OnlyOffice 10.0: 35 Sicherheitslücken geschlossen und KI-Werkzeuge integriert

OnlyOffice ergänzt seine Suite um KI-Werkzeuge; LibreOffice öffnet nun Publisher-Dateien, während neue Gratisprojekte noch Funktionen vermissen lassen.

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Fachpublikationen empfehlen vermehrt kostenlose Bürosoftware als Ausweichmöglichkeit zu Microsoft 365. Wie unter anderem das Fachportal netzwelt.de in einem Bericht vom 16. Oktober 2026 hervorhob, wenden sich Anwender alternativen Programmen wie OnlyOffice oder Office Online zu, um wiederkehrende Abogebühren zu umgehen und einer verpflichtenden Integration von KI-Funktionen aus dem Weg zu gehen.

Während Microsoft 365 Single in Deutschland mit 99 Euro im Jahr oder 10 Euro im Monat zu Buche schlägt, gewinnen quelloffene Anwendungen und neue Gemeinschaftsprojekte an Zulauf.

OnlyOffice rüstet mit Version 10.0 auf

Zu den etablierten Lösungen gehört die Open-Source-Suite OnlyOffice. Mit der Version 10.0 integriert die Plattform KI-Werkzeuge direkt in die Bearbeitungswerkzeuge für Dokumente, Tabellen, Präsentationen und PDF-Dateien. Anwender können Texte zusammenfassen, übersetzen, analysieren und individuelle Assistenten anlegen.

Für Unternehmen und Organisationen besteht die Möglichkeit, das genutzte KI-Modell frei zu wählen; bei Serverinstallationen lässt sich die Infrastruktur lokal betreiben, um vertrauliche Dokumente abzusichern.

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Neben der Schließung von 35 Sicherheitslücken sowie über 1.000 Korrekturen und rund 50 Funktionserweiterungen führt Version 10.0 vier modulare, unter der AGPL v3 lizenzierte Programme ein: AI Agents, Forms, Files sowie Rooms für virtuelle Datenräume.

Der integrierte PDF-Editor beherrscht nun die Entfernung von Metadaten, eine automatische Tabellenerkennung und wiederverwendbare Signaturen, während Präsentationen auch als Video oder GIF exportiert werden können.

Protest gegen Abo-Modelle und neue Forks

Die Kritik an Software-Mietmodellen treibt zudem unkonventionelle Projekte voran. So entwickelte Brandon Thomas mithilfe des Sprachmodells Claude freie Klone von Word, Excel und PowerPoint unter den Namen WordCraft, GridCraft und DeckCraft, die über das GitHub-Projekt ArtCraft verfügbar sind. ArtCraft-Mitgründer Michael Caffrey kritisierte das Mieten statt Besitzen von Arbeitswerkzeugen.

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Zwar arbeiten die Programme lokal und gratis, sind laut Tom’s Hardware jedoch noch weit von einer vollwertigen Bürosoftware entfernt. Dennoch sorgen KI-generierte Repliken namhafter Programme rund ein halbes Jahr nach den marktweiten Verkäufen von Software-Aktien für Debatten über die langfristige Profitabilität klassischer Software-Abos.

Einen weiteren Vorstoß unternimmt Gaël Duval, der Gründer von Mandrake Linux, mit ElixirOffice. Die quelloffene Suite basiert auf dem Code von Euro-Office, das wiederum von OnlyOffice abstammt, besteht jedoch ohne offizielle Verbindung zum lettischen Entwickler Ascensio System SIA. ElixirOffice befindet sich in einer öffentlichen Testphase für Linux, Windows und macOS sowie als Server-Version.

Das Projekt setzt auf eine vertraute Menüband-Oberfläche samt Tastenkürzeln, verzichtet auf Telemetriedaten und ermöglicht die optionale Anbindung lokaler KI-Modelle via Ollama. Funktionen wie gleichzeitiges Bearbeiten oder Versionsverläufe fehlen der aktuellen Desktop-Beta allerdings noch.

LibreOffice erweitert Formatunterstützung

Auch etablierte freie Programmpakete passen sich an Veränderungen bei proprietären Anbietern an. Nachdem Microsoft den Support für Publisher beendet hat, unterstützt LibreOffice nun das Dateiformat .pub.

Ermöglicht wurde dies durch das Document Liberation Project, das das Format per Reverse Engineering aufschlüsselte und die Bibliothek libmspub erstellte. Anwender können diese Dokumente nun über LibreOffice Draw öffnen und in das offene OpenDocument-Format überführen.