OpenAI-Bug-Bounty: Bis zu 172.000 US-Dollar für kritische Schwachstellen

Für außergewöhnliche kritische Funde können Sicherheitsforscher künftig bis zu 172.000 US-Dollar erhalten; weitere Boni ergänzen das Programm.

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Das KI-Unternehmen OpenAI hat die Prämien in seinem Bug-Bounty-Programm für kritische Funde um mehr als das Vierfache erhöht. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, klettert die maximale Auszahlung für außergewöhnliche kritische Schwachstellen inklusive Boni künftig auf bis zu 172.000 US-Dollar. Die Mittelpunkte der Prämienbereiche für mittlere, hohe und kritische Sicherheitslücken wurden im Durchschnitt mehr als vervierfacht.

Neue Boni und gestaffelte Auszahlungen für Kernprodukte

Für kritische Schwachstellen in den zentralen Produkten ChatGPT, Codex und der API-Plattform setzt OpenAI die Basis-Bounty künftig bei bis zu 30.000 US-Dollar an. Außergewöhnliche kritische Funde erhalten eine Basisvergütung von bis zu 100.000 US-Dollar, die durch Bonuszahlungen auf den Spitzenbetrag von bis zu 172.000 US-Dollar ansteigen kann.

Zusätzlich führt das Unternehmen neue Anreizstrukturen ein: Dazu zählen ein Qualitäts-Multiplikator für Berichte mit belastbarem Proof of Concept, ein fünfstufiges Loyalty-Programm für engagierte Sicherheitsforscher sowie zeitlich begrenzte Kampagnen mit eigenen Bonustöpfen, die insbesondere bei neuen Feature-Starts vorgesehen sind.

Die neuen Konditionen gelten auch für noch nicht ausgezahlte Einreichungen. Für Prämien, die in den 30 Tagen vor der Ankündigung zuerkannt wurden, zahlt das Unternehmen die Differenz zu den neuen Stufen nach.

Mit den erhöhten Sätzen ergänzt OpenAI das hauseigene Defense-Factory-Programm. Das Prämienniveau bewegt sich damit etwa auf der Höhe von Googles allgemeinem Programm für Sicherheitslücken, bleibt jedoch unter den Spitzenbeträgen, die Apple und Microsoft für Schwachstellen in Betriebssystemen ausloben.

Umfassende Sicherheitsinitiativen und interne Maßnahmen

Die Anhebung der Bug-Bounty-Belohnungen fügt sich in eine Reihe intensiverer Sicherheitsmaßnahmen des Unternehmens ein. Am 2. November 2026 kündigte OpenAI einen weiteren internen Security-Sprint an. Dabei soll die Sicherheitsfirma Cathedral Systems gemeinsam mit internen Teams und KI-Modellen nach Schwachstellen suchen; der genaue Starttermin steht noch nicht fest.

Cathedral-Chef Gavin Kliger betonte, OpenAI setze mit der Partnerschaft mit externen Sicherheitsfirmen ein wichtiges Beispiel. OpenAI begründete das Vorgehen damit, dass traditionelle Cyber-Abwehr allein nicht mehr ausreiche.

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Beim vorangegangenen Sprint waren 25 Prozent der Produkt-Ingenieure beteiligt – mehr als 250 Personen in über 100 Servicebereichen. Am ersten Tag wurden 53 dringende oder hochprioritäre Probleme geschlossen. Dabei handelte es sich bei 37 Prozent der Funde um Duplikate, während 19,5 Prozent zur Laufzeit reproduziert werden konnten.

Nach einer dynamischen Validierung lag die Rate falsch-positiver Meldungen bei 0,81 Prozent, und 0,53 Prozent der Korrekturen mussten zurückgerollt werden. Nachkontrollen zeigten zudem eine Lücke zwischen zusammengeführten Patches und flottenweit bereitgestellten Fixes. OpenAI plant, die Architektur und die Lehren aus diesem Sprint öffentlich zu machen.

Bereits im August 2026 hatte Thibault Sottiaux ein Viertel der Produktionsingenieure auf den Bereich Sicherheitsinfrastruktur verlagert. Zudem sicherte OpenAI externen Verteidigern im Rahmen des Anfang September angekündigten Daybreak-Programms Modellzugänge im Wert von 1 Milliarde US-Dollar über sechs Monate zu, wovon Tausende Spezialisten in 2.000 Organisationen profitieren sollen.

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Wachsender Druck auf die operative Sicherheit

Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Bedrohungen. OpenAI-Sprecherin Elana Widmann erklärte, das Unternehmen gehöre zu den am stärksten attackierten Zielen weltweit und investiere massiv in Schutzmechanismen.

Nach früheren Vorfällen – darunter ein Angriff im Jahr 2023, bei dem ein Hacker laut OpenAI jedoch nur unternehmensweite Slack-Kanäle erreichte – wurden die Kontrollen verschärft. Sensibelste Arbeiten und Modellgewichte lagern nach Unternehmensangaben in separaten Repositories mit strikten Zugriffsbeschränkungen; das zentrale Monorepo enthalte keine Modellgewichte.

Wie akut interne Sicherheitsrisiken bleiben, zeigte sich zuletzt auch Mitte Oktober 2026, als das US-Justizministerium die Festnahme eines ehemaligen OpenAI-Ingenieurs wegen eines versteckten Abhörgeräts im Vorstandsraum bekannt gab.