KI-Pionier will mit massiver Einstellungswelle in die reale Welt – und tritt gegen Tesla und Nvidia an.
OpenAI-Chef Sam Altman hat eine neue Ära für sein Unternehmen eingeläutet: Der ChatGPT-Erfinder baut seine Robotik-Sparte massiv aus. Am 31. Mai kündigte Altman eine großangelegte Rekrutierungskampagne an. Gesucht werden Ingenieure für maschinelles Lernen, Hardware, Systemtechnik und Betriebsabläufe. Das Ziel: Roboter für den echten Einsatz – nicht nur in der Theorie, sondern auf Baustellen und in Haushalten.
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Comeback nach fünfjähriger Pause
Der Vorstoß ist bemerkenswert, denn OpenAI hatte die interne Robotik-Entwicklung vor fünf Jahren weitgehend eingestellt. Nun kehrt das Unternehmen mit neuer Kraft zurück. Die Leitung der erweiterten Abteilung übernimmt Aditya Ramesh, der zuvor die Entwicklung des Bildgenerierungssystems DALL-E verantwortete. Die Robotik-Einheit entstand laut Unternehmensangaben aus der internen Forschung zu Weltsimulationstechnologien.
Zwei Stufen: Vom Bauhelfer zum Haushaltsroboter
OpenAI verfolgt eine klare Strategie mit gestaffeltem Zeitplan:
Kurzfristig sollen Roboter entwickelt werden, die Fachkräfte bei Infrastrukturprojekten unterstützen. Die Maschinen sind als Assistenzsysteme für Bauarbeiten konzipiert – eine Antwort auf den wachsenden Fachkräftemangel in der Baubranche.
Langfristig geht der Blick weiter: Persönliche Roboter für den Alltag. Altman stellt sich Maschinen vor, die Menschen bei alltäglichen Aufgaben entlasten – vom Putzen bis zum Einkaufentragen.
Die Expansion folgt auf eine Phase strategischer Weichenstellungen. OpenAI investierte früher in Robotik-Firmen wie 1X, Figure und Physical Intelligence. Die Partnerschaft mit Figure endete allerdings 2025. Im Mai 2025 stärkte OpenAI zudem seine Hardware-Sparte durch die Übernahme von io Products, einem von Apple-Designlegende Jony Ive gegründeten Startup. Der Deal hatte ein Volumen von rund 6,5 Milliarden US-Dollar – umgerechnet etwa 6 Milliarden Euro.
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Wettlauf mit Tesla und asiatischen Konkurrenten
Die Ankündigung bringt OpenAI in direkte Konkurrenz zu anderen Tech-Giganten. Besonders spannend: das Duell mit Elon Musks Tesla, das den humanoiden Roboter Optimus entwickelt. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Auch Hersteller aus China, Japan und Südkorea treiben die Entwicklung humanoider Roboter massiv voran.
Die Analysten von Morgan Stanley sehen enormes Potenzial. Ihre Prognose: Der globale Markt für humanoide Roboter könnte bis 2050 einen Wert von über 5 Billionen US-Dollar erreichen.
Nvidia zieht mit chinesischem Partner nach
Der Trend zur „Physical AI“ – künstlicher Intelligenz, die in bewegliche Hardware integriert wird – gewinnt rasant an Fahrt. Erst am 1. Juni kündigte Nvidia eine bedeutende Entwicklung an: Gemeinsam mit der chinesischen Firma Unitree präsentierte der Chip-Riese den H2 Plus.
Dabei handelt es sich um einen offenen, humanoiden Referenzroboter für Forschungszwecke. Das System kombiniert das Unitree-H2-Chassis mit Nvidias Jetson Thor-Rechenplattform und der Isaac GR00T-Software. Der Roboter ist 1,80 Meter groß und wiegt 68 Kilogramm. Noch in diesem Jahr soll er an Forschungseinrichtungen wie der ETH Zürich und der Stanford University ausgeliefert werden.
Nvidia-CEO Jensen Huang spricht von einer „Multi-Billionen-Dollar-Chance“ für die Tech-Branche. Die Botschaft ist klar: Der Kampf um die Roboter-Zukunft hat gerade erst begonnen.

