OneNote: Microsoft löst Korrekturhilfe von Tastatur-Layout

Microsoft entkoppelt in OneNote die Korrektursprache von der Tastatureingabe. Das Update beendet ein langjähriges Ärgernis für internationale Teams und Nutzer.

Microsoft befreit die Rechtschreibprüfung in OneNote von der Tastatur-Eingabesprache. Die neue Funktion erleichtert die Arbeit in mehrsprachigen Teams.

Die Änderung ist Teil der ersten großen Funktionswelle 2026 für Microsoft 365. Sie zielt auf ein langjähriges Ärgernis ab: Bisher erkannte OneNote die Korrektursprache automatisch am aktiven Tastatur-Layout. Wer etwa mit einer US-Tastatur Deutsch tippte, sah sofort rote Unterstreichungen unter jedem Wort. Das behinderte globale Teams und mehrsprachige Nutzer erheblich.

Ab sofort können Insider-Tester die Prüfung dauerhaft entkoppeln. Die Funktion rollt diese Woche aus.

Sprachprüfung wird zur bewussten Entscheidung

Der neue Bereich „Korrektursprache festlegen“ bietet zwei zentrale Neuerungen. Nutzer können erstens eine Sprache auswählen und „Auf ganze Seite anwenden“ aktivieren. Dieser Befehl überschreibt alle vorhandenen Absatz-Einstellungen. Eine komplett auf Französisch verfasste Seite wird nun auch auf Französisch geprüft – unabhängig von der eingestellten Tastatur.

Anzeige

Passend zum Thema Microsoft 365 – wussten Sie, dass Sie Word, Excel & Co. legal und ohne Installation kostenlos nutzen können? Ein kostenloser Gratis-Report erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Office im Web einrichten, OneDrive für die gemeinsame Arbeit nutzen und Dokumente plattformübergreifend freigeben. Besonders praktisch für Teams, die auf unterschiedlichen Clients (inkl. OneNote on Windows) zusammenarbeiten. Office im Web jetzt gratis anfordern

Zweitens, und das ist der entscheidende Schritt, führt das Update eine Standard-Überschreibung ein. Nutzer können die Option „Eingabesprache der Tastatur folgen“ in den Spracheinstellungen deaktivieren. Ist diese Option ausgeschaltet, ignoriert OneNote die Windows-Systemeingabe. Die Anwendung respektiert stattdessen die manuell gewählte Standard-Korrektursprache für alle neuen Seiten und Inhaltscontainer.

Dies macht das Verhalten von OneNote endlich mit Microsoft Word kompatibel. Dort gilt die Korrektursprache schon lange als Dokumenteneigenschaft und nicht als flüchtiger Systemstatus.

Antwort auf Forderungen globaler Teams

Das Timing des Releases ist kein Zufall. Bei den „Microsoft 365 Insider Blog Awards 2025“, die am 6. Januar 2026 veröffentlicht wurden, gehörten OneNote-Updates zu den meistdiskutierten Community-Themen. Vor allem die Migration von der alten „OneNote for Windows 10“-App treibt die Nutzer um.

Produktmanager Bola Soneye schrieb in der Ankündigung, die Änderungen seien direkt durch Feedback globaler Teams getrieben. Die vereinfachte Workflow ist entscheidend für hybride Arbeitsmodelle, in denen die Zusammenarbeit nahtlos über Ländergrenzen hinweg erfolgt.

Ein Nutzer kann sein Notizbuch jetzt standardmäßig auf „Deutsch“ für ein bestimmtes Projekt einstellen. Jede Notiz aus einem Meeting wird dann konsequent auf Deutsch geprüft. Die Rechtschreibhilfe wird so zum unterstützenden Werkzeug, statt zur ständigen Störquelle.

Rollout: Jetzt für Insider, bald für alle

Die Funktion ist aktuell für Mitglieder des Microsoft 365 Insider-Programms verfügbar, die Version 2512 (Build 19515.20000) oder höher ausführen. Der Rollout in den Current Channel (Preview) läuft bereits. Die vollständige Bereitstellung für alle kommerziellen und privaten Abonnenten ist für Ende Januar 2026 geplant.

Wichtig: Das Update gilt spezifisch für die „OneNote on Windows“-Anwendung (ehemals OneNote 2016 oder Desktop). Die „OneNote for Windows 10“-App, deren Support ausläuft, erhält diese Funktionen nicht. Microsoft drängt alle Nutzer zur Migration auf den vereinheitlichten Client.

Für IT-Administratoren enthält die Änderungsliste für Januar 2026 eine gute Nachricht: Es sind keine Gruppenrichtlinien-Anpassungen nötig. Die Funktion erscheint clientseitig im Menü „Überprüfen > Sprache > Korrektursprache festlegen“. Unternehmen sollten lediglich sicherstellen, dass die notwendigen Sprachpakete auf den Client-Rechnern installiert sind.

Ein Update für die Grundlagen der Produktivität

Das OneNote-Update fällt in eine aktive Phase für Microsoft 365. Neben neuen Copilot-Fähigkeiten für PowerPoint und barrierefreieren Funktionen für Word zeigt Microsoft damit, dass „Intelligenz“ 2026 nicht nur KI bedeutet.

Es geht auch um „funktionale Intelligenz“ – die Verbesserung der grundlegenden Mechanik von Texteingabe und -bearbeitung. Indem Microsoft anerkennt, dass Tastaturlayout und Inhaltssprache oft auseinanderfallen, beseitigt das Unternehmen eine technische Schuld aus den frühen Tagen von Office.

Besonders im Bildungssektor, wo OneNote ein dominantes Tool ist, könnte der Wandel spürbar sein. Schüler, die Fremdsprachen lernen, tippen oft auf Standard-Tastaturen. Die Möglichkeit, die Prüfsprache einer Seite verbindlich auf das Lernfach festzunageln, ohne gegen Systemeinstellungen kämpfen zu müssen, dürfte die digitale Lernerfahrung verbessern.

Bewährt sich die Entkopplung in OneNote, könnten ähnliche Steuerelemente folgen – etwa für Microsoft Loop-Komponenten oder das neue Outlook für Windows. Für den ersten großen Update-Zyklus 2026 löst Microsoft damit ein pragmatisches, aber drängendes Problem für seine weltweite Nutzerschaft.

Anzeige

PS: Sie möchten Microsoft-365-Funktionen nutzen, ohne gleich ein Abo zu zahlen? Der Gratis-Report „Office im Web“ zeigt, wie Sie Word, Excel und PowerPoint bequem im Browser nutzen, Dateien sicher in OneDrive speichern und gemeinsam mit Kolleg:innen bearbeiten – ohne Installation und ohne Abokosten. Ideal für Bildungsteams und hybride Arbeitsumgebungen, die plattformunabhängig arbeiten wollen. Jetzt Office‑im‑Web‑Report gratis herunterladen