OpenAI Ads: 90 Millionen Euro Umsatz in nur sechs Wochen

OpenAI launcht KI-Werbetools und erreicht 90 Mio. Euro Jahresumsatz. Neue Partnerschaft mit L'Oréal und strengere Richtlinien prägen die Expansion.

Das Unternehmen stellte diese Woche eine Suite KI-gestützter Tools für Werbekreative und neue Targeting-Möglichkeiten vor. Parallel dazu erreichten die Werbeaktivitäten des ChatGPT-Entwicklers innerhalb von nur sechs Wochen nach dem Start der Self-Service-Plattform einen Jahresumsatz von umgerechnet rund 90 Millionen Euro. Die Plattform ist in den USA, Kanada, Japan und Australien verfügbar.

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Automatisierung von Anzeigen und Zielgruppenansprache

Die neuen Werkzeuge erlauben es Werbetreibenden, Anzeigen per Künstlicher Intelligenz zu erstellen, zu verändern und zu optimieren. Besonders im Fokus: die Lokalisierung von Inhalten und die Anpassung visueller Elemente zur Leistungssteigerung. OpenAI führte zudem einen Ads Manager ein, der Feed-basierte Kampagnen unterstützt.

Händler können jetzt Produktkataloge mit bis zu zwei Millionen Artikeln per SFTP hochladen. Das System generiert daraus automatisch passende Anzeigen. Beim Targeting setzt OpenAI verstärkt auf First-Party-Daten: Werbetreibende laden ihre eigenen Kundendaten hoch, um Zielgruppen zu definieren. Die Ansprache erfolgt kontextbezogen innerhalb der ChatGPT-Oberfläche – klassische Keyword-basierte Methoden treten in den Hintergrund.

Zur Erfolgsmessung wurde kürzlich ein Conversion-Tracking für App-Installationen und -Öffnungen integriert. Früh-Anwender berichten von deutlich höheren Konversionsraten als in traditionellen Suchumgebungen.

Höhere Budgets und strenge Richtlinien

Mit dem Ausbau der Funktionen hat OpenAI das Mindest-Tagesbudget für Werbekampagnen von 90 auf 180 Euro verdoppelt. Die Kosten pro Klick liegen zwischen 2,70 und 4,50 Euro, die Tausend-Kontakt-Preise bei etwa 54 Euro.

Die neuen Werberichtlinien stellen klare Regeln auf: Werbetreibende tragen die alleinige Verantwortung für Richtigkeit, rechtliche Zulässigkeit und Qualität KI-generierter Inhalte. OpenAI übernimmt keine Garantien für Kampagnenerfolge oder die Zuverlässigkeit der KI-Outputs.

Strenge Datenbeschränkungen wurden eingeführt: Die Nutzung von Daten Dritter ist verboten, ebenso das Targeting auf Basis sensibler Kategorien wie Religion, Ethnie oder Gesundheitszustand. OpenAI behält sich vor, Kampagnen oder Zielgruppen abzulehnen, die gegen diese Richtlinien verstoßen.

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Strategische Partnerschaft mit L’Oréal

Das Wachstum der Werbe- und Unternehmenssparte unterstreicht eine neue Partnerschaft mit L’Oréal, die auf der VivaTech-Konferenz bekannt gegeben wurde. Ziel ist die Transformation der Kundenerlebnisse in der Beauty-Branche durch integrierte KI-Tools.

Für den Sommer 2026 ist eine virtuelle Anprobefunktion für Maybelline innerhalb von ChatGPT geplant. Die Partnerschaft umfasst zudem einen Werbe-Pilot für Marken wie Garnier, CeraVe und SkinCeuticals. Intern nutzt L’Oréal OpenAIs Technologie für Forschung und Content-Erstellung – unter anderem für ein Projekt zur Hautmikrobiom-Kartierung und eine KI-Plattform zur Inhalteproduktion.

Wettbewerb auf dem Werbemarkt

OpenAI bewegt sich in einem dynamischen Umfeld. Auch andere Plattformen rüsten ihre Werbeinfrastruktur auf: X hat seinen Ads Manager mit Echtzeit-Diagnosen und Google-Tag-Manager-Integration aktualisiert. Pinterest testet eine KI-Shopping-Anwendung, und Meta setzt verstärkt auf eigene KI-Engines zur automatischen Zielgruppenvorhersage auf Basis von Anzeigeninhalten.