OpenAI arbeitet an einem dauerhaft aktiven ChatGPT-Assistenten, der Aufgaben auch nach dem Schließen einer Nutzersitzung eigenständig fortführen soll. Das Vorhaben wird intern mit Bezeichnungen wie „o“, „orbit“ und „aeon“ verknüpft und zielt unter anderem auf die Verwaltung von E-Mails ab. Erste Hinweise auf die Funktionalität tauchten in den vergangenen Tagen auf der Plattform des Unternehmens sowie in Konfigurationsdateien auf.
Hinweise in Programmcodes und Nutzeroberflächen
Am 25. September 2026 zeigte ein Screenshot von Jake Boggs auf der Upgrade-Seite von ChatGPT Pro den Hinweis auf einen permanent aktiven Assistenten namens „o“ als Bestandteil des Abonnements für 100,00 US-Dollar. Tags darauf erschien dieser Verweis kurzzeitig direkt auf der Upgrade-Seite, bevor er wieder entfernt wurde. Eine offizielle Bestätigung durch OpenAI blieb aus.
Zeitgleich identifizierte TestingCatalog in der Konfiguration von ChatGPT den Anzeigenamen „o“ sowie den E-Mail-Suffix „-o“. Dies deutet auf eine mögliche E-Mail-Funktion oder eine eigenständige Identität hin, stellt jedoch bislang keinen Beleg für tatsächlichen Postfachzugriff oder Versand dar.
Ergänzend berichtete der Nutzer @chetaslua auf der Plattform X über eine Workspace-Einstellung in einem aktuellen Software-Build. Diese enthalte die Option zur Aktivierung sogenannter „dots“, intern als „orbit_enabled“ hinterlegt.
Schnittstellenabfragen verweisen dabei auf Bezeichnungen wie „aeon_id“ und „orbit_access_denied“, während Konfigurationsschlüssel weiterhin den Namen „o“ tragen. Entsprechende Hinweise beschreiben die Funktion als Beta-Version ohne Unterstützung für Enterprise Key Management oder Data Residency.
Technische Basis und Tarifstruktur
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Der Assistent soll nach unbestätigten Berichten von einer auf langlaufende Aufgaben ausgelegten Variante namens „gpt-6-astra-aeon“ angetrieben werden, deren Zeichenfolge im Codex entdeckt wurde. Laut TestingCatalog dient „Aeon“ jedoch intern als Name der bestehenden Custom-Agent-Funktion in ChatGPT Workspace, worauf das Produkt „o“ als Verbraucher-Anwendung aufbauen könnte.
Welche Berechtigungen oder zeitgesteuerten Abläufe das System konkret unterstützen wird, ist offen. Auch Spekulationen über eine Verknüpfung mit künftiger OpenAI-Hardware in Donut-Form mit beweglichen Teilen wurden laut.
In der Tarifstruktur wird die Funktion als Teil des regulären ChatGPT-Pro-Plans für 100,00 US-Dollar aufgeführt, der zudem maximalen Arbeitsspeicher, eine erweiterte Nutzung von Work- und Codex-Funktionen sowie 100GB Dateispeicher umfasst.
Daneben kursieren Berichte über einen möglichen Tarif namens ChatGPT Pro Max für 500 US-Dollar pro Monat, umgerechnet rund 430 Euro pro Monat, der ultraschnelle Antworten über spezialisierte Hardware bieten soll.
Wettbewerb im Agenten-Segment
Mit der Entwicklung reagiert OpenAI auf die wachsende Konkurrenz durch autonome Agenten wie Hermes Agent, den Grok Bot von xAI sowie Meta Muse. Laut Reuters kann Meta Muse seit September 2026 selbstständig Buchungen vornehmen, Transaktionen abwickeln und E-Mails versenden.
In einer Untersuchung von JP Morgan erreichte Meta Muse im Benchmark für Assistenten 9,3 Punkte und erzielte Höchstwerte bei Einkäufen und Routineaufgaben. Dabei reagierte das System in einer isolierten Cloud-Umgebung innerhalb von etwa 7 Sekunden, während Vergleichsmodelle rund 38 Sekunden benötigten.
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Branchenbeobachter wie Alexey Shabanov rechnen damit, dass OpenAI den Always-on-Assistenten auf dem anstehenden DevDay 2026 vorstellen könnte. Die Entwicklerkonferenz findet am 29. September in San Francisco statt und wird mit einer Keynote von Sam Altman um 10 Uhr Ortszeit eröffnet.
Im offiziellen Programm ist eine Ankündigung des Assistenten bislang nicht verzeichnet, und OpenAI hat weder Fähigkeiten noch einen Zeitplan für die Freischaltung bestätigt.

