Das Unternehmen strebt einen Börsengang im Jahr 2027 an, der eine Bewertung von über einer Billion Euro ermöglichen soll. Am 8. Juni 2026 reichte die Firma vertraulich das sogenannte S-1-Dokument bei der US-Börsenaufsicht ein. Aus dem Umfeld des Unternehmens heißt es: Eine Bewertung unterhalb der Billionengrenze kommt für den Schritt an die Börse nicht infrage.
Verluste in schwindelerregender Höhe
Die geprüften Geschäftszahlen für 2025 zeigen ein massives Missverhältnis: OpenAI erwirtschaftete umgerechnet rund 11,7 Milliarden Euro Umsatz, standen Ausgaben von etwa 30,5 Milliarden Euro gegenüber. Das operative Minus lag bei knapp 18,8 Milliarden Euro, der Gesamtverlust sogar bei 34,5 Milliarden Euro – inklusive einer einmaligen Sonderbelastung. Zum Vergleich: 2024 hatte der Umsatz noch bei 3,3 Milliarden Euro gelegen, der Verlust bei 4,6 Milliarden Euro.
Die Kostenexplosion dürfte sich fortsetzen. Allein für Rechenleistung sind 2026 Ausgaben von über 45 Milliarden Euro eingeplant. Trotz dieser Verlustzone notiert die Aktie im privaten Handel aktuell bei umgerechnet 621 Euro pro Anteilsschein. Die Marktbewertung lag Ende März 2026 bei etwa 763 Milliarden Euro – ein Wert, der durch jüngste Finanzierungsrunden jedoch bereits wieder infrage gestellt wird.
Stargate-Projekt massiv zusammengestrichen
OpenAI hat seine Infrastrukturpläne in den vergangenen Monaten deutlich zurückgefahren. Das ambitionierte „Stargate“-Projekt wurde von ursprünglich 1,25 Billionen auf rund 537 Milliarden Euro gekürzt. Die Folgen sind konkret: Eine 600-Megawatt-Erweiterung in Abilene, Texas, wurde gestrichen, ein Standort im norwegischen Narvik an Microsoft abgetreten. Auch ein Projekt in Großbritannien liegt auf Eis.
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Parallel dazu konzentriert sich das Unternehmen stärker auf sein Kerngeschäft. Die Videoplattform Sora wurde im März 2026 eingestellt – Berichten zufolge verursachte sie täglich Verluste von knapp 900.000 Euro. Der Atlas-Browser folgt am 9. August 2026. Drei hochrangige Infrastrukturmanager wechselten zu Meta. OpenAI setzt nun voll auf seine Kernprodukte ChatGPT und Codex.
Rekord-Finanzierungsrunde und Staatsbeteiligung
Eine gewaltige Series-C-NV-Finanzierungsrunde über bis zu 109 Milliarden Euro läuft derzeit. Beteiligt sind Amazon, SoftBank, Nvidia und Microsoft. Eine Tranche von SoftBank in Höhe von rund 27 Milliarden Euro muss bis zum 1. Oktober 2026 fließen, ein Kredit über 36 Milliarden Euro ist im März 2027 fällig. Zudem weitete OpenAI seine Zusammenarbeit mit AWS auf acht Jahre und ein Volumen von knapp 90 Milliarden Euro aus.
In einem ungewöhnlichen Schritt bot das Unternehmen der US-Regierung eine Beteiligung von fünf Prozent an – bewertet mit rund 38 Milliarden Euro. Das Modell orientiert sich am Alaska Permanent Fund, einem staatlichen Investmentfonds. Die Offerte wurde Regierungsvertretern bereits Anfang des Jahres unterbreitet.
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Apple verklagt – Risiken für den Börsengang
Der Weg an die Börse ist jedoch mit juristischen Hindernissen gepflastert. Apple reichte am 10. Juli 2026 eine erweiterte Klage wegen Geschäftsgeheimnisverletzung ein. Der Vorwurf: OpenAI und sein Hardware-Chef sollen vertrauliche Hardware-Informationen genutzt haben. Apple hat rund 40 ehemalige Mitarbeiter zur Sicherung von Beweismitteln aufgefordert.
Branchenkenner warnen zudem vor den finanziellen Risiken. Ein mögliches Scheitern von OpenAI könnte einen breiteren Marktkollaps auslösen – mit Parallelen zu historischen Finanzkrisen. Besonders betroffen wären Oracle mit offenen Verpflichtungen von umgerechnet 571 Milliarden Euro und Nvidia mit Lieferzusagen über 107 Milliarden Euro.


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