OpenAI geht mit einem milliardenschweren Rechenzentrum in Indien in die Offensive. Die Partnerschaft mit dem IT-Riesen Tata Consultancy Services (TCS) markiert einen strategischen Schwenk vom Cloud-Anbieter zum Infrastruktur-Pionier in Asien.
Vom Versprechen zur physischen Infrastruktur
Bislang war OpenAIs Präsenz in der Region vor allem virtuell. Im Mai 2025 führte das Unternehmen zwar Daten-Residenz-Optionen für Länder wie Japan, Indien und Südkorea ein – also die Zusage, Daten innerhalb der Landesgrenzen zu speichern. Doch die jetzt angekündigte, physische Infrastruktur setzt ein ganz neues Zeichen. Gemeinsam mit TCS entsteht ein 100-Megawatt-Rechenzentrum nahe Neu-Delhi, das auf bis zu ein Gigawatt erweitert werden kann. Es ist der erste Kunde für TCS‘ neues Datacenter-Geschäft und Kern der globalen „Stargate“-Initiative von OpenAI.
Warum dieser massive Schritt? „Ohne lokale Infrastruktur blieben viele Großkunden, besonders im regulierten Finanzsektor, nur Zaungäste“, analysiert ein Branchenkenner. Indiens strenges Digital Personal Data Protection Act macht lokale Datenspeicherung zur Geschäftsvoraussetzung. Bisher mussten sensible Daten oft auf Servern im Ausland verarbeitet werden – ein unüberwindbares Hindernis für Banken und Behörden.
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Schlacht um den asiatischen KI-Markt
Die Investition ist mehr als nur eine Compliance-Maßnahme. Sie ist ein strategischer Schachzug im Kampf um den boomenden asiatischen KI-Markt. Indien ist mit über 100 Millionen wöchentlichen Nutzern bereits einer der größten Märkte für OpenAI. Doch das Unternehmen steht unter Druck: Etablierte Hyperscaler wie Amazon Web Services, Google und Microsoft bieten in der Region bereits umfangreiche Speicher- und „Sovereign Cloud“-Lösungen an.
Mit eigenen Rechenzentren kann OpenAI nun direkt in Architektur und Performance konkurrieren. „Für große Unternehmen, die KI-Anbieter evaluieren, ist die Kontrolle über die Infrastruktur ein entscheidendes Kriterium“, so eine Analystin. Der lokale Betrieb soll nicht nur die Latenzzeiten deutlich senken, sondern auch fortgeschrittene Modelle für kritische Regierungsaufträge ermöglichen.
Blaupause für die Region
Die Partnerschaft mit TCS könnte zur Blaupause für ganz Asien werden. Die Nachfrage nach lokaler KI-Infrastruktur soll die Rechenzentrumskapazitäten in der Asien-Pazifik-Region innerhalb von fünf Jahren verdoppeln. Das Projekt ist Teil der „OpenAI for Countries“-Initiative, mit der Regierungen bei der Entwicklung souveräner KI-Kompetenzen unterstützt werden sollen.
Zunächst liegt der Fokus auf der lokalen Speicherung ruhender Daten. Die physische Infrastruktur ebnet jedoch den Weg für künftige Möglichkeiten – bis hin zu Modell-Inferenz und Training direkt vor Ort. Für asiatische Unternehmen signalisiert diese Entwicklung: Enterprise-taugliche, konforme und leistungsstarke KI ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern wird greifbare Realität.





