Onventis und Kaunt: KI soll Rechnungsverarbeitung in Unternehmen automatisieren

Kaunts Dokumenten-KI soll Onventis’ Rechnungssoftware ergänzen; Freigaben und Sonderfälle bleiben Aufgabe der Finanzteams.

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Der Softwareanbieter Onventis geht eine Partnerschaft mit dem dänischen Spezialisten für künstliche Intelligenz Kaunt ein, wie das Unternehmen in einem Bericht mitteilte. Ziel der Kooperation ist es, die Rechnungsverarbeitung in Unternehmen weiter zu automatisieren.

Kaunt steuert dabei Technologien zur KI-gestützten Dokumentenextraktion und Kontierung bei, die direkt in die Anwendung Onventis AP Automation eingebunden werden. Die Orchestrierung der neuen Funktionen erfolgt über die Plattform Onventis ONIX, das als KI-Betriebssystem für den Source-to-Pay-Bereich konzipiert ist.

Fokus auf Extraktion und manuelle Freigabekontrolle

Mit der Integration will Onventis den manuellen Aufwand bei der Rechnungsbearbeitung senken, die Automatisierungsraten steigern und die Durchlaufzeiten beschleunigen. Der Schwerpunkt liegt zunächst gezielt auf der Erfassung von Belegdaten sowie der vorbereitenden Kontierung. Die Verantwortung für Freigaben und die Klärung von Ausnahmefällen verbleibt hingegen weiterhin ausdrücklich bei den Finanzteams der Anwenderunternehmen.

Dolf van den Boorn, Chief Product Officer bei Onventis, erklärte hierzu, dass Finanzabteilungen keine isolierten KI-Werkzeuge benötigten, sondern spezialisierte Intelligenz, die direkt in vertraute Arbeitsabläufe eingebettet ist. Die offizielle Einführung von Onventis ONIX soll auf der anstehenden Onventis Xchange Conference 2026 erfolgen.

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Wachsender Druck auf Finanzabteilungen treibt Automatisierung

Die Initiative von Onventis trifft auf einen Markt, in dem Routineaufgaben in der Buchhaltung erhebliche Ressourcen binden. Laut dem PEX-Report 2026, für den 687 Führungskräfte aus den Bereichen Finanzen und Betrieb befragt wurden, verliert fast ein Drittel der Finanzteams mehr als 20 Stunden pro Monat durch manuelle Belege, Kontierungen und Abstimmungen.

Gleichzeitig nutzen bislang nur 31 Prozent der befragten Organisationen künstliche Intelligenz im Finanzbereich, wobei 36 Prozent mangelndes Vertrauen in die Genauigkeit von KI als größtes Hindernis nannten.

Zudem ergab eine Erhebung von Ardent Partners aus dem Jahr 2025, dass fast die Hälfte der Führungskräfte in der Kreditorenbuchhaltung langsame Rechnungsfreigaben als zentrale Herausforderung betrachtet; die Bearbeitung einer Rechnung beansprucht demnach im Schnitt mehr als acht Tage.

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Branchenweiter Trend zu agentischen Finanzsystemen

Die Partnerschaft zwischen Onventis und Kaunt fügt sich in eine Reihe von Modernisierungen im gesamten Sektor der Finanz- und Kreditorenbuchhaltung ein. Auch andere Anbieter bauen ihre KI-Funktionen aus, um Genehmigungs- und Zahlungsprozesse enger zu verzahnen.

So stellte Freehand kürzlich Freehand Pay in Kooperation mit Stripe vor, bei dem KI-Agenten Rechnungen prüfen, Ausnahmen klären und Zahlungen über lokale Zahlungswege in 110 Ländern anstoßen.

Gleichzeitig betonen Branchenbeobachter die Notwendigkeit robuster Kontrollmechanismen: Kevin Permenter, Research Director beim Marktforscher IDC, wies im Rahmen einer Marktanalyse darauf hin, dass Finanzteams im Mittelstand Governance und Kontrolle keinesfalls zugunsten von Geschwindigkeit aufgeben dürfen.

Vor diesem Hintergrund setzen Softwarehäuser wie Onventis bei der Implementierung von Algorithmen verstärkt auf hybride Modelle, bei denen die KI datenintensive Vorarbeiten übernimmt, wesentliche Finanzentscheidungen jedoch unter menschlicher Aufsicht bleiben.