Kriminelle setzen gezielt auf Künstliche Intelligenz und manipulierte Suchergebnisse.
Gefälschte Vignetten-Shops in der Suchmaschine
Die Verbraucherzentrale Bayern warnt Mitte Juli vor einer Welle von Fake-Shops, die digitale Autobahnvignetten anbieten. Die Betrüger nutzen gesponserte Anzeigen, um ihre Seiten in Suchmaschinen ganz oben zu platzieren. Optisch sind die Kopien kaum von offiziellen Verkaufsstellen zu unterscheiden.
Besonders perfide: Während des Bezahlvorgangs werden oft deutlich höhere Beträge als der offizielle Preis aufgerufen. In einigen Fällen erfolgt die Abrechnung in Fremdwährungen wie Armenischen Dram. Das verursacht zusätzliche Gebühren und völlig unvorhersehbare Kosten.
Die Verbraucherschützer raten dringend, ausschließlich offizielle Portale zu nutzen. Für Österreich etwa die ASFiNAG, für andere Länder die entsprechenden Regierungsseiten. Auch die ASFiNAG selbst warnt vor gefälschten E-Mails und SMS zur angeblichen Ersatzmaut.
Smartphone-Betrug: Ware bezahlt, nie geliefert
Neben Dienstleistungs-Shops beschäftigen klassische Warenbetrugsfälle die Ermittler. Die Staatsanwaltschaft Wels führt ein Verfahren gegen einen 37-Jährigen aus dem Bezirk Oberwart. Der Mann soll im März über eine Online-Plattform Smartphones und Küchengeräte angeboten haben.
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Die Anklage: In mindestens zehn Fällen nahm er Zahlungen entgegen, lieferte die Ware aber nie aus. Die Schadenssumme liegt im mittleren vierstelligen Eurobereich. Die betroffenen Käufer stammen unter anderem aus Linz, Steyr und Vöcklabruck. Der Tatverdächtige wurde auf freiem Fuß angezeigt.
KI als Waffe der Betrüger
Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weisen auf die wachsende Gefahr durch KI-gestützte Methoden hin. Die Technologie ermöglicht es Kriminellen, fehlerfreie Phishing-Nachrichten zu verfassen. Per „Voice Cloning“ imitieren sie Stimmen von Angehörigen für Schockanrufe.
Deepfake-Videos kommen zum Einsatz, um für gefälschte Geldanlagen zu werben oder beim „Love Scamming“ täuschend echte Profile zu erstellen. Die Polizei in Rheinland-Pfalz testet derzeit einen „Deepfake Detektor“, um manipulierte Inhalte schneller zu identifizieren.
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Experten raten: Bei verdächtigen Kontaktaufnahmen Ruhe bewahren. Identitäten durch Rückrufe unter bekannten Nummern verifizieren. In Familien feste Codewörter vereinbaren.
Phishing zielt auch auf Verkäufer
Nicht nur Käufer sind gefährdet. Die Polizei meldet aktuelle Fälle aus Bayern, bei denen Verkäufer auf Online-Plattformen über gefälschte E-Mails zur Eingabe von Login- und Kreditkartendaten aufgefordert wurden.
Im Landkreis Hof wurde einer Frau suggeriert, eine Zahlung für einen Schuhverkauf sei bereits erfolgt und müsse nur bestätigt werden. In Donauwörth versuchten Betrüger über Phishing-Links bei Kleinanzeigen, Beträge von bis zu 2.500 Euro zu erbeuten.
Das Finanzministerium Baden-Württemberg warnt zudem vor gefälschten E-Mails zu angeblichen Betriebsprüfungen. Diese Nachrichten enthalten schädliche Anhänge oder Links und verweisen fälschlicherweise auf die Abgabenordnung. Die Finanzverwaltung stellt klar: Echte Bescheide kommen per Post oder über das offizielle ELSTER-Portal.

