OpenAI hat seinen KI-Browser Atlas mit einem großen Update ausgestattet, das die Websuche revolutionieren und Google direkt herausfordern soll. Die neuen Funktionen „Auto“-Suche und Tab-Gruppen zielen darauf ab, Atlas vom KI-Experiment zum täglichen Arbeitswerkzeug zu machen.
Seit dem 21. Januar 2026 erhalten macOS-Nutzer das Update, das die größte Erweiterung seit dem Start im Oktober 2025 darstellt. OpenAI positioniert Atlas damit aggressiv als ernsthaften Konkurrenten zu etablierten Browsern wie Google Chrome – besonders für professionelle Anwender.
Intelligente Suche: Atlas entscheidet zwischen KI und Google
Der strategisch wichtigste Zuwachs ist der neue „Auto“-Modus. Er analysiert die Absicht einer Suchanfrage und wählt automatisch die beste Antwortquelle. Stellt ein Nutzer eine komplexe Frage, die Synthese erfordert, generiert ChatGPT eine umfassende Antwort. Bei simplen Navigationsanfragen wie „Wetter Berlin“ leitet Atlas die Suche nahtlos an Google weiter.
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Diese unsichtbare Umschaltung beseitigt die Hürde, sich zwischen KI und klassischer Suche entscheiden zu müssen. Indem OpenAI zum Gatekeeper wird, der über die Verteilung der Anfragen entscheidet, untergräbt es langfristig die Gewohnheit, für jede Frage direkt zu Google zu gehen. Die Suchoberfläche wurde ebenfalls überarbeitet: Links werden nun vertikal und gestapelt angezeigt, um Quellen und externe Verweise prominenter zu platzieren. Dies soll die Überprüfung von Informationen erleichtern und Bedenken bezüglich KI-Halluzinationen adressieren.
Tab-Gruppen: Ordnung für den Forschungs-Chaos
Für Power-User ist die Einführung von Tab-Gruppen der Game-Changer. Nutzer können nun dutzende offene Tabs in thematische Cluster bündeln, benennen und mit Emojis kennzeichnen – etwa „Projekt Alpha 🚀“. Diese Gruppen lassen sich auf- und zuklappen, was den Arbeitsbereich übersichtlich hält.
Die Funktion spricht direkt Wissensarbeiter an, die während der Interaktion mit KI-Modellen oft mit einer Flut von Tabs kämpfen. Sie ist essenziell für die „agentischen“ Workflows, die OpenAI vorschweben: Dabei soll der Browser zukünftig eigenständig Aufgaben im Namen des Nutzers erledigen.
Unter der Haube: Mehr Stabilität und Apple-Integration
Neben den Hauptfeatures bringt das Januar-Update wichtige Leistungsverbesserungen. Speicherprobleme, die frühere Versionen bei langen Sitzungen mit mehreren aktiven Agenten-Aufgaben plagten, wurden adressiert. Für Nutzer, die von Safari wechseln, wurde der Importprozess verfeinert: Atlas schlägt nun direkt die Installation der iCloud-Passwords-Erweiterung vor.
Weitere Qualitätsverbesserungen umfassen:
* Intelligente Sidebar-Vorschläge: Die „Ask ChatGPT“-Leiste macht kontextbezogene Vorschläge für Folgefragen.
* Visuelle Optimierungen: Ein vereinfachtes Kontextmenü und Fehlerbehebungen für vertikale Tabs.
* Stabilität: Behebung von Abstürzen beim Verschieben von Tabs zwischen Fenstern.
Analyse: Der Kampf um den Browser-Markt
Das Update kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt im erneut aufflammenden „Browser-Krieg“. Marktbeobachter betonen, dass selbst ein bescheidener Marktanteil von 1-3% für Atlas Millionen Nutzer und einen spürbaren Einbruch bei Googles Werbeeinnahmen bedeuten würde.
Die „Auto“-Suche ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Sie verbessert zwar die Nutzererfahrung, gibt OpenAI aber auch die Macht, zu entscheiden, welche Anfragen Werbegeld für Google generieren und welche intern von den eigenen KI-Modellen beantwortet werden. Diese Hebelwirkung ist aufgrund der riesigen bestehenden ChatGPT-Nutzerbasis einzigartig.
Gleichzeitig bleiben Herausforderungen. Unabhängige Tests zeigen, dass sich Atlas im Vergleich zu ausgereiften Browsern wie Chrome noch wie ein „Version 1.0“-Produkt anfühlt. Geschwindigkeit und die Gewöhnung an eine chat-zentrierte Oberfläche sind Hürden für die Massenakzeptanz. Datenschutzexperten warnen zudem vor der tiefen Einblicke, die ein KI-Browser in das Nutzerverhalten hat – und fragen nach der Verwendung dieser Daten für das Modell-Training.
Ausblick: Mobile Versionen und Agenten-Fähigkeiten
OpenAI bestätigte, dass Versionen für Windows sowie iOS und Android in Entwicklung sind. Eine Expansion über macOS hinaus ist für eine echte Massenadaption unerlässlich. Die Branche erwartet, dass sich künftige Updates stark auf Agenten-Fähigkeiten konzentrieren werden: Der Browser soll dann eigenständig mehrstufige Aufgaben wie Flugbuchungen erledigen können. Spekulationen gibt es auch über eine werbefinanzierte Version oder E-Commerce-Integrationen.
Das Januar-Update macht Atlas jedenfalls zu einem ernstzunehmenden Werkzeug für anspruchsvolle Nutzer und bringt es dem ambitionierten Ziel, ein „Betriebssystem für das Web“ zu werden, einen Schritt näher.
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