One UI 9: Samsung sperrt Smartphones nach 13 fehlerhaften PIN-Versuchen

Samsungs One UI 9 sperrt Smartphones nach 13 Fehlversuchen dauerhaft. Ein Reset führt ohne Backup zum kompletten Datenverlust.

Der Technologiekonzern Samsung verschärft mit der Einführung der neuen Benutzeroberfläche One UI 9 die Sicherheitsvorgaben für seine Mobilgeräte erheblich. Die auf Android 17 basierende Software sieht vor, dass Smartphones nach insgesamt 13 fehlerhaften Versuchen bei der Eingabe von PIN oder Passwort permanent gesperrt werden. Eine einfache Entsperrung ist in diesem Fall nicht mehr möglich; die einzige verbleibende Lösung stellt das Zurücksetzen des Geräts auf die Werkseinstellungen dar. Ohne eine aktuelle Datensicherung führt dieser Schritt unweigerlich zum vollständigen Verlust aller lokal gespeicherten Daten.

Eskalationsstufen und Wartezeiten bei Falscheingaben

Die neue Sicherheitsfunktion ist so konzipiert, dass die Zeitabstände zwischen den zulässigen Versuchen mit zunehmender Anzahl der Fehler drastisch ansteigen. Während Nutzer nach den ersten fünf Fehlversuchen lediglich eine Minute warten müssen, steigert sich die Sperrzeit beim sechsten Versuch auf fünf Minuten. Ab dem siebten Fehlversuch beträgt die Wartezeit bereits 15 Minuten, gefolgt von 30 Minuten nach dem achten und 90 Minuten nach dem neunten Versuch.

Besonders zeitintensiv wird der Prozess im zweistelligen Bereich: Nach der zehnten Falscheingabe ist eine erneute Eingabe erst nach vier Stunden möglich. Der elfte Versuch erfordert eine Wartezeit von 12 Stunden, und nach dem zwölften Fehlversuch müssen Nutzer volle 24 Stunden verstreichen lassen. Erfolgt auch beim 13. Versuch keine korrekte Eingabe, greift die permanente Sperre. Berichten zufolge müssen Betroffene das Gerät dann über den sogenannten Recovery-Modus zurücksetzen. Samsung weist betroffene Kunden zudem an, in einem solchen Fall den Kundendienst zu kontaktieren.

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Zusätzlich zu diesen Maßnahmen verlangt das System nach einer Inaktivität von 72 Stunden oder nach jedem Neustart des Geräts zwingend die Eingabe der PIN. Eine separate Einstellung erlaubt es zudem, dass das Gerät bereits bei Erreichen der Fehlversuchs-Schwelle automatisch alle Daten löscht.

Verfügbarkeit und betroffene Endgeräte

Die permanente Sperre nach 13 Versuchen gilt nach aktuellem Kenntnisstand für alle Geräte, die ab Werk mit One UI 9.0 ausgeliefert werden. Eine Demonstration dieser Funktion erfolgte bereits am Galaxy Z Flip 8. Derzeit ist noch nicht abschließend geklärt, ob diese restriktive Sicherheitsmaßnahme auch für ältere Modelle gilt, die ein Upgrade von One UI 8.5 auf die neue Version erhalten.

Die stabile Version von One UI 9 steht bereits seit dem 22. Juli zur Verfügung. Die offizielle Einführung auf neuen faltbaren Smartphones ist für den 7. August geplant, während die breite Ausrollung für den Massenmarkt ab Mitte September 2026 erwartet wird. Für die Modelle Galaxy Z Fold 8 und Galaxy Z Fold 8 Ultra wurde bereits ein erstes Update veröffentlicht, das eine Firmware-Größe von über 600 MB aufweist und Sicherheits-Patches mit Stand Juni 2026 enthält. Eine öffentliche Ausrollung dieses Updates ist ebenfalls für den 7. August vorgesehen. Nutzer der Galaxy S26- und S25-Reihe sollen zudem in Kürze Zugang zu einer Beta-Version erhalten, während die stabile Fassung für die Vorgängermodelle S24 und S23 voraussichtlich im September folgt.

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Funktionsumfang und Vergleich mit Stock-Android

Neben den verschärften Sicherheitsvorkehrungen führt One UI 9 eine Reihe neuer Funktionen ein. Dazu gehören unter anderem Erweiterungen im Bereich der künstlichen Intelligenz unter der Bezeichnung Galaxy AI sowie die Features Now Nudge, My FanCam, Photo Assist und Privacy Alerts.

Interessanterweise wählt Samsung einen deutlich restriktiveren Weg als Google für das grundlegende Betriebssystem Android 17. Während Samsung den Zugang nach 13 Versuchen dauerhaft blockiert, sehen die Planungen für die Standard-Version von Android 17 vor, erst nach 20 fehlerhaften PIN-Versuchen eine Sperre greifen zu lassen. Damit positioniert sich Samsung im Bereich der Gerätesicherheit weitaus strenger als der Plattform-Entwickler selbst. Angesichts der drohenden Datenverluste raten Experten dringend dazu, regelmäßige Backups durchzuführen und die Zugangsdaten sicher zu verwahren.