Verbindung. Sein Schlüsselmerkmal ist ein Display im Gesichtsbereich, das tausende animierte Ausdrücke zeigt – von neugierigem Blinzeln bis zu beruhigendem Glimmen.

„Seine Stärke ist die passive Vitalität“, analysieren Beobachter. Der Roboter lebt im Raum, beobachtet seine Besitzer und reagiert auf Stimmungen, ohne ständige Aufmerksamkeit einzufordern. Sensoren in den hornartigen Strukturen am Kopf ermöglichen Gesichtserkennung. Ein leuchtender „Herz“-Speicherkern visualisiert die gesammelten Daten und die wachsende Bindung zum Nutzer. Dieser Ansatz umgeht das „Uncanny Valley“ – das unheimliche Tal –, indem er auf realistische Nachahmung verzichtet.

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Strutt EV1: Autonome Mobilität für mehr Selbstständigkeit

Während OlloNi emotionale Bedürfnisse bedient, adressiert der Strutt EV1 physische Unabhängigkeit. Das in Singapur entwickelte „smarte persönliche Mobilitätsfahrzeug“ gewann auf der CES einen Innovationspreis. Sein „Co-Pilot“-System ist der Game-Changer: Es nutzt LiDAR, Ultraschall und Kameras – Technologien aus selbstfahrenden Autos – für die Navigation in Innenräumen und im Freien.

Nutzer können per Sprachbefehl „Fahr in die Küche“ sagen, und das Fahrzeug findet den Weg. Die Sensoren erkennen dynamische Hindernisse wie Menschen oder Haustiere und weichen in Echtzeit aus. Das Antriebssystem bewältigt auch unebenes Gelände. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h und der Fähigkeit, auf Befehl selbstständig zu parken oder zum Nutzer zurückzukehren, setzt der EV1 neue Maßstäbe für barrierefreie Mobilität. Der Einführungspreis lag bei rund 4.900 Euro.

Der Durchbruch des „Physischen KI“

Das anhaltende Interesse an diesen Produkten unterstreicht einen Mega-Trend der CES 2026: die Verschmelzung von generativer KI mit Roboter-Hardware. Die definierende Eigenschaft dieser Geräteklasse ist „Bewusstsein“ – oder präziser: kontextuelles Verständnis.

Der OlloNi muss menschliche Regungen deuten, der Strutt EV1 komplexe Räume interpretieren. Diese Fähigkeit, in unstrukturierten Umgebungen dynamisch zu agieren, war vor wenigen Jahren noch experimentell. NVIDIA-Chef Jensen Huang sprach auf der Messe vom „ChatGPT-Moment für die physische KI“. Diese Produkte machen ihn greifbar.

Marktstart und Herausforderungen

Mitte Februar 2026 laufen die Markteinführungen an. Strutt hat erste Vorbestellungen geöffnet. OLLOBOT sieht im OlloNi den ersten Bewohner eines geplanten „Cyber-Haustier-Universums“ mit künftigen Modellen und Persönlichkeiten.

Der entscheidende Test steht jedoch noch aus: Wie meistert der EV1 volle Gehwege in deutschen Innenstädten? Und wie integriert sich der OlloNi in den chaotischen Alltag einer Familie? Die perfekten Messedemos waren nur der Auftakt. Jetzt muss die Technik im echten Leben beweisen, dass sie hält, was sie verspricht.

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