Der Markt für offene Audioprodukte erhält weiteren Zuwachs durch etablierte Smartphone-Hersteller: OnePlus und Samsung haben ihr jeweiliges Portfolio um Clip-On-Open-Ear-Earbuds erweitert, die über eine automatische Ohrpositions-Erkennung samt dynamischem Kanalwechsel verfügen. Während OnePlus die sogenannten Buds Clip offiziell vorstellt, bringt Samsung die Galaxy Buds On am 27. Oktober 2026 zunächst auf dem südkoreanischen Heimatmarkt heraus.
OnePlus setzt auf Dual-Treiber und Titan-Bügel
Mit den Buds Clip präsentiert OnePlus seine ersten Open-Ear-Ohrhörer. Jedes Exemplar wiegt 5,2 Gramm und wird über eine adaptive C-Bridge aus einer Nickel-Titan-Legierung am Ohr befestigt. Die Passform stützt sich laut Hersteller auf die Auswertung von Messdaten von über 3.500 Ohren.
Ein zentrales Merkmal ist die integrierte Links-Rechts-Erkennung: Sensoren bestimmen eigenständig die Trageseite und weisen die Audiokanäle entsprechend zu, was auch beim Tragen nur eines einzelnen Hörers funktioniert. Um die Zuordnung bei Bedarf zu präzisieren, empfiehlt das Unternehmen ein leichtes Neigen des Kopfes.
Akustisch arbeiten die Ohrhörer mit zwei separaten Treibern – einem 11-mm-Tieftöner sowie einem 9-mm-Hochtöner –, die jeweils von einem eigenen Digital-Analog-Wandler angesteuert werden. Für die klangliche Abstimmung zeichnet Dynaudio verantwortlich. Neben Standard-Codecs wie AAC und SBC wird auch LHDC 5.0 Hi-Res unterstützt.
Ein sogenanntes Dipole-Sound-Field soll den Schallaustritt in die Umgebung minimieren, indem gegenphasige Schallwellen über eine rückseitige Belüftung abgegeben werden. Bei Telefonaten kommen ein 6-Mikrofon-Array, ein eigener KI-Chip in 6-Nanometer-Bauweise sowie ein Knochenschall-Sensor zum Einsatz.
Die Akkulaufzeit der nach IP55 geschützten Hörer liegt bei bis zu 9,5 Stunden unter AAC und 8 Stunden unter LHDC; zusammen mit dem Ladegehäuse werden bis zu 40 Stunden beziehungsweise 36 Stunden erreicht.
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Die Buds unterstützen Bluetooth 6.1, Dual-Device-Kopplung sowie Schnellverbindungen über Google Fast Pair und Windows Swift Pair. Neben einer Komfortzertifizierung durch den TÜV Rheinland stehen die Farbvarianten Pearl White, Pebble Gray und Twilight Rose zur Auswahl.
Ein weltweiter Preis steht noch aus; ein Händler in Hongkong listete das Modell für 1.199 Hongkong-Dollar (rund 153 US-Dollar). In den USA und Großbritannien erscheinen die Hörer nicht, nachdem OnePlus seine Präsenz dort Anfang des Jahres reduziert hatte, jedoch sind Verkäufe in Europa und Asien vorgesehen.
Samsung integriert Galaxy AI und Snapdragon-Plattform
Samsung startet am 27. Oktober 2026 den Verkauf der Galaxy Buds On in Südkorea zu einem Preis von 299.000 Won (circa 209 bis 226 US-Dollar). Das Modell erscheint zunächst ausschließlich in Schwarz über eigene Vertriebskanäle, Online-Handelsplätze sowie den stationären Handel.
Käufer, die bis zum 30. November 2026 zugreifen, erhalten zwei 30-Prozent-Gutscheine für Zubehör, die bis zum 20. Dezember einlösbar und mit Zubehör der Galaxy-Buds4-Serie kompatibel sind.
Die Galaxy Buds On basieren auf einem Open-Ear-Konzept mit Formgedächtnislegierung für festen Halt bei sportlichen Aktivitäten. Samsung setzt auf TwinBoost-Lautsprecher für verstärkte Tiefen, die erste Technologie zur Reduktion von Schallverlusten innerhalb der Baureihe sowie Intelligent Clear Call.
Technologische Basis ist die Snapdragon S7 Gen 1 Sound Platform von Qualcomm, die eine Akkulaufzeit von bis zu 9,5 Stunden pro Ladung ermöglicht. Zu den integrierten Software-Funktionen gehören Galaxy-AI-Anwendungen, darunter die Steuerung per Kopfbewegung, Sprachassistenten per Stimmaktivierung sowie schnelle Sprachmemos.
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Laut einer Samsung-Umfrage stehen bei den Nutzern vor allem Tragekomfort, Klangqualität und Sprachverständlichkeit im Vordergrund. Für den internationalen Markt gibt es noch kein offizielles Startdatum; Schweizer Händler listeten die Hörer zeitweise zwischen 179 Schweizer Franken (rund 216 US-Dollar) und 199 Schweizer Franken (rund 241 US-Dollar).
Dichtes Wettbewerbsumfeld im Clip-Segment
Mit dem Einstieg reagieren beide Anbieter auf einen zunehmend besetzten Markt. Im Segment offener Clip-Ohrhörer konkurrieren bereits etablierte Lösungen wie die Bose Ultra Open oder die OpenDots-Modelle von Shokz. Zudem bieten Hersteller wie Soundcore, Soundpeats, Baseus und Earfun eigene Clip-Konstruktionen an. Als etablierte Ausweichmöglichkeiten gelten im Handel Produkte wie die Shokz OpenFit 2+ oder die Huawei FreeArc.

