Online-Betrug: Junge Erwachsene 3x häufiger Ziel als über 65-Jährige

Eine SquareTrade-Erhebung zeigt höhere Betrugsrisiken für junge Briten. Soziale Medien, Messenger und KI erschweren die Erkennung von Täuschungen.

Einer aktuellen Untersuchung von SquareTrade zufolge sind junge Erwachsene deutlich häufiger das Ziel von Betrugsversuchen im Internet als ältere Generationen.

Eine im September 2026 durchgeführte Studie unter 3.000 britischen Erwachsenen zeigt, dass 61 Prozent der 25- bis 34-Jährigen sowie 59 Prozent der 18- bis 24-Jährigen bereits ins Visier von Betrügern geraten sind. Im Gegensatz dazu gaben lediglich 20 Prozent der über 65-Jährigen an, entsprechende Erfahrungen gemacht zu haben.

Soziale Medien als primärer Kanal für Betrug

Die Studie verdeutlicht markante Unterschiede bei den genutzten Kommunikationswegen. Bei den unter 25-Jährigen machen Kontakte über soziale Medien mit 41 Prozent den größten Anteil der Betrugsversuche aus. Im Vergleich dazu spielt die klassische E-Mail in dieser Altersgruppe mit nur 7 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Ein besonderes Risiko stellen dabei fingierte Investitionsangebote dar. Laut SquareTrade verloren 21 Prozent der Opfer im Alter von 25 bis 34 Jahren Geld durch solche betrügerischen Anlagen. Der durchschnittliche Schaden belief sich in diesen Fällen auf 414 britische Pfund.

Anzeige

Da Betrugsversuche heute immer häufiger über private Messenger und soziale Medien auf dem Handy stattfinden, ist ein proaktiver Schutz des Geräts unerlässlich. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Zudem zeigt sich eine alarmierende Tendenz bei der Anwerbung für illegale Aktivitäten: 42 Prozent der 18- bis 24-Jährigen wurden bereits dazu aufgefordert, als sogenannte Money Mules zu fungieren und damit die Übernahme oder Weiterleitung von Geldern aus kriminellen Quellen zu ermöglichen.

Die Rolle künstlicher Intelligenz

Ein zentraler Faktor für die zunehmende Professionalisierung der Betrugsmaschen ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). 49 Prozent der Befragten äußerten in der SquareTrade-Studie die Einschätzung, dass KI die Betrugsversuche überzeugender mache.

Diese Beobachtung deckt sich mit Erkenntnissen des Finanzinstituts ABN Amro, die auf einer gemeinsam mit Ipsos-I&O im Sommer 2026 durchgeführten Erhebung basieren. Demnach sei es durch KI-gestütztes Stimmklonen zunehmend schwerer geworden, Betrugsversuche als solche zu identifizieren.

Anzeige

Wer sich vor den immer raffinierteren Methoden der Internet-Kriminalität schützen möchte, sollte auch die grundlegende Sicherheit seiner Apps und Konten im Blick behalten. In diesem gratis Sicherheitspaket erfahren Sie, wie Sie WhatsApp, PayPal und Co. mit wenigen Handgriffen gegen unbefugte Zugriffe schützen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Laut den Daten der Bank wurde im Jahr 2025 etwa jeder siebte junge Bankkunde im Alter zwischen 18 und 35 Jahren Opfer von Online-Betrug – ein Wert, der ebenfalls deutlich über dem der Altersgruppe der über 65-Jährigen liegt.

Mangelnde Vorsicht bei Online-Einkäufen

Die Untersuchung von ABN Amro identifizierte zudem Defizite beim Sicherheitsbewusstsein im Online-Handel. 58 Prozent der jungen Menschen gaben an, die Kontaktdaten von Online-Shops vor einem Kauf nicht zu überprüfen. Etwa 53 Prozent verzichten zudem auf die Kontrolle von Kundenbewertungen.

Besonders kritisch bewerten Experten die Verlagerung der Betrugsaktivitäten auf private Kommunikationswege. Neun von zehn Betrugsversuchen erfolgen laut ABN Amro inzwischen über direkte Messaging-Kanäle. Die Kombination aus der hohen Präsenz junger Nutzer auf diesen Plattformen und einer teilweise gering ausgeprägten Skepsis gegenüber digitalen Inhalten begünstigt die Erfolgsaussichten der Angreifer in diesen Alterssegmenten.