Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hat einen Meilenstein bei der Verbreitung seiner Technologie erreicht und gleichzeitig auf Kritik an der Stabilität seiner Nutzungslimits reagiert.
Wie das Unternehmen kürzlich bekannt gab, verzeichnet das Modell Codex mittlerweile 20 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Parallel zu diesem Wachstum startete OpenAI die Verteilung von Gutscheinen für einen manuellen Reset der Nutzungslimits an Anwender der Tarife Codex und ChatGPT-Work.
Der Leiter der Codex-Sparte bei OpenAI, Thibault Sottiaux, kündigte die Bereitstellung dieser Gutscheine über die Plattform X an. Erläuterungen zufolge können berechtigte Nutzer den Reset ihrer Quoten nach vollständigem Verbrauch des Kontingents nun selbst auslösen. Dieser Schritt folgt auf eine Phase, in der zahlreiche zahlende Kunden über einen ungewöhnlich schnellen Verbrauch ihrer wöchentlichen Kapazitäten berichteten.
Untersuchung zu beschleunigtem Quotenverbrauch eingeleitet
Trotz der Verteilung der Reset-Gutscheine betonte Sottiaux, dass bei internen Überprüfungen bisher keine Anomalien im Gesamtsystem festgestellt worden seien. Dennoch halte die Untersuchung zur Ursache des von Nutzern gemeldeten schnelleren Quotenverbrauchs an. Der Codex-Chef wies zudem Vorwürfe zurück, OpenAI habe die Nutzungslimits heimlich und ohne vorherige Ankündigung gekürzt.
In der Nutzergemeinschaft hatte die Entwicklung zuletzt für Unmut gesorgt. Einige Kunden kündigten laut Branchenberichten bereits ihre Abonnements in den 200 US-Dollar teuren Plänen, da die Leistungsgrenzen deutlich früher als erwartet erreicht worden seien.
Wer sich mit dem Einsatz moderner KI-Systeme befasst, muss heute neben technischen Limits auch komplexe rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Sottiaux ordnete in diesem Zusammenhang auch sogenannte sub2api-Tools ein, welche ChatGPT-Abonnements in API-Zugriffe umwandeln. Er bezeichnete diese zwar als eine spezifische Situation, schloss sie jedoch als primäre Ursache für den allgemeinen Anstieg des Verbrauchs aus.
Technische Falldaten belegen hohen Token-Durchsatz
Konkrete Beispiele aus der Nutzerschaft verdeutlichen die Intensität des aktuellen Ressourcenverbrauchs. Ein Anwender des Pro-20x-Tarifs dokumentierte unter dem Pseudonym FlowTether in einem GitHub-Eintrag einen Verbrauch von 75,25 Millionen Tokens.
Dieser Wert wurde erreicht, nachdem Anfang August ein Reset des Kontingents stattgefunden hatte. Bemerkenswert ist dabei, dass 96 Prozent des Volumens auf Cache-Reads entfielen und damit bereits 26 Prozent des gesamten Wochenlimits beanspruchten.
Die zunehmende Integration von KI-Systemen in den Arbeitsalltag stellt viele Verantwortliche vor neue Herausforderungen bei der Risikobewertung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Anwendungen als Hochrisiko eingestuft werden und welche Dokumentationspflichten Unternehmen jetzt konkret erfüllen müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act jetzt sichern
Ein weiterer Nutzer des Plus-Tarifs berichtete von einem sprunghaften Anstieg seines Verbrauchs innerhalb von nur fünf Stunden. Demnach kletterte die Auslastung von 16 Prozent auf 75 Prozent, ohne dass in diesem Zeitraum aktive Modell-Anfragen gestellt worden seien.
Zur Überwachung dieser Prozesse greifen Anwender vermehrt auf Anwendungen wie die NerfTrack-App zurück, welche den Verbrauch in äquivalenten US-Dollar-Beträgen für API-Schnittstellen visualisiert.
Einordnung früherer Anpassungen und Modell-Performance
Die aktuellen Maßnahmen reihen sich in eine Serie von Kontingent-Anpassungen ein. Bereits im Juni hatte OpenAI einen Reset durchgeführt, gefolgt von einer Optimierung im Juli, die darauf abzielte, die Nutzungsdauer um 18 Prozent zu verlängern. Hintergrund dieser Maßnahmen ist unter anderem die Performance neuerer Modelle wie GPT-5.6 Sol.
Dieses Modell weist grundsätzlich einen höheren Grundverbrauch auf. Durch technische Anpassungen wurde jedoch versucht, die Nutzungszeit um 18 Prozent zu strecken. Für Anwender, die den sogenannten Fast Mode nutzen, ergeben sich spezifische Leistungsdaten: Die Verarbeitungsgeschwindigkeit liegt hier um den Faktor 1,5 höher, während gleichzeitig die Kosten um das 2,5-Fache ansteigen.
Vorwürfe der Organisation Kingy AI, die die aktuelle Situation kritisch kommentierte, wurden von OpenAI als bisher unbewiesen eingestuft, wenngleich das Unternehmen die zugrunde liegenden Bedenken zur Kenntnis nahm.

