Online-Betrug: 730.000 Euro Schaden durch fiktive Reisebuchungen

Ermittler decken zahlreiche Betrugsfälle auf Handelsplattformen auf. Fiktive Verkäufe, Phishing und Romance Scams verursachen Millionenschäden.

Aktuelle Berichte über laufende Strafverfahren verdeutlichen eine besorgniserregende Entwicklung bei betrügerischen Aktivitäten auf Online-Handelsplattformen. Ermittlungsbehörden und Verbraucherschützer beobachten vermehrt Maschen, bei denen Waren entweder gar nicht existieren oder kostenpflichtige Abonnements unter falschem Vorwand abgeschlossen werden. Die Bandbreite der Delikte reicht dabei von manipuliertem Fahrzeughandel bis hin zu komplexem Identitätsdiebstahl.

Hohe Schadenssummen durch fiktive Verkäufe

In einem aktuellen Fall aus Norddeutschland konnten Ermittler ein Betrugsnetzwerk ausheben, das mit nicht existierenden Kraftfahrzeugen operierte. Zwei Frauen aus Warnemünde sowie ein 44-jähriger Mann sollen durch diese Masche rund 130.000 Euro erbeutet haben. Bisher sind den Behörden 49 Betrugsfälle in diesem Zusammenhang bekannt. Als mutmaßlicher Organisator gilt ein Mann, der sich bereits seit 2016 in Berliner Haft befindet. Die Polizei rät in diesem Kontext zur besonderen Vorsicht bei auffällig günstigen Angeboten und warnt ausdrücklich vor Zahlungen per Vorkasse.

Auch im Bereich der Reisebuchungen wurden massive Betrugsfälle gemeldet. In Tours, Frankreich, kam es zur Festnahme von Ana María Vicente Osset. Der Beschuldigten wird vorgeworfen, über 100 Personen durch den Verkauf fiktiver MotoGP-Reisen geschädigt zu haben. Die Gesamtschadensumme beläuft sich in diesem Fall auf über 730.000 Euro. Ihr Ehemann wurde bereits zu einer Haftstrafe von 6,5 Jahren verurteilt.

Risiken auf Handelsplattformen und Identitätsdiebstahl

Probleme zeigen sich zudem beim Betrieb auf etablierten Plattformen. Der 19-jährige Elisha Wright aus Cheltenham verlor laut Medienberichten etwa 10.000 Pfund durch wiederholte Kontosperren auf dem Portal Vinted. Infolge der Einschränkungen sei sein täglicher Umsatz von 300 Pfund auf lediglich 25 Pfund eingebrochen. Ein Sprecher der Plattform wies darauf hin, dass betroffene Nutzer die Möglichkeit haben, Einspruch gegen solche Sperren einzulegen.

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Parallel dazu warnen das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und der Weiße Ring vor der Zunahme von Identitätsdiebstahl. Täter nutzen hierfür Phishing-Methoden, Datenlecks oder gefälschte Websites, um an sensible Nutzerdaten zu gelangen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt zur Prävention die Verwendung starker Passwörter, den Einsatz von Passwort-Managern sowie eine konsequente Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Gezielte Täuschung durch Phishing und Social Engineering

Verbraucherzentralen melden aktuell zudem eine Welle von Phishing-Mails, die im Namen der Krankenkasse AOK versendet werden. Darin wird eine angebliche Rückerstattung in Höhe von 324,90 Euro in Aussicht gestellt, um Opfer zur Preisgabe ihrer Kartendaten zu bewegen. Das BSI rät dazu, die Absenderadressen solcher Nachrichten technisch genau zu prüfen. Auch im Kryptowährungssektor ist Vorsicht geboten: Die US-Steuerbehörde IRS warnt vor gefälschten Schreiben, die Nutzer auf ein betrügerisches Portal für digitale Vermögenswerte locken sollen.

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In anderen Fällen nutzen Täter gezielt das Vertrauen der Opfer aus. In Krems überwies eine Frau insgesamt 80.000 Euro an eine Facebook-Bekanntschaft im Rahmen eines sogenannten Romance Scams. In Ludwigshafen verlor ein 83-Jähriger 19.000 Euro, nachdem Täter ihn zur Installation einer Fernwartungssoftware und zur Zahlung mittels Apple-Geschenkkarten gedrängt hatten.

Trotz der Professionalisierung der Täter verzeichnen Behörden auch Erfolge. In Salzburg konnte eine Wohnbaugesellschaft die Überweisung von 228.420 Euro nach einer Rechnungsmanipulation im letzten Moment stoppen. In den Niederlanden wurden zwei Tatverdächtige festgenommen, die durch Bankbetrug 174.440 Euro erbeutet haben sollen; der Prozess gegen sie ist für Mitte Oktober angesetzt.